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Rebic rechnet ab

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Von: Ingo Durstewitz

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Wieder im Eintracht-Dress: Ante Rebic kehrt mit guten Gefühlen zurück.
Wieder im Eintracht-Dress: Ante Rebic kehrt mit guten Gefühlen zurück. © imago

Eintracht-Rückkehrer Ante Rebic lässt an seinem alten Klub AC Florenz kein gutes Haar und freut sich ungemein, wieder in Frankfurt sein zu dürfen.

Ganz zum Schluss klärt Ante Rebic dann diese doch etwas seltsame Wahl seiner Rückennummer auf, schließlich ist es eher selten, dass ein Offensivspieler mit der vier auf dem Rücken sein Unwesen treibt. Rebic, der neue, alte Bekannte im Eintracht-Gewand, schmunzelt. Eigentlich habe er die Nummer zwölf gewollt, doch die, hieß es, sei für die Fans reserviert, von wegen zwölfter Mann und so. Dann blieben noch die 16 und 36. „Haben mich nicht angesprochen“, sagt er. Dann schon eher die vier, die trage immerhin sein guter Kumpel Ivan Perisic in der kroatischen Nationalelf. „Ich denke, das passt ganz gut“, sagt Ante Rebic. Die Wahl der Rückennummer – nur eine Petitesse. Die Wahl seines Arbeitsplatzes ist es natürlich nicht.

Ante Rebic sitzt gut gelaunt in einer Loge im Frankfurter Stadion, mit sich im Reinen. Wenn er hinaus aus dem Fenster blickt, schaut er hinein in die imposante Arena, in sein Wohnzimmer und das der anderen Fußballprofis. Hierher wollte er zurückkommen, er sehnte sich zurück an den Ort, den er vor einigen Monaten nicht ganz freiwillig verlassen musste. „Ich wusste vom ersten Tag, dass ich zurückkommen will.“

Niko Kovac, Förderer und Kritiker

In Florenz, seinem Stammverein, habe er sich nicht wohl gefühlt, die italienische Liga sagt ihm ebenfalls nicht zu, und auch von Trainer Stefano Pioli scheint er nicht viel zu halten. Auf die Unterschiede der Trainingsinhalte angesprochen, zuckt Rebic die Achseln. Vergleichen könne man das nicht. „In Italien haben wir fast gar nix gemacht, ein bisschen Taktik, ansonsten eher gechillt.“ Eine Abrechnung aus sicherer Entfernung. Fit, befindet der Linksaußen, sei er trotzdem, er habe fünf Testspiele bestritten, und der in Frankfurt durchgeführte Laktattest habe gute Ergebnisse gebracht, „bessere als vor einem Jahr“.

Der AC Florenz habe fast das gesamte Team ausgetauscht, Rebic ist der Überzeugung, dass „ich mir einen Platz unter den ersten Elf“ hätte ergattern könne. Aber er hatte gar keine Lust, wollte unbedingt weg. Angebote gab es einige, Schalke 04 war dran, auch aus Spanien gab es Interessenten, in England buhlte Huddersfield Town sehr emsig um den 23-Jährigen. Aber als die Eintracht dann einen zweiten Anlauf wagte, drei Tage vor dem Ende der Transferperiode am 31. August war das, da musste Rebic nicht lange überlegen. „Nicht eine Sekunde“, sagt er. In Windeseile hatte er seine sieben Sachen zusammengepackt. „In einer halben Stunde war ich bereit.“

Für Rebic war das Kapitel Eintracht nicht abgeschlossen, auch nicht, als sich die Hessen im Mai gegen eine Weiterverpflichtung entschieden hatten. Fünf Millionen Euro hätten sie an Florenz zahlen müssen, das war ihnen zu viel. Nun haben sie Rebic günstiger bekommen, in einem Jahr wird er für zwei Millionen Euro gekauft. Dieser Automatismus ist in der Vereinbarung mit den Italiener verankert, die an einem Weiterverkauf partizipieren würden. Rebic ist nicht böse darüber, dass er länger warten musste. „Ich bin Profi, solche Dinge passieren.“

Nun ist er wieder vereint mit Niko Kovac, seinen großen Förderer – und Kritiker. Der Trainer packt Rebic schon mal härter angepackt, beide sind zuweilen aneinander gerasselt. Der Flügelspieler ist nun auch kein pflegeleichter Mann, nimmt sich schon mal seine Auszeiten, wenn er sie besser nicht nehmen sollte. Der fast 24-Jährige will von Differenzen nichts wissen. Kovac finde die richtige Balance zwischen streicheln und antreiben. „Er ist zufrieden mit mir, ich bin zufrieden mit ihm.“ Und ein Trainer sei auch dafür da, Kritik zu üben. „Er kann nicht nur loben.“

Kovac habe ihm deutlich gemacht, was er von ihm erwarte: „Ich muss nicht immer der Beste sein“, habe er ihm gesagt, „aber ich soll immer 100 Prozent geben.“ Auf eine weitere Zusammenarbeit mit Kumpel Perisic wird er indes weiter warten müssen, der kroatische Nationaltrainer Ante Cacic baut nicht auf Rebic. „Er hat sich eineinhalb Jahre nicht gemeldet“, sagt Rebic gewohnt unverblümt. „Warum sollte er sich jetzt melden?“

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