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Fischers Herausforderer: Reiner Schäfer.

Eintracht Frankfurt Wahl

Reiner Schäfer, der Herausforderer

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Reiner Schäfer will den Machtwechsel bei Eintracht Frankfurt. „Der Präsident kümmert sich nicht um wichtige Dinge“, sagt der Herausforderer um das Amt des Präsidenten.

Reiner Schäfer weiß schon genau, welche Schlagzeile er am Montag liebend gerne lesen möchte: „Sensation – Reiner Schäfer schlägt Peter Fischer.“

Es wäre in der Tat eine Sensation, wenn der 70 Jahre alte Herausforderer den Platzhirschen aus dem Präsidentenamt bei Eintracht Frankfurt jagen würde, nach bald 15 Jahren Alleinherrschaft. Schäfer selbst gibt sich in der Öffentlichkeit kämpferisch. „Die Zeit von Herrn Fischer ist abgelaufen“, sagte er unlängst der „FAZ“. Er sagte „Herr Fischer“, dabei duzen sich die beiden und kennen sich seit bald 30 Jahren. Schäfer, Anfang der 90er Jahre für zwei Jahre Geschäftsführer bei der Eintracht und einer der ersten, die sich stärker um die Belange der Fans gekümmert hat, ist dennoch – bei allem zur Schau getragenen Optimismus – ein krasser Außenseiter.

Doch er ist einer, der Fischer auf der morgen mit großer Spannung erwarteten Sitzung mit einigen unbequemen Fragen und kritischen Beiträgen sicherlich in die Bredouille bringen will. Schäfer, der etwa vom früheren Aufsichtsratsboss Herbert Becker unterstützt wird, prangert das Geschäftsgebahren des Präsidiums an. Schäfer wirft dem Präsidium vor, nicht besonders gut gewirtschaftet zu haben. „Die wirtschaftliche Lage des Vereins ist dramatisch“, sagte Schäfer, der Fischer „Misswirtschaft“ vorwarf. „Das kann man gar nicht anders sehen.“

Im aktuellen Geschäftsjahr 2013/14 Jahr weist die Bilanz ein Plus von 350 000 Euro auf, die Verbindlichkeiten liegen allerdings bei zehn Millionen Euro. Daneben geht es um Fehler bei den Finanzbehörden, zu geringe Steuerrückstellungen, es geht um den Bau des Riederwalds, der aus Sicht des Herausforderers finanziell aus dem Ruder gelaufen sei, und im Grunde darum, dass Peter Fischer seinen Laden im Hinblick auf Finanzen nicht im Griff hätte. „Die wirtschaftlichen Verhältnisse im Verein sind nicht gut“. Der amtierende Präsident „kümmert sich um Dinge, um die er sich nicht kümmern müsste“, sagte Schäfer der FR. Andere würde er vernachlässigen.

Kein Wort über konkrete Ziele

Über seine konkreten Ziele und Absichten wollte Ruheständler Reiner Schäfer – bis 2009 viele Jahre Marketingdirektor und Geschäftsführer der Südzucker AG, davor arbeitete er 23 Jahre bei der Lufthansa – öffentlich nicht sprechen, aber „wenn alles bestens liefe, bräuchte man ja keinen Gegenkandidaten“, sagte er. Auch die Frage, ob und in welcher Form die Arbeit des Präsidenten finanziell vergütet wird, will er geklärt wissen.

Sein Küchenkabinett besteht aus Gerhard Jourdan, einem Bankkaufmann, der einst eine inzwischen verkaufte Leasingfirma führte. Und Diplom-Kaufmann Christian Geiser, aktuell noch Verwaltungsratsmitglied. Gegen ihn läuft allerdings ein Antrag auf Abwahl: Geiser habe den Gremien verheimlicht, zum Team Schäfer zu gehören.

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