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Regeln für Barcelona

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Von: Thomas Stillbauer

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Barcelona ist schön - auch der Blick auf die Sagrada Familia.
Barcelona ist schön - auch der Blick auf die Sagrada Familia. © AFP

Natürlich waren fast alle Menschen, die es sich leisten können, schon mal in Barcelona. Weil’s schön ist da. Eintracht-Fans sollten allerdings ein paar Regeln beachten.

Das war doch schon ganz gut vorige Woche, das 1:1 der Eintracht gegen den FC Barcelona. Also fürs Rückspiel alles weiter genauso machen wie bisher. Der Autor dieser stillen Zeilen hat beispielsweise immer noch die völlig abgerockten Hausschuhe an, mit denen die Eintracht bislang ungeschlappen, äh, ungeschlagen durch Europa gereist ist. Obwohl ein tipptoppes neues Paar längst bereit liegt. Man muss eben auch Opfer bringen für den ganz großen Erfolg. Apropos Opfer. Natürlich waren fast alle Menschen, die es sich leisten können, schon mal in Barcelona. Weil’s schön ist da. Man sollte allerdings ein paar Regeln beachten.

Regel 1: Wenn du ein Auto Baujahr 1980 hast, bei dem man noch den Knopf an der Fahrertür runterdrücken und die Tür zuhauen kann: Drück lieber nicht einfach den Knopf runter und hau die Tür zu, wenn der Schlüssel noch im Zündschloss steckt, und das alles mitten auf der Plaça de Catalunya in Barcelona. Sonst bist du gezwungen, die Antenne abzuschrauben, zu verbiegen, durch den Spalt überm Fenster zu pfriemeln und den Knopf hochzubugsieren. Was nicht besonders gut bei der Guardia Civil ankommt, solange du nicht beweisen kannst, dass es dein Auto ist, weil: Papiere innenliegend. Erfahrungswerte.

Regel 2: Parke dein Auto nicht irgendwo am Rande der Straße, in der dein etwas unheimliches Hotel liegt (Typ „Castelo Dracula“). Du wirst sonst das Türschloss deines Fahrzeugs am Morgen derangiert vorfinden. Sollte es sich immer noch um das Auto Baujahr 1980 handeln mit dem Autoradio Baujahr 1980, hast du vielleicht Glück, und die Interessenten entscheiden sich, das Radio lieber drinzulassen. Aber ein kaputtes Türschloss (Schraubenzieher rein, umdrehen, fertig) hast du trotzdem.

Regel 3: Nachdem du die Freunde in Barcelona aufgegabelt hast, mit denen du zu einem Talking-Heads-Konzert auf Ibiza fahren willst (jedenfalls gab es das Gerücht, die Talking Heads würden auf Ibiza spielen, ob das stimmte, werde ich nie erfahren) – gehe nicht noch schnell einen Café con leche mit ihnen trinken, während euer gesamtes Gepäck im Auto ist, das du irgendwo am Straßenrand geparkt hast. Nach der Rückkehr zum Fahrzeug ist es sonst ausgesprochen wahrscheinlich, dass auch die andere Tür ein kaputtes Schloss hat. Und eure Klamotten sind weg. Alle.

Für die Rückfahrt nach Deutschland (Ibiza fällt aus) bleiben dir dann das T-Shirt und die Boxershorts, die du am Körper trägst, und 4500 geliehene Pesetas für Benzin. Okay, das war 1985. Heute kommst du mit dem Gegenwert der 4500 Pesetas höchstens bis Montpellier. Wenn du langsam fährst. Außerdem müsstest du immer durch die Heckklappe ein- und aussteigen, weil beide Türschlösser kaputt sind, und das möchte ja auch niemand.

Sicher ist es inzwischen viel ungefährlicher, in Barcelona zu parken. Die meisten werden wohl eh mit dem Flugzeug angereist sein. Viel Erfolg allen Auswärtsfahrer:innen. Bringt was Schönes mit. Am besten das Halbfinalticket. ¡Buena suerte!

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