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Rückkehr des Leithammels

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Von: Frank Hellmann

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Laut, meinungsstark, gut: Torwart Rafal Gikiewicz ist zurück. Foto: Imago images
Laut, meinungsstark, gut: Torwart Rafal Gikiewicz ist zurück. Foto: Imago images © Imago/Revierfoto

Beim FC Augsburg steht endlich wieder der emotionale Leader Rafal Gikiewicz im Tor

Seine Mimik, die weit aufgerissenen blauen Augen vor allem, gehören inzwischen zum FC Augsburg wie die Puppenkiste zur Fuggerstadt. Rafal Gikiewicz, geboren in Olsztyn, der Hauptstadt der Woiwdschaft Ermland-Masuren in Polen, ist inzwischen eine Institution und Identifikationsfigur beim notorischen abstiegsgefährdeten Bundesligisten, nachdem er 2020 von Union Berlin zu den bayrischen Schwaben wechselte. Genau wie an der Alten Försterei gibt er einen Torwart, an dem sich alle aufrichten können.

Emotionaler Leader, der spektakulär die Bälle hält und klar seine Meinung artikuliert. Und notfalls auch noch Tornetze repariert, wenn sie kaputt gehen. Als Pole müsse er das können, sagte er damals lapidar in die Fernsehkamera. Reporter reden gerne mit diesem Tormann, der sich nie um eine klare Meinung drückt.

Wenn was schiefläuft – und das kommt bei einem Verein wie dem FCA nun mal vor – dann schießt er mit seinen Aussagen auch mal übers Ziel hinaus, aber wer Gikiewicz kennt, weiß eigentlich, worum es ihm geht. Totale Leidenschaft für den Fußball leben. Anders wäre auch er nicht so weit gekommen, als er 2014 zu Eintracht Braunschweig wechselte. Der Traditionsverein war damals gerade in die 2. Liga abgestiegen. Gikiewicz ist inzwischen ein etablierter Bundesliga-Torhüter, der 111-mal zwischen den Pfosten stand, und natürlich stand die Augsburger Nummer eins auch an den ersten acht Spieltagen unter der Latte, bis ihn ein schlimmer Pferdekuss im Spiel beim Aufsteiger FC Schalke 04 (3:2) ausbremste.

Schwere Einblutung

Sein Arbeitgeber kommunizierte die Verletzung nicht näher, denn in Wahrheit war es nach dem Zusammenstoß mit Simon Terodde zu einer Einblutung in den Oberschenkel gekommen. Deshalb fehlte er vier Spiele. Sein Vertreter, der Tscheche Tomas Koubek, einst mal für 7,5 Millionen Euro verpflichtet, machte seine Sache zwar nicht schlecht, aber nach zwei Niederlagen und zwei Unentschieden mit neun Gegentoren sehnen alle das Gikiewicz-Comeback herbei. Im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt steht der 35-Jährige wieder zwischen den Pfosten

„Wir haben jeden Tag mehr trainiert mit ihm“, verriet Trainer Enrico Maaßen auf der Pressekonferenz am Donnerstag. Wenn sich ein Stammkeeper fit fühle, „wird er spielen – denn die Rollen sind klar verteilt.“ Der FCA-Coach geht davon aus, dass der Schlussmann viel zu tun bekommen wird. Frankfurt sei eben eine „richtig gute Mannschaft“ – bei der auch „Euphorie da sein wird.“

Sein Team müsse dagegenhalten, zumal ihm mit Carlos Gruezo und Elvis Rexbecaj (beide fünfte Gelbe Karte) zwei Mittelfeldspieler ausfallen, die eine gewisse Stabilität verkörpern. Um zu punkten, wird es einen starken Rückhalt brauchen. Rafal Gikiewicz ist einer.

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