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Von der Rolle: Stefan Reinartz (l.).
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Von der Rolle: Stefan Reinartz (l.).

Eintracht Frankfurt

Veh ruft den Abstiegskampf aus

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Trainer Armin Veh will realistisch den "Ist-Zustand" der Eintracht beurteilen und senkt die Erwartungen an die Saison. Den Spielern fehle es an der Siegermentalität, kritisiert er. Einen Rücktritt schließt Veh aus.

Das neue Saisonziel rief der Frankfurter Trainer Armin Veh praktisch in einem Nebensatz aus: den erfolgreichen Kampf gegen den Abstieg. Angesichts der „beschämenden“ Leistung im Pokalspiel gegen Erzgebirge Aue und dem derzeit schlappen Auftreten seiner Mannschaft, habe er „realistisch den Ist-Zustand“ zu beurteilen: Ein Blick nach oben verbiete sich, „das wäre fatal“, viel mehr „müssen wir darum kämpfen, drei Mannschaften hinter uns zu lassen“, sagte Veh überraschend. Eigentlich sei er ja einer, der gerne träumt, manchmal auch von einem siebten Platz in der Bundesliga.

„Aber ich sehe, was wir gezeigt haben, und ich sehe, welche Aufgaben noch vor uns liegen. Wir wollen mehr, können aber nicht. Wir sind nicht stabil. Und große Sorgen mache ich mir, weil wir ganz wenige Torchancen herausspielen.“ Die Krise bei Eintracht Frankfurt scheint größer als gedacht, wenn die Ziele des Klubs, die vorher deutlich höher gesteckt waren, bereits nach zehn Spieltagen so radikal nach unten korrigiert werden müssen.

Der Coach will nichts von Untergangsstimmung wissen. „Dass wir auf Platz zwölf stehen, ist kein Weltuntergang“, sagte Veh, ihm sei aber der Ernst der Lage bewusst. Was ihm vor allen Dingen bei der Fehleranalyse aufgefallen ist, sind die „vielen Ausfälle“. Viel zu viele Spieler seien außer Form. Die FR hatte bereits einen erschreckenden Leistungsabfall von gleich sieben Stammspielern festgestellt. Exemplarisch nannte Veh Stefan Reinartz, der eine überragende Vorbereitung gespielt hätte, jetzt aber „von der Rolle“ sei.

Veh schließt Rücktritt aus

„Eigentlich haben wir das Potenzial“, sagte Veh. Dass es nicht abgerufen werde, sei ein „mentales Problem“. Dazu habe man in der Mannschaft nicht die Führungsspieler, die die Ärmel hochkrempeln und den Karren allein aus dem Dreck ziehen. „Der Charakter der Mannschaft ist in Ordnung“, nur fehle es „den Jungs an der Siegermentalität. So sind wir nicht gestrickt.“ Und „über seinen Schatten springen, kann keiner“. In kritischen Situationen müsse man anders reagieren. Es bringe auch nichts, jetzt draufzuhauen. „Das wäre Aktionismus, das mache ich nicht“, sagte Veh, der dennoch am Mittwoch in einer gut 40-minütigen deutlichen Ansprache die Schmach von Aue mit dem Team aufarbeitete.

Kritik übte indes Vorstandsboss Heribert Bruchhagen. „Ich denke schon, dass wir Leute haben, die das Team führen können“, sagte er dem „Kicker“, „doch die haben im Augenblick mit sich selbst zu kämpfen und müssen sich verbessern.“ In der Bundesliga gewannen die Hessen von den vergangenen sechs Partien nur eine, zuletzt 2:1 in Hannover. „Wir sind unzufrieden mit den individuellen Leistungen unserer Spieler“, krittelte Bruchhagen: „Jeder muss intensiv daran arbeiten, sich zu verbessern.“

Ausgerechnet in dieser Phase kommt der FC Bayern München in den Stadtwald (Freitag, 20.30 Uhr). Auf die kriselnden Frankfurter kommt „das schwerste Spiel der Saison“ zu gegen „den stärksten Gegner in einer Wahnsinnsform“, sagte Veh. Die Bayern „stehen über allem“. Und doch käme es Veh nicht in den Sinn, mit einem 0:2 oder 0:3 zufrieden zu sein, „auch wenn das realistisch“ sei. „Wir müssen uns zumindest besser präsentieren und versuchen, dieses Spiel zu gewinnen. Das ist doch das Wesen des Sports, darum geht es doch“, egal wie schier übermächtig der Widerpart sei. „Wir wollen das beste aus uns rausholen.“

Der Trainer machte zudem deutlich, dass er keineswegs amtsmüde sei oder erneut mit einem Rücktritt wie im November 2014 beim VfB Stuttgart liebäugele. „Das können sie ausschließen“, sagte der 54-Jährige. „Ich gebe nicht auf.“ Außerdem genießt Armin Veh weiterhin die vorbehaltlose Rückendeckung von Mannschaft, Vorstand und Aufsichtsrat.

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