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Marc Stendera: Frankfurts Bester verlässt frustriert den Platz.
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Marc Stendera: Frankfurts Bester verlässt frustriert den Platz.

Eintracht Frankfurt

Ein Schlawiner und zwei Jungspunde

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt setzt auf die Jugend, doch von den Jungen überzeugt einer, der schon lange dabei ist: Marc Stendera. Armin Veh: "Der kann was".

Heimlich, still und leise wollte Joel Gerezgiher an diesem verregneten Samstag die Arena verlassen, doch das ist dem jungen Deutsch-Eritreer nicht gelungen. Natürlich musste er Rede und Antwort stehen, es war ja immerhin erst sein dritter Einsatz in der Bundesliga. Nach 65 Minuten kam der gerade 20 Jahre alte Mittelfeldspieler in eine reichlich verkorkste Partie, die Eintracht lag 1:2 hinten gegen starke Leverkusener und die erste Aktion des jungen Mannes war – sich eine Gelbe Karte abzuholen. Respekt, immerhin war er da in Nationalspieler Karim Bellarabi gerauscht, der Junge traut sich was, mochte man da meinen.

War aber ganz anders. „Ich bin auf dem tiefen Boden einfach ausgerutscht und konnte nicht mehr bremsen“, sagte Gerezgiher hinterher. „Das war keine Absicht.“ Danach aber bekam der schmächtige Junge, beim Frankfurter Klub SC Niederursel groß geworden und seit 2012 bei der Eintracht, auch nicht mehr viele Beine auf den Boden. Man merkte schon, dass er noch einiges an Lehrgeld bezahlen muss.

Für ihn sprach freilich, dass er nichts beschönigte. Dass er zu einem ungünstigen Zeitpunkt in die Partie kam, wollte er nicht gelten lassen: „Das Leben ist nicht immer einfach. Klar wäre ich auch lieber bei einem 7:0 reingekommen. Aber es ist auch nicht so, dass ich mir gedacht habe, jetzt komme ich rein, schieße zwei Tore und wir gewinnen 3:2. Wir sind ja nicht beim Kinderfußball.“

Wenig später war noch ein weiteres Frankfurter Talent ins Team gekommen, Luca Waldschmidt, 19, und der hätte mit einem feinen Rückpass auf Stefan Aigner fast noch den Anschlusstreffer zum 2:3 vorbereitet. Waldschmidt deutete zumindest an, dass er, wie Trainer Armin Veh findet, „ein Bundesligaspieler werden kann“.

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Einer, der das schon längst ist und es am Samstag auch bewiesen hat, ist Marc Stendera, ebenfalls erst 19 Jahre alt, aber meilenweit weiter in seiner Entwicklung als die beiden anderen. Stendera war mit großem Abstand bester Frankfurter, er war der Einzige, von dem so etwas wie Ideen und Esprit ausgingen. Natürlich war er es, der den einzigen Frankfurter Treffer durch Slobodan Medojevic vorbereitete. Es war mal wieder ein Standard. Zuletzt hat es mit seinen ruhenden Bällen nicht gut geklappt, dieser Freistoß war perfekt geschossen, mit Härte und der richtigen Höhe. Medojevic brauchte nur den Kopf hinzuhalten. Dass die Freistöße in der Vergangenheit nicht so gut kamen, hat den Techniker kalt gelassen: „Mal kommen sie, mal nicht, darüber mache ich mir keinen Kopf“, hat er nur gesagt.

Trainer Veh hält ja ohnehin große Stücke auf „den Schlawiner“. In zwei Jahren, so hatte er im FR-Interview unlängst gesagt, führe Stendera diese Mannschaft. Jetzt sagte er: „Vielleicht braucht er gar keine zwei Jahre mehr.“ Veh setzt großes Vertrauen in den U21-Nationalspieler: „Der Junge kann was.“ Es war Armin Veh, der den damals 17-jährigen Stendera hoch zu den Profis gezogen hatte. Sein erstes Bundesligaspiel machte er übrigens gegen Bayern München, am Samstag machte er sein 47.

„Er ist ein außergewöhnlicher Spieler“, lobt der Trainer seinen Mann mit der Nummer 21. Vor allem schätzt er an ihm seine Bissigkeit. „Er kann nicht verlieren.“ Für einen Techniker fegt Marc Stendera, der am Samstag wieder fast zwölf Kilometer gelaufen war, zudem ordentlich in defensiven Zweikämpfen dazwischen. Auch ist er bislang mit vier Gelben Karten gelistet. Ein Ausfall, etwa gegen defensivstarke Darmstädter im übernächsten Spiel, wäre für die Eintracht ein herber Verlust.

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