„Wir brauchen uns nicht zu verstecken“: Sebastian Rode ist zuversichtlich fürs Bayern-Spiel.
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„Wir brauchen uns nicht zu verstecken“: Sebastian Rode ist zuversichtlich fürs Bayern-Spiel.

Ein Giftzwerg muckt auf

Warum Rode an ein Eintracht-Wunder bei den Bayern glaubt

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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Warum Eintracht-Routinier Sebastian Rode an ein Frankfurter Erfolgserlebnis beim übermächtig erscheinenden FC Bayern glaubt.

  • Am Samstag (15.30 Uhr) gastiert Eintracht Frankfurt in der Bundesliga beim FC Bayern München.
  • In München haben die Frankfurter seit 20 Jahren nicht mehr gewonnen.
  • Gegen die Bayern wird es vor allem auf „Giftzwerg“ Sebastian Rode ankommen.

Frankfurt - Einst nannte Matthias Sammer, der Feuerkopf, den Fußballterrier Sebastian Rode ganz gerne mal „Giftzwerg“. Das war zu gemeinsamen Bayern-Zeiten und natürlich anerkennend gemeint. Der damalige Sportvorstand des Abonnementmeisters verglich den heute auch schon 30-Jährigen mit Bayern-Größen wie Jens Jeremies oder Hasan Salihamidzic, eben ehrliche Malocher, die eine Mannschaft dringend brauche. „Sie sind der Kitt zwischen den Elementen, der alles zusammenhält.“ Rode sei so ein Typ, „ein Mentalitätsmonster“.

Das war großes Lob aus berufenem Munde, und auch wenn Seppl Rode schon seit einigen Jahren nicht mehr für die Bayern schuftet, sondern längst wieder in seiner alten Heimat in Frankfurt zu Hause ist, so möchte er die Zeit an der Säbener Straße nicht missen. „Es war eine Ehre, für diesen Weltklub gespielt zu haben.“

Rode ist bei Eintracht Frankfurt unverzichtbar

Rode ist bei der Eintracht auf Anhieb zu einem unverzichtbaren Spieler geworden, Leistungsträger und Anführer. Mit seinem Draufgängertum ist er für das Team eminent wichtig. Er ist gut in Form und hat erfreulicherweise wenig Verletzungssorgen. Nachdem er sich in der vorvergangenen Saison einen Knorpelschaden im ohnehin schon vorgeschädigten Knie zugezogen hatte, hielt er bereits in der abgelaufenen Spielzeit erstaunlich lange durch, stand in insgesamt 43 Partien auf dem Feld. „So viele Spiele habe ich noch nie gemacht“, frohlockt der Südhesse. Das hat ihm Mut gemacht und Auftrieb gegeben. Vertrauen in die Unversehrtheit des eigenen Körpers ist ein nicht zu unterschätzendes Gut für einen Hochleistungssportler wie Rode, der zu (schweren) Verletzungen neigt und dennoch in jeden Zweikampf fliegt, als gäbe es kein Morgen mehr.

Rode steht exemplarisch für die schwer zu bespielende Frankfurter Kampfeinheit, die keinem direkten Duell aus dem Weg geht, 494 Zweikämpfen haben die Eintracht-Profis in den ersten vier Bundesligaspielen gewonnen – mehr als jedes andere Team der Beletage. Das ist kein Zufall.

Chance gegen den FC Bayern? Worauf es bei Eintracht Frankfurt ankommt

Auf Furchtlosigkeit und Behauptungswillen wird es auch am Samstag (15.30 Uhr, Bayern gegen Eintracht hier im Live-Ticker) in Fröttmaning ankommen, wenn die Hessen mal wieder einen Versuch unternehmen, bei den Bayern etwas mitzunehmen, vielleicht ja sogar einen Sieg, es wäre der erste nach 20 Jahren. Ein Unterfangen, das selbst die Eintracht auf ihrer eigenen Homepage als „Jahrtausendprojekt“ bezeichnet. Sehr treffend.

Auch auf einen Rode, der während seiner Zeit in München (2014 bis 2016) gewiss zu einem besseren Fußballer geworden ist, in bester Verfassung wird es ankommen, will die Eintracht nicht unter die Räder kommen. Genauso wie auf möglichst viele Sahnetage seiner Nebenmänner. Nur wenn die Hessen möglichst geschlossen an ihr oberstes Leistungsniveau heranreichen und die Bayern, warum auch immer (mentale Schlaffheit, körperliche Müdigkeit), nicht ihre Normalform abrufen können, haben die Gäste vom Main eine klitzekleine Chance, etwas mitzunehmen. Im Normalfall besteht diese Möglichkeit nicht.

Rode sieht gute Chancen für Eintracht Frankfurt gegen den FC Bayern

Bange machen gilt trotzdem nicht, Ex-Bayern-Giftzwerg Rode ist weit davon entfernt, die weiße Fahne zu hissen, er muckt hörbar auf, selbst wenn bei allen Vorab-Bekundungen nicht klar ist, was feste Überzeugung oder Gepfeife im Wald ist. Seppl Rode also sagt via „Kicker“ ebenso tapfer wie standhaft: „Wir brauchen uns nicht zu verstecken, nach dem guten Start haben wir eine breite Brust.“ Und: „Es könnte ein Vorteil sein, dass sie am Mittwoch gegen Atletico gespielt haben. Ich weiß aus eigener Erfahrung: Nach so einem Highlight in der Champions League ist es in der Bundesliga schon mal ein bisschen härter. Daher bin ich guter Dinge.“

In keinem Fall sollten die Frankfurter wie das Kaninchen vor der Schlange und mit schlotternden Knien auftreten. Es wird darauf ankommen, mutig, frech und ruhig mal offensiv zu sein. Auch da kommt Sebastian Rode als Verbindungsspieler eine wichtige Rolle zu, er muss die Bälle abfangen, erobern und schleppen, er muss den Kreativkopf Daichi Kamada unterstützen, sonst geht der wuselige Japaner inmitten bajuwarischer Übermacht unter. Das wäre schlecht für die Eintracht, die sich nicht viele Fehler erlauben darf, sich andererseits nicht in den ohnehin beliebten Quer- und Rückpässen vergehen sollte – sonst droht Unheil durch die Münchner Pressingmaschinerie.

Und sie wird versuchen müssen, die schnellen Außen in Schach zu halten, weshalb Trainer Adi Hütter gegen die Bayern gerne auf eine Viererkette gesetzt hat. Interessant dabei: Makoto Hasebe, der Kopf der Dreierabwehr und prädestiniert für die Aufgabe des modernen Liberos, saß in den letzten drei Partien gegen die Münchner immer auf der Bank.

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