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Thomas Schaaf

Eintracht Frankfurt

Schaaf: Die Stimmung ist in Ordnung

Eintracht Frankfurt hatte dieser Tage nach der Niederlage gegen Mainz 05 einiges aufzuarbeiten. Trainer Schaaf korrigiert vor dem HSV-Spiel nun den Eindruck, dass intern einiges nicht stimmt.

Nach unruhigen Tagen nach der Derby-Niederlage in Mainz will Eintracht Frankfurt gegen den Hamburger SV wieder in die Spur zurückfinden. "Wenn man die Berichte so gelesen hat, dann hat man das Gefühl, bei uns ist Feuer unterm Dach. Das kann ich nicht bejahen", meinte Trainer Thomas Schaaf vor der Bundesliga-Partie am Samstag (18.30 Uhr) in seiner gewohnt stoischen Art. "Ich würde eher dazu neigen, dass eine Unzufriedenheit da ist."

Die Kritik von Sportdirektor Bruno Hübner an Torjäger Alex Meier (Haris Seferovic müsse "viel für Alex mitarbeiten"), der Platzverweis von Carlos Zambrano und die harsche Reaktion darauf von Mitspieler Marco Russ ("Er muss das in den Griff bekommen, sonst schadet er uns damit") hatte jedenfalls für Schlagzeilen gesorgt. "Es ist nicht Friede, Freude, Eierkuchen bei uns in der Kabine. Wir sind frustriert", erklärte Russ nun in der "Bild"-Zeitung. "Wir sehen seit Wochen, wie doof wir uns anstellen, es uns selbst verbauen. Wir könnten so viel mehr Punkte haben."

HSV rechnet mit giftigen Eintracht-Profis

Diese Unzufriedenheit, so Schaaf, sei auch "ganz wichtig". Denn eine Niederlage gegen den Abstiegskandidaten aus Hamburg kann sich die Eintracht nicht erlauben, will sie die Europa-League-Plätze nicht völlig aus den Augen verlieren. "Wir wissen, dass wir leider nicht immer alles auf den Punkt bringen können", meinte der Eintracht-Coach. Die Nebengeräusche seien "mit einem positiven Gefühl" aufgearbeitet worden. "Insgesamt ist die Harmonie, die Stimmung in der Truppe in Ordnung", versicherte er.

Der HSV rechnet jedenfalls mit giftigen Eintracht-Profis. "Ich weiß, mit wie viel Wut im Bauch die Frankfurter gegen uns spielen werden. So eine Derby-Pleite tut weh", warnte Chefcoach Josef Zinnbauer. "Wir müssen uns auf etwas gefasst machen."

Mit Meiers Sturmpartner Seferovic (Gelb-Sperre) und Abwehrspieler Carlos Zambrano (Gelb-Rot-Sperre) fehlen der Eintracht zwei Stammspieler: Russ und Bamba Anderson werden wohl die Innenverteidigung bilden. Im Angriff würde nur zu gerne Nelson Valdez wieder auflaufen. Der 31-jährige Paraguayer hatte sich am 30. August gegen Wolfsburg einen Kreuzbandriss zugezogen, trainiert aber schon länger wieder mit der Mannschaft und war unter der Woche bei einem internen Testspiel gegen die zweite Garnitur des FSV Frankfurt dabei.

Valdez hofft auf Kurzeinsatz

Schaaf ließ aber offen, ob Valdez sein Comeback geben darf. "Alles ist möglich", erklärte er. "Wir wollen jede Trainingseinheit mitnehmen. Es gab und gibt keinerlei Probleme. Aber es ist immer noch ein riesengroßer Unterschied, ob man trainiert oder in der Liga aufläuft." Valdez selbst hält sich verbal zurück: "Es wäre schön, wenn ich für die letzten sechs Monate mit ein paar Minuten belohnt werden würde."

Die größeren Probleme hat die Eintracht in dieser Saison ohnehin in der Abwehr: Nur Werder Bremen hat so viele Treffer kassiert - 44 in 22 Spielen. Ungeschlagen ist die Mannschaft in dieser Spielzeit bei sieben Abendspielen: Vier Siege gab es dabei, darunter das 2:0 gegen Dortmund und das 1:0 gegen Schalke. "Ich weiß noch aus meiner aktiven Zeit, dass es etwas Besonderes ist, wenn ein Flutlicht angeht. Das ist ein besonderer Rahmen, der einen zusätzlich wach hält", meinte Schaaf. (dpa)

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