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Dirigent der Abwehr: David Abraham.
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Dirigent der Abwehr: David Abraham.

David Abraham

Raus aus dem Büßergewand

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Der Frankfurter Abwehrchef David Abraham will sich nicht mehr mit Ellenbogenchecks befassen, dafür die Eintracht weiter in der Spitzengruppe halten.

Irgendwann während des Gesprächs mit dem ausgesprochen höflichen Eintracht-Führungsspieler David Abraham kommt dann die Sprache auf diese ausgesprochen hässliche Szene in der Partie gegen die TSG Hoffenheim. Der Argentinier David Abraham lächelt, legt den Kopf etwas zur Seite und spricht: „Fußball lebt von der Emotion, und als Südamerikaner lebt man Fußball ganz besonders. Im Eifer des Gefechts geht man manchmal über den Sport hinaus.“

Es geht, na klar, um diesen unschönen Ellenbogenschlag des Frankfurter Verteidigers gegen den Sinsheimer Stürmer Sandro Wagner. Die unfaire und ungeahndete Attacke des 30-Jährigen im Heimspiel Anfang Dezember gegen die TSG Hoffenheim (0:0) schlug hohe Wellen, sie war auch der Auslöser dafür, dass die Eintracht so ein bisschen in die Ecke einer Rüpel-Mannschaft gedrängt wurde.

David Abraham weiß das, er weiß auch, dass sein Einsteigen über die Grenzen hinaus ging. „Ich habe da ein bisschen die Nerven und den Kopf verloren“, sagt er. „Es war ein Fehler.“ Aber irgendwann sollte es denn auch mal gut sein, das Büßergewand möchte er  wieder abstreifen. „Das ist Vergangenheit.“ Zumal auch mit den Verantwortlichen seines Ex-Vereins alles geklärt sei. „Es ist alles geregelt, sie wissen es einzuordnen.“

Klar ist nämlich auch: Die Frankfurter Eintracht wird von der Art und Weise, wie sie Spiele angehen und gewinnen will, keinen Jota abweichen. „Wir werden auf keinen Fall von unserer Intensität abgehen, wir werden weiter rigoros gegen den Ball arbeiten.“ Für die aktuelle Eintracht-Mannschaft seien „Intensität und Kampfbereitschaft“ unabdingbar, um erfolgreich zu sein. Das habe die erste Hälfte der Saison gezeigt.

Am Samstag in Leipzig (18.30 Uhr) wartet auf die viertplatzierten Hessen eine hohe Hürde, die sie gewiss nicht im Vorbeigehen überspringen werden, zumal der Tabellenzweiten  nahezu in Bestbesetzung antreten kann, sieht man mal von dem ohnehin gesperrten Emil Forsberg ab. „Sie haben schnelle, interessante Stürmer“, befindet  der Eintracht-Abwehrchef. „Leipzig hat eine sehr zweikampfstarke Mannschaft, die bis zur letzten Sekunde alles gibt.“ So ähnlich wie das Frankfurter Ensemble eben auch. „Wir wissen, was auf uns zukommt.“

Der Auftakt in Sachsen ist ein Vorgeschmack auf das, was auf die Frankfurter im ersten Halbjahr 2017 zukommen wird. Sie müssen auswärts bei den Topteams antreten, in den Stadtwald  kommen die vermeintlich leichteren Gegner. „Jetzt geht es ans Eingemachte“, bekundet der Innenverteidiger. „Wir müssen den Glauben haben, es schaffen zu können und unsere Waffen in diesem Kampf einsetzen.“ Eine tadellose Einstellung, Leidenschaft und Kampfkraft wird das Team ganz sicher in die Waagschale werfen, aber es wird auch wieder besser Fußball spielen müssen. „Wir müssen Klarheit und Ruhe auf den Platz bringen“, fordert Abraham. Der Trainer habe dahingehend „klare Ansage“ gemacht.

Auch dem stellvertretenden Kapitän ist nicht verborgen geblieben, dass es in den letzten Spielen vor der Winterpause nicht so ganz  rund lief. „Wir haben nicht immer ein Feuerwerk abgebrannt“, sagt er. Aber das sei bei der Belastung und den Anforderungen  ganz normal. „Wir waren ein bisschen müde, auch mental. Die letzten sechs Monate waren sehr intensiv.“ Nun sei der Akku aber wieder aufgeladen.

Der pfeilschnelle Abwehrmann  will sich nicht ins Bockshorn jagen lassen, die sehr gute Hinrunde gelte es jetzt zu bestätigen. Angst vor einem Absturz hat er nicht, im Gegenteil. „Wir werden nichts unversucht lassen, eine noch bessere Rückserie zu spielen. Wir geben uns mit dem Erreichten nicht zufrieden.“

Dazu sei es   enorm wichtig, weiterhin ein gewisses Spielglück auf der eigenen Seite zu wissen. Und allzu viele Verletzte sollten es ebenfalls  nicht sein. Blöderweise werden morgen in Leipzig gleich zwei Korsettstangen mit hoher Wahrscheinlichkeit ausfallen: Szabolcs Huszti und Marco Fabian.  „Das ist schwierig für uns“, betont Abraham. „Das sind sehr wichtige Spieler.“ Aber nun könnten eben andere in die Bresche springen und ihre Tauglichkeit nachweisen. „Wir ziehen alle an einem Strang,  und wir sind alle fokussiert.“

Die erste richtige Prüfung steht bevor, am Samstag ab 18.30 Uhr beim etwas anderen Aufsteiger RB  Leipzig.

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