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erome Onguene (rechts) vom FC Salzburg und Christoph Monschein von Austria Wien in Aktion. 

Vor dem Spiel

FC Salzburg auf Formsuche

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Die Österreicher sind schlecht aus der Winterpause gekommen, es gibt aber „ein wenig Hoffnung“ für die Europa League.

Kurz vor Schluss, genau eine Minute vor Ultimo, ließen sie sich auf dem Acker der Austria den eigentlich verdienten Sieg doch noch nehmen. Ein Eckball flog in den Fünfmeterraum, Verteidiger Jerome Onguene schaute und schaute und schaute – und sah aus sicherer Entfernung mit an, wie sein direkter Gegenspieler, Erik Palmer-Brown, den Ball mit dem Kopf zum 2:2-Ausgleich über die Torlinie drückte. Gschissn gschmissn.

Nun wird der US-amerikanische Trainer des FC Salzburg, Jesse Marsch, noch längst kein Experte in österreichischer Mundart sein, dass die finale Phase im sonntäglichen Ligagastspiel bei Austria Wien aber blöd gelaufen war für die Seinen, wollte er natürlich nicht abstreiten: „Am Ende war der Druck des Gegners groß und dadurch wurden es nicht die drei Punkte für uns.“

Der FC Salzburg, der Serienmeister der Alpenrepublik, ist ohnehin in dieses Kalenderjahr recht mühsam reingekommen, sogar schlecht. Neben dem Unentschieden in Wien und der Niederlage gegen den Linzer ASK in der Liga gab es da natürlich noch die deutliche 1:4-Watschn im Europa-League-Hinspiel bei Eintracht Frankfurt.

„Wir brauchen Mentalität“

Nur das Pokalduell gegen den Zweitligisten Amstetten konnten die Salzburger in 2020 bisher für sich entscheiden. Deutlich zu wenig für den Spitzenklub an der Salzach, der an diesem Donnerstag (21 Uhr/RTL) die Frankfurter zum Rückspiel empfängt. „Wir brauchen eine positive Einstellung und Mentalität“, fordert Trainer Marsch, für den die Punkteteilung in Wien „ein Schritt in die richtige Richtung“ war.

Und in der Tat: Bei nasskaltem Wetter und schlechten Platzverhältnissen spielten die Salzburger zwar nicht herausragend, sie nahmen aber den zuvor von Marsch geforderten Kampf an. „Vom Kämpferischen her war es ein Schritt nach vorne. Es fehlt noch die letzte Konsequenz. Jemandem den Willen abzusprechen, wäre aber kompletter Blödsinn“, sagte Verteidiger Maximilian Wöber mit markigen Worten, der seinem Team beim Gastspiel in Frankfurt „Angst und Respekt“ attestiert hatte: „Wir haben in den letzten Tagen viel geredet, was wir besser machen können. Es waren gute Gespräche, da hat sich jeder ausschütten können.“ Na immerhin.

Schwäche bei Einwürfen

Die Salzburger Abwehrreihe ist fast schon traditionell der schwächere Teil des Teams, aber nun scheint ihr besonders die Stabilität zu fehlen. Drei Gegentore gegen Linz, vier in Frankfurt und zwei in Wien sind eindeutig zu viel. Gerade bei Standards, und interessanterweise bei rascher Ausführung von Einwürfen, ließen die Österreicher zuletzt vermehrt Torchancen ihrer Kontrahenten zu. Ein Kopfproblem? „Ich denke schon“, so Trainer Marsch. Und warum ist das so? „Eine gute Frage, ich weiß es nicht.“ Vor allem der talentierte Abwehrbrocken Onguene, 22, 1,86 Meter groß, der einst für eine Saison beim VfB Stuttgart unter Vertrag stand, für die Schwaben aber nie spielte, wackelte zuletzt bedenklich.

Aufgeben aber wollen die Salzburger vor dem Rückspiel gegen die Hessen nicht. So sagte Marsch schon direkt nach der Begegnung im Frankfurter Stadtwald: „Unser Tor war hilfreich, es gibt uns ein wenig Hoffnung.“ Der Fußballlehrer hätte noch motiviert anfügen können: Gemmas au – Gehen wir‘s an.

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