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Nicht gerade begeistert von der Situation: Eintracht-Trainer Adi Hütter.

Trainingsbedingungen

Schimmel vertreibt die Eintracht

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    Ingo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt beklagt sich über Schimmel in der Kabine, die Profis müssen deshalb sogar umziehen.

Die Fußballprofis der Frankfurter Eintracht sind seit neuestem heimatlos, zumindest was ihr sportliches Zuhause betrifft. Denn der Kabinentrakt im Stadion im Stadtwald, das Heiligtum einer Fußballmannschaft, ist für die Spieler seit einigen Tagen tabu, sie sind ausquartiert worden – aus einem gesundheitsgefährdeten Grund: massiver Schimmelbefall. „Das ist eine Katastrophe für uns“, sagt Sportdirektor Bruno Hübner: „Gerade in der jetzigen Phase.“

Verantwortlich dafür ist ein Rohrbruch im Januar, damals stand das Wasser zentimeterhoch in der Umkleide, die Schimmelsporen sind die Folge dessen. Die Mannschaft ist umgehend ausgezogen, der Trakt im ersten Stock der Nordwestkurve ist gesperrt, betroffen davon sind auch die Trainerbüros, die Konferenzräume und der medizinische Bereich.

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Improvisationskunst ist gefragt, zurzeit zieht sich das Team in der Spieltagskabine im Bauch der Haupttribüne um. Tageslicht gibt es dort im Kellergeschoss nicht. „Da ist alles andere als eine professionelle Vorbereitung möglich“, sagt Vorstand Axel Hellmann. „Das trifft unsere Profimannschaft sehr hart.“ Der Eintracht-Vorstand ist verärgert darüber, dass die Stadt als Eigentümer der Arena keine Anzeichen gemacht hatte, sich um eine schnelle Lösung zu kümmern. 

Der Frankfurter Klub ist ja nur Mieter des Stadions, hat aber jetzt selbst eine Sanierung in Auftrag gegeben. Das Problem: „Das wird drei, vier Wochen dauern“, sagt Hellmann. Bis dahin muss die Mannschaft woanders untergebracht werden, auch ein Behelfsquartier in der angrenzenden Wintersporthalle ist im Gespräch.

Die Eintracht prangert die Haltung der Stadt an und sieht ein Kernproblem darin, dass die SFM, die das Stadion im Auftrag der Stadt betreibt, vertraglich nur bis 2020 gebunden ist. Keiner fühle sich daher so richtig zuständig.

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Die Geschäftsführerin des Stadions, Clarissa Böckl, verteidigte den Betreiber dagegen: „Er hat alles, was nötig war, so schnell wie möglich in die Wege geleitet.“ Der Schimmel sei erst am 25. Februar festgestellt worden, als eine Fachfirma die Wände der Kabine öffnete. Den Vorwurf, der Stadionbetreiber kümmere sich nicht mit Nachdruck um die Probleme, nannte Böckl „absurd“. Die Gesellschaft sei im Auftrag der Stadt tätig, „und wir haben natürlich ein großes Interesse daran, den Wert der Arena zu erhalten“.

Die Eintracht würde das Stadion ab dem kommenden Jahr gerne selbst betreiben, es soll der Eintracht wirtschaftlich 365 Tage im Jahr zur Verfügung stehen. „Wir wollen Herr im eigenen Haus sein“, hatte Hellmann stets betont. Die Vermarktung der Arena übernimmt der Klub in Eigenregie bereits im nächsten Sommer.

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