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Randal Kolo Muani bei Eintracht Frankfurt: Tore bleiben sein Geheimnis

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Von: Thomas Kilchenstein

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Eintracht Frankfurts neuer Stürmer Randal Kolo Muani liebt das unkonventionelle Spiel.

Frankfurt ‒ Um zwei Wochen hat Randal Kolo Muani den Superstar verpasst. Er ist zu früh auf die Welt gekommen, der kleine Randal, Kylian erblickte erst 15 Tage später das Licht der Welt, beide kamen im gleichen Krankenhaus auf die Welt, in Bondy, einer Trabantenstadt, eher ein Banlieue, nordöstlich von Paris. Und beide wurden Fußballer, der eine, Mbappé, sogar ein Weltstar, der alleine für seine Unterschrift zur Vertragsverlängerung bei Paris St. Germain einen dreistelligen Millionenbetrag kassierte.

So weit ist es bei Randal Kolo Muani noch nicht, der seit dieser Woche sehr fleißig mit Eintracht Frankfurt trainiert und sich gestern mit freundlicher Unterstützung des neuen Dolmetschers Patrick Zeilmann der Presse präsentierte. Ansonsten hatte er nicht so viele Berührungspunkt mit Mbappé, „dass wir im gleichen Krankenhaus geboren wurden, ist eher Zufall“, sagt der 23-Jährige, er sei ohnehin nicht in Bondy groß geworden, sondern in einem anderen Departement, in Villepinte, dort hat er auch, im Alter von knapp sechs Jahren, mit dem Kicken begonnen.

Eintracht Frankfurt: Neuer Stürmer Kolo Muani spielt unorthodox

Nun ist er also endlich da, der 1,87 Meter große Schlaks, seit März ist der Vertrag (bis 2027) unterzeichnet, seit weit mehr als einem Jahr war klar, dass der Stürmer in den Stadtwald kommt, ablösefrei vom FC Nantes. Auch Muani hat ein ordentliches Handgeld eingestrichen, etwa fünf Millionen Euro, und er hat seinen alten Klub, für den er seit seinem 16. Lebensjahr auf Torejagd geht, noch ein hübsches Abschiedsgeschenk gemacht: Der FC Nantes ist französischer Pokalsieger geworden, „das war mir wichtig“. Dem FC Nantes hat Muani viel, wenn nicht alles zu verdanken, im Klub von der Loire hat er seine Profikarriere beginnen können, zwischenzeitlich war er an US Boulogne ausgeliehen, um Spielpraxis und Erfahrung zu sammeln, in Nantes erzielte er in 81 Pflichtspielen 22 Tore.

Technisch gut, kann links wie rechts schießen, und schnell ist er auch noch: Randal Kolo Muani.
Technisch gut, kann links wie rechts schießen, und schnell ist er auch noch: Randal Kolo Muani. © Schüler/Imago

Muani ist ein wendiger, eher unorthodox und unkonventionell spielender Angreifer, der variabel im Sturm eingesetzt werden kann, also als Zielspieler genauso wie hinter einer Spitze, gerne kommt der beidfüßig, technisch starke Athlet auch über die Flügel. Seine Schnelligkeit sei seine Stärke, sagt er, es ist auch das, was Sportvorstand Markus Krösche rühmt. Muani bringe eine Fähigkeit mit, „die wir für unser Spiel brauchen. Er ist schnell, robust, und er hat einen sehr guten Torabschluss“. Zwölf Treffer hat er in der letzten Runde in der Ligue 1 geschossen, „das eine oder andere Tor mehr“, ließ er jetzt übersetzen, „könnte es schon sein“. Wie viele wollte er nicht verraten, „mein Geheimnis“, er habe sich aber ein persönliches Ziel gesetzt,

Dass sich sein Spielstil tatsächlich unkonventionell anlässt, hat sicher auch damit zu tun, dass er keine der hochgelobten französischen Nachwuchsakademien durchlaufen hat, er ist sozusagen ein Straßenfußballer, ungezähmt, ungebrochen, aber keineswegs wild und disziplinlos. Er selbst empfindet das als „Vorteil“, seine Dribblings etwa seien anders, „ich mache wirklich gerne Finten“, er habe einen anderen Zugang zum Spiel, dafür „ging es zuletzt steil bergauf“.

Kolo Muani möchte Titel mit Eintracht Frankfurt holen

Im Angriff ist Eintracht Frankfurt mit Muani, Lucas Alario, Rafael Borré und Goncalo Paciencia, der dieser Tage mit dem italienischen Serie A-Aufsteiger US Cremonese in Verbindung gebracht wird, sicherlich sehr gut aufgestellt. Trainer Oliver Glasner hat da freie Auswahl, kann endlich zwei Spitzen nominieren und gegebenenfalls und bei Bedarf adäquat nachlegen. Natürlich müssen sich alle Drei noch einspielen, gerade Muani wird sich an Tempo, Härte und Intensität in der Bundesliga gewöhnen müssen, aber das ist zu schaffen.

„Es liegt an mir, mich so zu präsentieren, dass der Trainer nicht um mich herumkommt“, sagt der französische U21-Nationalspieler, der im vergangenen Jahr bei den Olympischen Spielen in Tokio im Einsatz war. Er wird sich umstellen müssen, die Eintracht presst und attackiert anders als er es in Frankreich gewohnt war, erzählt er, der Druck auf den Gegner ist ein höherer. „Ich werde doppelt hart arbeiten müssen“, hat er erkannt, aber Angst vor der neuen Aufgabe hat er nicht, natürlich auch nicht vor dem anspruchsvollen Auftaktprogramm mit Spielen im Pokal, vor allem aber gegen Bayern München und Real Madrid, „darauf kann man sich vorbereiten“. Ohnehin hat er nach den wenigen Tagen in Frankfurt erkannt, in „eine intakte Mannschaft“ zu kommen, in einen Klub, „in dem alles sehr familiär ist“, die Integration werde ihm leicht gemacht, zumal ja einige der französischen Sprache mächtigen Kicker, etwa Evan Ndicka, Almamy Touré, Jerome Onguene, im Team sind.

Natürlich hat er das Finale von Sevilla verfolgt, im Fernsehen, klar, der Sieg hat ihn „sehr happy und sehr stolz“ gemacht, sagt er. Er spiele jetzt für einen Champions-League-Klub, „ich hoffe, dass mit der Eintracht noch einige Titel folgen werden“, ohnehin fand er schon vorher, strahle Eintracht Frankfurt eine große „Anziehungskraft“ aus. Die Bundesliga habe er in seinem Kopf gehabt, denn in Deutschland kämen seine Stärken am ehesten zum Tragen. Randal Kolo Muani wird es beweisen dürfen. (Thomas Kilchenstein)

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