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Saisonziel der Eintracht? „International spielen“

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Von: Daniel Schmitt

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Aufsichtsrats-Boss Philip Holzer, eingerahmt von Ikone Karl-Heinz Körbel und Ex-Kapitän David Abraham. Foto: FR-Archiv.
Aufsichtsrats-Boss Philip Holzer, eingerahmt von Ikone Karl-Heinz Körbel und Ex-Kapitän David Abraham. Foto: FR-Archiv. © Joachim Storch

Eintracht-Boss Philip Holzer ist „zufrieden“ mit der Entwicklung der Frankfurter Mannschaft, die erneut nach Europa führen soll.

In diesen Zeiten, in denen in Frankfurt relativ häufig über die Champions League gesprochen wird, über bevorstehende Sternstunden in der Königsklasse des Fußballs, Achtelfinale, Neapel, auch Rang vier in der Bundesliga, der tunlichst verteidigt werden soll in der zweiten Saisonhälfte, um sich erneut zu qualifizieren für Europas Elite. Ja, in diesen fürwahr erfolgreichen Zeiten, hält es Philip Holzer für angebracht und bedeutend, die nicht so ferne Vergangenheit nicht zu vergessen.

2016, Relegation gegen Nürnberg, eine Begegnung Spitz auf Knopf, bei der nicht nur der kurzfristige Erstligaverbleib auf dem Spiel stand, sondern mindestens mal die mittelfristige Zukunft des Klubs. Die DFL habe damals gefordert, so der Eintracht-Aufsichtsratsvorsitzende am Montag beim Hessischen Rundfunk, „dass wir Liquidität nachweisen. Die Banken hatten uns für den Freitag eigentlich eine Kreditlinie zugesagt, am Freitag hieß es dann, dass es die nicht gibt. Wir mussten aber bei der DFL am Montag einen knapp zweistelligen Millionenbetrag als Sicherheit einzahlen“, erzählte Holzer. Drei Gönner reagierten, zahlten, sicherten den Spielbetrieb ab, einer von ihnen war Holzer selbst, das sagte er aber nicht. „Das war ein intensives Wochenende, sehr prekär.“ Nicht nur sportlich.

Heute, keine sieben Jahren später und doch gefühlt vor einer Ewigkeit, sind derlei Rettungen auf den letzten Drücker weit weg. „Schön, wenn die Dinge, die man vor Jahren angeschoben hat, Früchte tragen“, sagt Holzer. Der einstige Investmentbanker kann die Entwicklung selbst nicht immer glauben. Einst, 2012, titelte die FR, die Eintracht solle sich am FC Arsenal orientieren und den Weltklub als Beispiel nehmen. Das hatte Holzer in dem FR-Interview zwar gesagt, er war dann aber selbst über die Wucht der Schlagzeile überrascht. 2019 folgten schließlich die direkten Duelle gegen die Nordlondoner in der Europa League, zwar eine 0:3-Niederlage im Hinspiel, aber ein 2:1-Sieg in England, „unglaublich“, wie der Eintracht-Boss noch heute findet.

Doch der Sohn des jahrelangen FR-Chefredakteurs Werner Holzer lebt nicht nur in der Vergangenheit, genau das Gegenteil ist bei ihm der Fall, das gute Gespür für Aktualität und künftige Entwicklungen zeichnet ihn und die anderen Verantwortlichen bei den Frankfurtern besonders aus. Anders wäre ein derartiger Erfolg wie der jetzige kaum möglich.

Also bleiben die Ziele weiterhin hoch, für Trainer Oliver Glasner, für Sportvorstand Markus Krösche - Stichwort: Champions-League-Qualifikation - und auch für den Vorsitzenden Philip Holzer: „Das Saisonziel ist definitiv, international zu spielen. Wir haben eine Mannschaft mit hoher Qualität und ein hervorragendes Trainerteam.“

Ob die Eintracht wieder einen Pokal holen werde, wisse er nicht, logisch. „Aber ich bin sehr zufrieden mit der Saison.“ Daher rate er auch allen Fans, in der Gegenwart zu leben: „Genießt es, dieser Erfolg ist keine Selbstverständlichkeit.“

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