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Aufgeheizte Stimmung vor dem Spiel.

Eintracht-Fans bei Lazio Rom

Roms Bürgermeisterin spricht von "Bestien"

Eintracht-Fans liefern sich vor dem Spiel bei Lazio Rom Auseinandersetzungen mit der Polizei. Auch im Stadion kommt es zu Ausschreitungen. Die Klubführung zeigt sich entsetzt über das Fehlverhalten.

Roms Bürgermeisterin hat einige Fans von Eintracht Frankfurt nach Unruhen beim Spiel gegen Lazio als „Bestien“ bezeichnet. „Hooligans aus Deutschland haben heute Abend im Grunde Teile unserer Stadt geplündert und verwüstet“, klagte Virginia Raggi am Donnerstagabend in einer italienischen Talkshow. „Fans wollen wir, Bestien nicht“.

„Bei mir kommt keine richtige Freude über das Spiel und den Sieg auf“, sagte Eintracht-Vorstand Axel Hellmann am Donnerstag. „Wir haben kein gutes Bild abgegeben.“ Während des ganzen Spiels wurden Böller gezündet. Vor dem Anpfiff hatten sich Frankfurt-Fans Auseinandersetzungen mit der römischen Polizei geliefert. „Das schadet extrem“, meinte er. Die Eintracht muss nun mit einer Strafe durch die Europäische Fußball-Union rechnen. Hellmann: „Dass dies geahndet wird, ist lebensnah.“

„Eine kleine Gruppe hat das Spiel missbraucht, um ihre private Auseinandersetzung mit Lazio Rom zu führen“, betonte er. „Diese kleine Gruppe nimmt alle anderen Fans in Sippenhaft, was die Wahrnehmung und Stimmung betrifft. Das schadet Eintracht Frankfurt“, sagte Hellmann, der ankündigte, diesen radikalen Fans energisch gegenüberzutreten. „Wir werden die nie ganz raus bekommen aus dem Stadion. Aber wir müssen daran arbeiten, dass diese Kräfte sich nicht austoben können.“

Dabei hätte der Bundesligafünfte nach der makellosen Bilanz mit sechs Erfolgen in der Gruppenphase allen Grund zur ungetrübten Freude gehabt. Denn dies gelang zuvor noch keinem anderen deutschen Verein. „Ich habe einen absolut verdienten Sieg gesehen und bin absolut stolz darauf, in Deutschland einen Rekord aufgestellt zu haben“, sagte Frankfurts Cheftrainer Adi Hütter.

Bereits vor dem Anpfiff im Rom war es zu Zusammenstößen der deutschen Fans mit der Polizei gekommen. Sechs Eintracht-Anhänger wurden vor dem Spiel festgenommen, sagte ein Polizeisprecher in Rom. Einige deutsche Fans hätten sich am Olympiastadion dem Zugang der Lazio-Fans genähert. Als die Polizei sie aufhalten wollte, seien Rauchbomben und Knallkörper geflogen. Auf einem Video sieht man, wie die Polizei auch Wasserwerfer einsetzte. Zusammenstöße mit den Lazio-Fans habe es nicht gegeben, berichtete die Polizei. Acht weitere Deutsche und ein Italiener seien vorübergehend festgesetzt worden, weil sie Brandkörper oder Drogen ins Stadion schmuggeln wollten.

Mehrere Fans waren nach Angaben der Polizei in einen Supermarkt gerannt und klauten dort Alkohol und Lebensmittel. Bilder zeigten zudem eine vollkommen vermüllte Piazza del Popolo im Zentrum der Stadt.

Die Nachrichtenagentur Ansa berichtete am Freitag, dass zwei deutsche Fans nach dem Spiel von Lazio-Anhängern verprügelt worden seien und im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Insgesamt waren zur Partie am Abend rund 9000 Fans aus Frankfurt im Stadion, darunter 400, die der Ultra-Szene zuzurechnen sind. Die römische Polizei hatte rund um das Spiel im Stadio Olimpico umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen getroffen. (dpa/FR)

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