1. Startseite
  2. Eintracht

Rentner Hinti verpatzt Debüt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Ingo Durstewitz

Kommentare

Bleibt immer ein Frankfurter Bub: Martin Hinteregger.
Bleibt immer ein Frankfurter Bub: Martin Hinteregger. © Arne Dedert/dpa

Großes Volksfest bei Hintereggers erstem Spiel in der fünften Liga – 0:3 verloren, aber eine Menge Spaß gehabt.

Das Debüt in der österreichischen Unterliga lief nun nicht unbedingt nicht wie erhofft, doch Martin Hinteregger hatte dennoch „Megaspaß“. Mit seinem Heimatklub SGA Sirnitz verlor der frühere Eintracht-Kultspieler, der erst vor wenigen Wochen seine Profikarriere beendet hat, mit 0:3 gegen den Kärntner Verein SC St. Veit. Doch das Ergebnis war nur zweitrangig, es war ein großes Fußballfest in der Gemeinde an der Glan. 1500 Fans waren gekommen, um „Hinti“ zu sehen. Rekord. Der Verteidiger lief, wie angekündigt, als Stürmer auf und hatte auch ganz gute Chancen, einmal traf er nur das Aluminium.

„Ich hätte eine der drei Chancen nützen müssen. Aber ich war trotzdem noch nie so happy, so relaxed“, sagte er der „Krone“. Auch Gegenspieler Michi Salbrechter, gleichzeitig Boss des SC St. Veit und Torschütze zum 3:0, war voll des Lobes. „Sobald er die Kugel hatte, war er brandgefährlich und nur schwer zu stoppen. Und mit dem Kopf ist er eine Klasse für sich.“ Hinteregger war natürlich mit der Rückennummer 13 aufgelaufen und gleich Kapitän seines Teams. Am Ende gab’s für „Hinti“ auch noch ein paar Bier. „Die St. Veiter haben mir eine Kiste versprochen“, sagte der Spieler, der sich, wie es so seine Art ist, viel Zeit für die Menschen nahm.

Der 29-Jährige schrieb eifrig Autogramme, posierte für Selfies und plauschte angeregt mit den eigens aus Frankfurt angereisten Fans. „Ich habe wohl mit jedem Eintracht-Fan schon einmal geredet“, sagte er. „Ich mag die Nähe zu den Menschen, zu Kindern. So war ich immer – es wäre cool, wenn es mehr solche Typen wie mich im Profifußball gebe“, sagte der Mann, der in Frankfurt absoluter Publikumsliebling war und fast schon vergöttert wurde. Weil er eben so ist, wie er ist: ein Unikum, ein schräger Typ, authentisch und echt. Nicht einmal die kurzzeitige geschäftliche Verquickung mit einem Rechtspopulisten hat seiner Popularität geschadet.

Rein sportlich gesehen hat er Nachholbedarf. „Ich brauche noch Zeit, weil ich drei Monate wie ein Rentner gelebt, nur zweimal trainiert habe. Bin ich wieder voll fit, kommen die Tore.“

Die SGA Sirnitz übrigens war kurzzeitig als Fünftligist in der Marktwerttabelle in die Top Ten aller österreichischen Klubs eingezogen und mehr wert als etwa Bundesligist Austria Klagenfurt. Das hatte der Verein seinem Hobby-Starkicker zu verdanken, dessen Marktwert zuletzt auf neun Millionen taxiert wurde. Inzwischen wurde er auf null gesetzt. (Ingo Durstewitz)

Auch interessant

Kommentare