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Jan Rosenthal (l.) trainiert noch bei der Eintracht mit.

Eintracht Frankfurt Rosenthal

Rosenthal vor Wechsel nach Darmstadt

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Der bei der Eintracht im Abseits stehende Profi Jan Rosenthal würde sich gerne den Lilien anschließen: Ein Leihgeschäft bis zum Sommer ist geplant. Auch unter Thomas Schaaf bekommt der frühere Hannoveraner keine Chance.

Eintracht-Offensivkraft Jan Rosenthal wird den Frankfurter Bundesligisten verlassen. Zunächst aber nur auf Leihbasis bis Saisonende. Dem Vernehmen nach wird er sich dem SV Darmstadt 98 anschließen, dem südhessischen Nachbarn aus der zweiten Liga.

„Er will sich für fünf Monate einer neuen Herausforderung stellen“, sagte Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner der FR. Der 28-Jährige hat auch Angebote vom Stadtrivalen FSV Frankfurt und dem VfL Bochum vorliegen, beides Kellerkinder der zweiten Liga. Rosenthal reizt aber die Perspektive, mit den drittplatzierten Darmstädter Lilien um den Aufstieg in die Bundesliga zu kämpfen. Einen Umzug innerhalb Deutschlands schließt er zunächst aus: „Ich möchte in der Region bleiben.“

Der Ex-Freiburger, der bei der Eintracht nie Fuß fassen konnte und in dieser Saison auch aufgrund einer langen Krankheit noch nicht zum Einsatz kam, ist bereit, auf Gehalt zu verzichten, er möchte einfach wieder spielen. Er will sich beweisen, zeigen, dass mit ihm noch zu rechnen ist. Die Zeit in Frankfurt war für ihn eine zum Vergessen.

Die Eintracht hat ihn freigestellt, damit er bis zum Wochenende seine Zukunft klären kann. „Es ist für ihn wichtig, dass er zum Spielen kommt“, sagte Sportdirektor Bruno Hübner. Im Sommer werde man sehen, wie es weitergehe. Rosenthals Vertrag bei der Eintracht  läuft noch bis 2016. Dass er tatsächlich noch mal für die Eintracht aufläuft, scheint jedoch eher unwahrscheinlich.

Keine Chance unter Schaaf

Die Eintracht und Jan Rosenthal – das ist ein einziges großes Missverständnis. Der sensible Offensivspieler hat keine tiefen Spuren hinterlassen können, er hat in der vergangenen Saison 18 Spiele gemacht und zwei Tore geschossen, keine unwichtigen im Übrigen (das 1:1 gegen Augsburg und das 1:1 gegen Stuttgart, Endstand 2:1). Doch er stand sich häufig selbst im Weg. Er ist sicher kein pflegeleichter Profi, ist ein Grübler, er hat seinen eigenen Kopf, was ganz sicher nicht schlecht ist. Es muss nur gemeinverträglich sein. Ex-Trainer Armin Veh war der Meinung, das sei es nicht mehr. Der Fußballlehrer war zum Ende seiner Amtszeit hin von Rosenthal, gelinde gesagt, genervt, einigen Mitspielern ging es ähnlich.

Doch im Sommer wollte der frühere Hannoveraner einen neuen Anlauf nehmen, durch den Wechsel auf der Kommandobrücke von Armin Veh zu Thomas Schaaf rechnete er sich Chancen aus, wieder verstärkt in den Fokus zu rücken. Doch es dauerte nicht lange, da war klar, dass Rosenthal, Spitzname Rosi, auch bei Schaaf keine große Rolle spielen würde.

Rosenthal wurde krank, kam nur schwerlich auf die Beine, und als es ihm besser ging, da eröffnete ihm die Sportliche Leitung, dass es wohl besser sei, man ginge getrennte Wege. Im Trainingslager in Abu Dhabi stimmte er einem Vereinswechsel zu, obwohl sein Vertrag in Frankfurt gut dotiert ist. Nun nimmt er einen neuen Anlauf, in der zweiten Liga,  sehr wahrscheinlich unweit  der Stadt, die ihm nicht besonders viel Glück gebracht hat. Es kann eigentlich nur besser werden.

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