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Lass dich umarmen, Caio. Der Brasilianer (M.) hat gerade das 1:0 geschossen, Köhler, Tzavellas, Russ und Altintop (v.l.) freuen sich mit.
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Lass dich umarmen, Caio. Der Brasilianer (M.) hat gerade das 1:0 geschossen, Köhler, Tzavellas, Russ und Altintop (v.l.) freuen sich mit.

Starker Auftritt im Pokal

Rosige Aussichten

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt spielte im DFB-Pokal auch ohne ihre beiden Besten mit verblüffender spielerischer Leichtigkeit und Reife. Nun reist die Mannschaft mit breiter Brust nach St. Pauli.

Wenig ärgert den Frankfurter Trainer Michael Skibbe mehr, als wenn eine von ihm angeleitete Mannschaft in einem Spiel auf verlorenem Posten steht und chancenlos einer Niederlage entgegentaumelt. Dann kann der Mann grantig werden und in seiner Wut auch ungerecht. Als am Mittwochabend, der fulminant herausgespielte 5:2 (3:1)-Kantersieg im DFB-Pokal gegen den Hamburger SV war gerade ein paar Minuten alt, die Rede darauf kam, zu was diese Frankfurter Mannschaft noch alles in der Lage sei, da hat der Eintracht-Trainer nicht lange nachdenken müssen: „In 34 Bundesligaspielen konkurrenzfähig zu sein.“

Konkurrenzfähig also. Das klingt auf den ersten Blick banal, ja selbstverständlich. Wer in der ersten Liga spielt, ist konkurrenzfähig, sollte man meinen. Aber für Skibbe geht der Begriff weiter. Konkurrenzfähig bedeutet: auf Augenhöhe sein, gleichwertig, ernst genommen zu werden, in jedem Spiel eine Siegchance zu haben ? egal, wer der Gegner ist. Wie gegen den HSV. Gegen den hatte die Eintracht schon zu Beginn der Runde gespielt, Ende August, und 1:3 verloren. Zwei Tore in der Schlussphase besiegelten die Niederlage, ärgerlich sei das, sagte damals der Frankfurter Fußball-Lehrer.

Eintracht ist gereift

Ziemlich genau zwei Monate später stand eine andere Frankfurter Mannschaft auf dem Platz und hat die eher pomadig bis lustlos agierenden Hanseaten deutlich in die Schranken gewiesen. In diesen beiden Monaten ist die Eintracht gereift, hat sich nach dem Stolperstart gefunden, funktioniert jetzt als Kollektiv. Die Entwicklung zum Positiven jedenfalls ist unübersehbar. Damals, vor zwei Monaten, saß Theofanis Gekas nach einem schwachen Debüt in Hannover auf der Bank, jetzt erzielte er wieder zwei Tore und holte den Elfmeter heraus. Ein wahres Phänomen, er hat jetzt in elf Pflichtspielen neun Tore erzielt.

„Jeder läuft für den anderen“, sagt Dauerläufer Pirmin Schwegler, man habe als Team überzeugt. „Wir sind als Mannschaft sehr kompakt aufgetreten“, assistierte Halil Altintop, dem endlich mal wieder ein Pflichtspieltor gelungen war, wenn auch nur aus elf Metern. „Fußballerisch“, sagte Skibbe, „sind wir auf hohem Niveau aufgestellt“. Mittlerweile spielt Eintracht Frankfurt einen erstaunlich attraktiven Fußball, technisch sehr ansprechend, ball-und kombinationssicher. „Spielerisch hat die Mannschaft gezeigt, was sie für ein Potenzial hat“, sagte Skibbe. Jedes Problem auf dem Feld soll spielerisch gelöst werden, daran halten sich die Balltreter verblüffend genau. Die Handschrift des Trainers, der genau das immer und immer wieder im Training üben lässt, ist inzwischen unverkennbar. „Wir waren von Anfang an von unserem Fußball überzeugt“, sagte Schwegler, auch als es noch nicht so lief und Punkte ausblieben. Inzwischen stimmen auch die Ergebnisse.

Chris trainiert schon wieder

Auch wenn Skibbe natürlich noch ein paar Haare in der Suppe fand: Es mangelte noch an der Abgeklärtheit, dazu fehlte es bisweilen an der Ruhe beim Passspiel, schließlich sei der Gegner zu schnell zu den Toren gekommen. „Wir hatten deutlich mehr Probleme, als es das 5:2 aussagt.“ Die Aussichten sind dennoch im Achtelfinale, das am Sonntag ausgelost wird, rosig, sind doch in Bayern, Wolfsburg, Hoffenheim oder Schalke nur noch vier Schwergewichte im Rennen.

Was zudem auffiel: Die Mannschaft zeigte diese verblüffende spielerische Reife auch ohne ihre beiden Besten, nämlich Chris und Alexander Meier. Ob der Brasilianer am Samstag auf St. Pauli wird spielen können, ist noch offen. Am Donnerstag trainierte er freilich wieder mit der Mannschaft, er glaubt, seine muskulären Probleme im Oberschenkel bis zum Samstag in Hamburg in den Griff zu bekommen. „Ich will auf jeden Fall spielen.“ Mit der Bandscheibe habe die Blessur nichts zu tun. Sicher ist allerdings, dass Meier drei bis vier Wochen ausfallen wird. Er hat sich laut ärztlichem Bulletin in den ersten zehn Minuten des Spiels einen „schweren Muskelfaserriss“ zugezogen. Für ihn läuft es in dieser Runde wirklich nicht rund, erst verlor er wegen einer Verletzung seinen Stammplatz, nun muss er erneut passen.

Nun also St. Pauli, der Aufsteiger. Früher hätte man Wetten abschließen können, dass dort nichts zu holen sein wird. Und heute? „Wir dürfen uns nicht als Favorit fühlen“, sagte Skibbe. Aber breit ist die Brust allemal.

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