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Hart getroffen: der Frankfurter Pirmin Schwegler.
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Hart getroffen: der Frankfurter Pirmin Schwegler.

Skibbe verbittert

Schweglers Ausfall schockt Eintracht

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Der Schweizer Nationalspieler Pirmin Schwegler muss zwei Monate passen. Der Ausfall des so wichtigen Antreibers ist für die Eintracht ein Schlag ins Kontor. Zeitgleich löst Mahdavikia den Vertrag in Frankfurt auf. Von Ingo Durstewitz

Erst in der Zeitlupe wurde die absolute Härte des Foulspiels deutlich. Wie Andreas Wolf da hineingrätschte ohne Rücksicht auf Verluste, wie der Fuß von Pirmin Schwegler zur Seite wegknickte. Das sah nicht gut aus. "Das kann passieren, klar. Aber das war dennoch ein grobes Foul, er springt mit beiden Beinen rein", zürnte Eintracht-Trainer Michael Skibbe im Nachgang über die Szene aus der Bundesligapartie in Nürnberg, als der Club-Kapitän den Frankfurter Mittelfeldmann nach 13 Minuten böse umtrat.

Schwegler schleppte sich noch bis in die zweite Hälfte, dann zwangen ihn die Schmerzen zur Aufgabe. Es ist fast eine kleine Sensation, dass der Schweizer überhaupt so lange durchhalten konnte, denn wie sich am Montag herausstellte, zog sich der 22-Jährige einen doppelten Bänderriss im rechten Sprunggelenk zu. Auch das Syndesmoseband ist in Mitleidenschaft gezogen. Schwegler, der so wichtige Antreiber, fällt etwa zwei Monate aus. Ob er operiert werden muss, wird Anfang nächster Woche entschieden, wenn die Schwellung abgeklungen ist. Dann können die Mediziner erst endgültig klären, ob auch das Syndesmoseband gerissen ist. "Ich hoffe, dass es nicht durch ist", sagte Schwegler der FR. Ansonsten muss er unters Messer.

Der Musterprofi nahm die Verletzung mit Fassung. "Es ist ärgerlich, aber es gibt Schlimmeres, es ist ja kein Schicksalsschlag." Er ist sogar froh, dass "ich kein halbes Jahr mit einem Beinbruch ausfalle". Auch solch eine gravierende Blessur, findet Schwegler, sei nämlich bei diesem rüden Einsteigen von Wolf drin gewesen. Er macht dem Nürnberger keine Vorwürfe, "aber ich frage mich schon, was er da erreichen wollte, der Ball war weg, er hat trotzdem voll durchgezogen". Auf eine Entschuldigung Wolfs wartet Schwegler bisher vergeblich.

Für die Eintracht ist der Ausfall des Nationalspielers, der keine Angst um die WM-Teilnahme hat ("Das steht jetzt nicht im Vordergrund"), ein Schlag ins Kontor. "Sehr bitter", bekundete Skibbe. "Pirmin ist unser spielstärkster Mittelfeldmann, er ist der ausschlaggebende Spieler, der die meisten Angriffe eröffnet." Skibbe war bedient.

Auch Vorstandschef Heribert Bruchhagen konnte seine Enttäuschung kaum herunterschlucken. "Bei uns trifft es aber auch immer die Leistungsträger", haderte er und forderte: "Wir haben ein gefestigtes, charakterstarkes Team geformt, das müssen wir nun in Anspruch nehmen." Trainer Skibbe hofft ebenfalls auf die Spieler aus dem zweiten Glied. "Jetzt müssen andere in die Bresche springen", sagte er.

Doch natürlich weiß er am besten, dass der Kader schon jetzt arg ausgedünnt und Schwegler von dem aktuellen Personal nicht zu ersetzen ist. Der Fußballlehrer hat im Grunde zwei Alternativen: Zum einen könnte Christoph Preuß einspringen, der von einem Knorpelschaden genesene Abräumer ersetzte Schwegler schon in Nürnberg kurz nach der Halbzeit. Preuß spielte solide, aber verhalten, die fehlende Wettkampfpraxis war ihm anzumerken.

Chris wird wohl einspringen

Oder Skibbe beordert Chris von der Abwehr ins defensive Mittelfeld, das wäre die sinnvollere Variante, zumal in Nürnberg der zentrale Deckungsverbund mit Maik Franz und Marco Russ ganz gut stand. "Das ist die naheliegendste Option", bekräftigte der Trainer. Neuzugang Ricardo Clark spielt wegen körperlicher Defizite noch keine Rolle. "Er hatte keine Vorbereitung, das kann er in sechs Tagen nicht aufholen", erklärte der Coach.

Unterdessen hat Mehdi Mahdavikia seinen Vertrag bei der Eintracht aufgelöst. Der 32-Jährige, der in Frankfurt nie die in ihn gesteckten Erwartungen erfüllen konnte, wechselt in seine iranische Heimat und schließt sich für anderthalb Jahre Asin Steel Teheran an. "Das ist gut für ihn und auch für uns", sagte Skibbe. "Die Situation hier war für ihn fast unwürdig." Mahdavikia, ein Großverdiener in Frankfurt, entlaste überdies den Etat. Ob nun noch Geld für einen Stürmer da ist? Skibbe dämpft die Hoffnungen: "Ich glaube eher nicht, dass wir einen finden, der uns hilft."

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