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Und schon schlägt es ein: Ante Rebic (rechts) macht das 2:0, eiskalt.

Heimsieg gegen Hannover

Rebic und Haller machen den Unterschied

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  • Ingo Durstewitz
    Ingo Durstewitz
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Vor allem Ante Rebic, aber auch Sebastien Haller trumpfen im Eintracht-Dress groß auf. Bei seinem Startelf-Debüt steuert der Kroate gleich einen Treffer bei.

Interviews? Um Gottes Willen, nein, bloß nicht. „Heute nicht“, bedeutete Ante Rebic der stets zuvorkommenden Frankfurter Pressesprecherin Sarah Bein, die die Kunde sogleich den Medienschaffenden überbrachte. „Vielleicht, wenn er vier Tore schießt“, witzelte einer. Sehr wahrscheinlich ist das nicht. 

Ante Rebic, Eintracht-Pokalheld und kleiner WM-Star Kroatiens, ist keiner, der das große Wort schwingt, seine Sprache ist die, auch wenn es abgedroschen klingen mag, auf dem Platz. Dafür sprechen andere über ihn. Marco Russ etwa. „Ante hat alles überstrahlt“, sagte der alte Haudegen und Kapitän an diesem Sonntagnachmittag. Und auch das noch: „Er kann bei der Eintracht in die Fußstapfen von Alex Meier treten.“ Der Weg zum Fußballgott ist noch ein weiter, aber Ante Rebic ist auf dem besten Weg. Nicht erst seit seinem Galaauftritt beim überzeugenden 4:1-Erfolg gegen die überforderten Opponenten aus Hannover. 

Als der Stürmer nach gut 80 Minuten der  Frankfurter Bank signalisierte, dass es ihm für diesen Tage dann mal reiche und er kurz darauf ausgetauscht wurde, erhoben sich die Menschen im Stadion von ihren Sitzen und brachten dem kroatischen Nationalspieler die wohlverdiente Würdigung im Stehen dar. Ante Rebic avanciert in Frankfurt zum unangefochtenen Publikumsliebling, keiner wird auch nur annähernd derart abgefeiert wie der 24-Jährige. Er hat es sich durch die Art und Weise, wie er Fußball interpretiert, erarbeitet und verdient. Es ist dieses Brachiale, Ungezähmte und Zügellose, das die Fans in ihren Bann zieht und elektrisiert. Trainer Adi Hütter, ein Mann mit feinen Antennen, hat die für eine Mannschaft nicht unerhebliche Wechselwirkung zwischen Protagonist auf dem Feld und den Menschen auf der Tribüne schnell registriert. „Man spürt die Zuschauer“, sagt er. „Man sieht, was er auf dem Platz bewegt.“

Und gerade deshalb sei die bloße Präsenz des Stürmers so eminent wichtig. „Es tut den anderen Jungs gut, dass er da ist.“ An ihm können sie sich orientieren und aufrichten, und er kann die Kollegen durch seine ganz spezielle Art mitziehen und pushen. 

Ante Rebic hat am Sonntag schon sehr früh gezeigt, weshalb er für das Team von großer Bedeutung ist. In der spielerisch keineswegs verheißungsvollen Anfangsphase war er es, der den Hannoveranern immer wieder zusetzte, der sie attackierte und piesackte, der sie nie in Ruhe ließ, sondern sie mit seinem bedingungslosen Einsatz zu Fehlern zwang. Gleich mehrfach provozierte er Ballverluste der niedersächsischen Hintermannschaft, nach 23 Minuten etwa setzte er Schlussmann Michael Esser dergestalt zu, dass dieser einen Fehlpass produzierte, den Sebastien Haller bei entsprechender Handlungsschnelligkeit auch leicht zur Führung schon hätte nutzen können. 

Fixpunkt Sebastien Haller

Nach dem 1:0 durch Innenverteidiger Evan Ndicka (36.), bei dem Rebic seine Füße nicht im Spiel hatte (dafür aber der ebenfalls immer wichtiger werdende Sturmpartner Haller den Kopf), war es der Angreifer, der höchstselbst das 2:0 machte – mit einer seiner berüchtigten Energieleistungen und einem kühlen Abschluss (45.). Sein Meisterstück an diesem Tag vollbrachte der Mann aus dem dalmatinischen Bergdorf Imotski nach einer Stunde, als die Hannoveraner Abwehrspieler quasi an ihm abprallten, er aber noch den Überblick hatte, um Jonathan de Guzman zu seinem ersten Tor in der Bundesliga zu verhelfen. Extraklasse. 

„Wenn er fit ist und auf dem Feld steht, ist er ein Punkt, der uns in die richtige Richtung bringen kann“, formulierte Marco Russ. Trainer Hütter ist einfach nur froh, den Schlüsselspieler in seinen Reihen zu haben. „Nicht nur in Frankfurt weiß jeder, was er für ein unglaublich toller Spieler er ist“, sagte der Österreicher. Im Übrigen: Rebic ist genau der Spieler, den der Coach für seine eigentlich favorisierte Art des Fußballs benötigt: Einer, der ohne Rücksicht auf Verluste draufgeht, Druck macht und das Pressing forciert. 

Und Rebic ist nicht allein auf weiter Flur. Mittelstürmer Sebastien Haller spielt gewiss nicht so spektakulär und ist keiner, der mit einem Solo die Abwehr aufreißt. Aber der Franzose wird immer mehr zu einem „Fixpunkt“ im Spiel der Eintracht. Das hat ausgerechnet der Jüngste, Evan Ndicka, so treffend formuliert. Haller hat sich im Vergleich zur Vorsaison deutlich gesteigert, er hält mehr Bälle und hat eine herausragende Zweikampfbilanz, er setzt die Mitspieler klug ein. Gegen Hannover hatte der 24-Jährige bei drei von vier Toren seine Körperteile im Spiel, zweimal den Kopf. Er war an neun von den insgesamt zehn Eintracht-Toren beteiligt. Eine herausragende Quote. „Sie ergänzen sich, das sind super Stürmer“, bekundete Ndicka. 

Und dann gibt es ja noch den Dritten im Bunde, der unter normalen Umständen auch einen Stammplatz haben müsste: Luka Jovic. Der Serbe kam gegen die 96er ins Spiel - und machte direkt ein Tor, das er selbst initiierte. Auch Jovic erhielt ein Extralob von Routinier Russ. „Es zeichnet uns aus, dass Spieler von der Bank Impulse setzen und Spiele entscheiden können.“ In Marseille machte der erst 20-Jährige den umjubelten Siegtreffer. 

Coach Hütter registriert diese Konstellation mit Wohlwollen: „Wir haben da vorne Power, Qualität und Spieler, die Tore machen können.“ Ein nicht hoch genug zu bewertendes Gut. 

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