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Hat den Blick für die Jugend: Alexander Schur.

Eintracht Frankfurt

Der richtige Mann für die Schnittstelle

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Alex Schur könnte vom Nachwuchs zu den Profis aufsteigen und eine Lücke in der Schnittstelle schließen.

Ehe es wieder so richtig losgeht, ist Alexander Schur schon mal losgegangen. In diesen Tagen, kurz vor dem Trainingsstart am kommenden Mittwoch, hat der Trainer der U19 ein paar Tage ausgespannt, in den Bergen Österreichs war er wandern, hat die Seele baumeln lassen und den Akku wieder aufgeladen. Er hat ja einiges hinter sich gebracht in den letzten Monaten; die A-Jugend von Eintracht Frankfurt vor dem drohenden Abstieg zu bewahren, hat einiges an Kraft gekostet. Schur hat die Jungs übernommen, als sie fast schon rettungslos ins Hintertreffen geraten waren und dann am Ende doch noch relativ souverän in den sicheren Hafen geführt. So etwas will Alexander Schur nicht nochmal erleben.

Womöglich aber wird der 43-Jährige in dieser Saison noch mehr Stress haben.

Denn bei seiner Vorstellung als neuer Cheftrainer hat Armin Veh die Überlegung angestellt, möglicherweise auch Alexander Schur in irgendeiner Form in den Trainerstab der Profimannschaft einzubinden. Das sei „angedacht“, sagte seinerzeit der Cheftrainer, er schätze Schur, seitdem dieser bei ihm ein Praktikum absolviert habe. Auch Schur hält eine Zusammenarbeit für sinnvoll, gerade was eine bessere Verzahnung zwischen Verein und Profiabteilung angeht. „Ich bin offen dafür, bin lernwillig, das ist eine gute Sache.“

Allerdings ist die Sache noch nicht in trockenen Tüchern. Seitdem habe es mit Armin Veh ein Gespräch gegeben, sagt Schur. Man sei übereingekommen, sich noch einmal zusammenzusetzen und Details zu besprechen. „Die Idee halte ich grundsätzlich für eine sehr gute. Das ist der richtige Schritt“, sagt der ehemalige Eintracht-Profi. Schur hatte nach der Abmeldung der U23-Mannschaft am Riederwald als Nachwuchs-Cheftrainer fungiert und dabei eine Reihe von Strategien und Konzepten entwickelt. Als die A-Jugend aber immer mehr ins Trudeln geraten war, hat er den Posten von Daniyel Cimen übernommen, der in der kommenden Runde Rot-Weiss Frankfurt trainieren wird. Schur wird der U19 – mit Co Uwe Bindewald – in der neuen Saison treu bleiben, die Stelle des Nachwuchs-Cheftrainers ruht.

Gerade weil es bei Eintracht Frankfurt keine zweite Mannschaft mehr gibt, haben U17 und insbesondere U19 gehörig an Bedeutung gewonnen. Dort sollen die besten Trainer arbeiten, um den Nachwuchs optimal zu fördern. Ideal wäre es, in der Jugendabteilung würde auch die gleiche Spielphilosophie vertreten wie bei der ersten Mannschaft. Sinnvoll wäre auch eine höhere Durchlässigkeit. „Wir verstehen uns als Zulieferer für die Profis“, sagt Schur. Marc Stendera, Sonny Kittel, Luca Waldschmidt und, jetzt aktuell, der 17 Jahre alte Enis Bunjaki, der einen Zweijahresvertrag bei den Profis erhalten hat, sind da aktuelle Beispiele für Spieler, die aus der eigenen Jugend hochgezogen werden konnten. „Die Jungs aus der A-Jugend brauchen Begleitung“, weiß Schur, „damit der Übergang von der Jugend zu den Senioren harmonisch verläuft“.

Nicht halbherzig

Alle Beteiligten sind sich weitgehend einig, dass Alex Schur genau der richtige Mann wäre für diese Position an der Schnittstelle zwischen Jugend- und Profibereich. Als Coach hat Schur einiges an Erfolg aufzuweisen, nicht nur den Klassenerhalt der A-Jugend. Er gewann auch vor fünf Jahren mit der B-Jugend die Deutsche Meisterschaft. Und es gibt nicht wenige, die trauen dem Familienvater zu, irgendwann auch die Profimannschaft der Eintracht zu trainieren.

Nur kann sich der 43-Jährige nicht zerteilen. Und die A-Jugend ist zu wichtig, um sie nur halbherzig zu betreuen. „Das muss zwischen Bruno Hübner und dem Leistungszentrum alles sehr genau besprochen werden“, sagt Schur. Denkbar ist auch, dass Schur an bestimmten Tagen in der Woche beim Training der Profis zugegen sein könnte. Vielleicht auch öfter: Im am übernächsten Samstag beginnenden Trainingslager, das die Eintracht ins Stubaital führt, werden sicherlich wieder einige U19-Spieler mitreisen. Wegen Länderspielen, Sonderurlaub und Verletzungen fehlen Armin Veh zum Auftakt fast ein Dutzend Profis.

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