Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Trägt bald wieder die Farben von Eintracht Frankfurt: Danny da Costa, hier im Trikot von Mainz 05.
+
Trägt bald wieder die Farben von Eintracht Frankfurt: Danny da Costa, hier im Trikot von Mainz 05.

SGE

Eintracht Frankfurt: Der Ausgemusterte kehrt zurück

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
    schließen

Weil Adi Hütter weg ist, kommt Danny da Costa nach der Leihe zu Mainz 05 zurück zu Eintracht Frankfurt. Nichts verband ihn mehr mit dem Ex-Trainer.

Frankfurt - Ehe der neue Sportvorstand von Eintracht Frankfurt, Markus Krösche, die Entscheidung getroffen hatte, ein BWL-Studium zu beginnen, weil es mit der ganz großen Fußballerkarriere doch nichts werden würde, ist er in die Jahrhundertelf des SC Paderborn gewählt worden, 2007 war das und Markus Krösche 27 Jahre alt.

Nun ist das ja ganz nett, Jahrhundertspieler in der Provinz zu sein, aber Markus Krösche von Eintracht Frankfurt war selbstkritisch genug zu wissen, nicht „der Megaspieler“ gewesen zu sein, „zu langsam, kein guter Schuss, meine individuellen Fähigkeiten waren eher unterdurchschnittlich“. Andererseits wusste er aber, auf der Sechs im zentralen Mittelfeld in mehr als 350 Spielen für Paderborn in zweiter und dritter Liga am Ball, wie der Hase läuft, „weil ich das Spiel verstanden habe.“

Eintracht Frankfurt: Danny da Costa kehrt zurück

Dieser Blick aufs Ganze hilft dem inzwischen 40-Jährigen Krösche heute bei Personalentscheidungen, eine seiner ersten bei Eintracht Frankfurt war: Danny da Costa zurückzuholen und Dominik Kohr weiter an Mainz 05 auszuleihen. Für Kohr ist aktuell kein Platz im Frankfurter Mittelfeld, und so furchtbar überzeugt ist man offenbar nicht von den Fähigkeiten des „Hardkohr“ genannten Profis, weil er, anders als alle anderen Leihspieler, nicht einmal, wenigstens kurzfristig, zum Vorspielen beim neuen Trainer Oliver Glasner zur Eintracht zurückkehren wird.

Man kennt seine Pappenheimer, und bei da Costa, den Krösche aus eigener Anschauung aus seiner Leverkusener Zeit kennt, ging der Daumen nach oben. Zwischen 2015 und 2017 war Krösche unter Roger Schmidt Co-Trainer bei der Werkself, ein Jahr habe er mit dem rechten Außenverteidiger zusammengearbeitet. „Danny kenne ich mit all seinen Fähigkeiten, die er hat, und seinen Wert für die Gruppe“, sagt Krösche, der einmal gegen da Costa gespielt hat, 2013 war es, Krösche im Trikot von Paderborn, da Costa beim FC Ingolstadt.

Danny da Costa wird Eintracht Frankfurt gut tun

Und Danny da Costa, seit kurzem auch Vater eines Jungen, würde Eintracht Frankfurt gut tun, nicht nur als Typ, sondern vornehmlich sportlich, kann er doch gleich zwei Positionen im (womöglich neuen) System übernehmen, Glasner hat in Wolfsburg in der letzten Saison erfolgreich meist in einem 4-2-3-1-System gespielt, und dabei großen Wert auf eine stabile Defensive gelegt. Die Wölfe, die vor der Eintracht Vierter wurden, kassierten nur 37 Gegentore, die zweitwenigsten, spielten 14-mal zu Null. Die Hessen ließen dagegen 53 Tore zu, mehr kassierte von den Top Sieben-Teams keiner. Hier gibt es also für Glasner ein paar Stellschrauben, an denen er drehen kann und womöglich sollte.

Als rechtes Glied in einer Viererkette ist Danny da Costa bestens aufgehoben. Er fühlt sich da pudelwohl, auch weil er von seiner Herangehensweise defensiv denkt und zunächst seine rechte Seite dicht bekommen möchte, ehe er zu seinen offensiven Läufen ansetzt. Auf der anderen Seite, der linken, steht in Neuzugang Christopher Lenz von Union Berlin ebenfalls ein Außenverteidiger bereit, der in einem taktischen Konzept mit vier Defensiven spielen kann. Martin Hinteregger, Evan Ndicka, beide allerdings Linksfüßer, und Tuta, mit Abstrichen Stefan Ilsanker stünden für die zentralen abwehrenden Kräfte parat. Aber da ist angesichts eines langen Transfersommers ohnehin nicht das letzte Wort gesprochen. Filip Kostic würde in diesem System dann weiter vorne postiert werden müssen. Aber auch eine Flügelzange mit Kostic und da Costa in der Form aus der Saison 2018/19 wäre für Eintracht Frankfurt wünschenswert.

Danny da Costa und Adi Hütter hatten ihre Differenzen

Da Costa dürfte die Rückkehr zu Eintracht Frankfurt nicht besonders schwer fallen - jetzt, da Trainer Adi Hütter Vergangenheit im Stadtwald ist. Es war ja ein offenen Geheimnis, dass beide zum Schluss nicht mehr miteinander konnten, dass da Costa gehemmt aufspielte, alles Selbstvertrauen verloren und Angst vor Fehlern hatte. Er verkrampfte immer mehr und konnte seine Leistungen nicht mehr abrufen. Der in Neuss geborene Profi ist ein Spieler, der das Vertrauen des Trainers spüren muss, um seine Qualitäten auf den Platz zu bringen. Das hatte er zuletzt unter Hütter nicht, er spielte kaum, wurde nach leichten Patzern gleich wieder aus der Elf genommen. „Jeder Spieler, auch ich, spielt besser, wenn er das Gefühl hat, ein Trainer glaubt an ihn“, sagte er mal.

Konkurrenz von Danny da Costa bei Eintracht Frankfurt nicht unüberwindbar

Insofern war die Ausleihe im Winter nach Mainz für den sensiblen, klugen Kopf ein einziger Segen. 16 von 17 möglichen Spielen absolvierte er für die Nullfünfer, er gehörte sofort zu den Leistungsträgern und zu jenen, die großen Anteil am wundersamen Klassenerhalt des Nachbarn hatten. Allein sein allererstes Spiel für Mainz, im Januar gegen RB Leipzig, zeigte die Befreiung: So mutig da Costa das siegbringende 3:2 vorbereitete, hat er bei Eintracht Frankfurt in der ersten Halbserien (als er nur zu sechs Kurzeinsätzen kam) kaum noch aufgespielt. Da hat er, aus Angst vor Fehlern, viel zu oft den Sicherheitspass gewählt, statt auf eigene Faust etwas zu probieren. Aber genau dieses Wilde, Ungezähmte hat Danny da Costa in der Saison 2018/19 so stark gemacht und ihm zum quasi unersetzlichen Spieler werden lassen.

Das ist weiterhin sein Anspruch. Dazu kommt, dass die Konkurrenz auf seiner Seite nicht unüberwindbar erscheint: Mit Erik Durm, der sich in der abgelaufenen Runde auf rechts festgesetzt hatte, kann sich da Costa allemal messen, auch Timothy Chandler ist alles andere als unantastbar. Die Rückkehr des Danny da Costa zu Eintracht Frankfurt macht Sinn. (Thomas Kilchenstein)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare