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Kreis des Vertrauens: Manager Bruno Hübner (links) erklärt dem Trainerteam seine Sicht der Dinge.
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Kreis des Vertrauens: Manager Bruno Hübner (links) erklärt dem Trainerteam seine Sicht der Dinge.

Eintracht-Trainingslager

Auf Promo-Tour an der Golden Gate

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt bastelt in den USA auch abseits des Trainingsalltags an der Zukunft. Am Freitag steht das zweite Testspiel gegen San Jose auf dem Programm.

Heute Vormittag wird Axel Hellmann zu einem Trip in die Vereinigten Staaten aufbrechen, der nicht unbedingt als Vergnügungsreise durchgehen wird. So ziemlich das Gegenteil ist der Fall. „Sechs Städte in sieben Tagen“, bedeutet der Vorstand der Frankfurter Eintracht. „Wir sammeln viele Meilen. Das Programm ist straff, Freizeit gibt es eigentlich nur im Flugzeug.“ Immerhin.

Während Trainer Niko Kovac seine Mannschaft in Chula Vista bei San Diego zu zwei Einheiten am Tag bittet, ist dem Funktionär eher daran gelegen, Netzwerke zu knüpfen und Beziehungen aufzubauen. Dem neuen Hauptsponsor Indeed wird Hellmann in Austin, Texas, einen Besuch abstatten, ehe es weiter nach Kalifornien geht: San Francisco, Palo Alto, San Jose stehen unter anderem auf dem Reiseplan, abschließend geht es an die Ostküste nach New York.

Begleitet wird Hellmann von Julien Zamberk, einem hochqualifizierten Mitarbeiter, der den Auftrag hat, internationale Kontakte in Partnerschaftsmodelle umzuwandeln. Und in San Francisco wird auch Aufsichtsrat Philip Holzer dazustoßen. Der einflussreiche frühere Investmentbanker ist in den USA hervorragend verdrahtet. Der Frankfurter Abordnung geht es darum, ein paar Türen zu öffnen, US-amerikanische Firmen für den hessischen Bundesligisten zu begeistern. „Wir stehen mit Unternehmen in Kontakt, die auf dem deutschen Markt aktiv sind, aber den Fußball bisher nicht als Plattform entdeckt haben“, sagt Hellmann. Der Vorstand sieht die Internationalisierungsstrategie des Klubs aufgehen: „Unsere Deal-Pipeline ist voll.“

In San Francisco wird die Eintracht-Entsendung dann mit der Mannschaft zusammentreffen, die zwecks Promotion ebenfalls an die Golden Gate reisen wird. Am Freitag, beim zweiten Testspiel gegen San Jose, wird die Eintracht eine ganze Reihe Geschäftsmänner und Unternehmer empfangen. „Es werden viele Gäste aus dem Silicon Valley dabei sein“, erzählt Hellmann. Die Mannschaft darf sich im Spiel gegen die Earthquakes (Anstoß in San Jose um 19.15 Uhr Ortszeit) also ruhig von ihrer besten Seite präsentieren.

Das Team bereitet sich im Olympiastützpunkt Chula Vista vor. Nach der stressigen Anreise haben die Profis nun die Chance, „mal runterzufahren“, wie Sportdirektor Bruno Hübner sagt. Die Temperaturen, 25 Grad, sind gemäßigt. In Saus und Braus leben die Frankfurter nicht, die Anlage ist recht spartanisch. Für den Manager kein Problem: „Die Unterkunft ist bescheiden, aber das haben wir gezielt so gewählt. Nach Abu Dhabi wollten wir unsere andere Seite zeigen.“ Am Persischen Golf residierten die Hessen im prunkvollen Emirates Palace.

Doch so ganz freiwillig haben die Verantwortlichen dieses Kontrastprogramm wohl doch nicht gewählt. „In den USA sind sie mit den Fußballcamps noch nicht so weit wie in anderen Ländern“, sagt Hübner. Doch die Beherbergung in Chula Vista sei  „keine Überraschung, wir haben uns das vorher angeschaut“. Zumal ja die Trainingsplätze und Fitnessräume in hervorragendem Zustand seien. „Wir wollen konditionell das Fundament legen“, sagt Hübner.

Mit der Personalpolitik ist er bisher „total zufrieden, wir sind schon relativ weit, hatten zeitlich dieses Mal einen Vorsprung“ – weil der Klassenerhalt so frühzeitig eingetütet war.

Weniger Ablöse bei Oczipka

Und doch wartet auf die Sportliche Leitung noch eine Menge Arbeit. So wird Linksverteidiger Bastian Oczipkas den Verein wohl verlassen. Der 28-Jährige hat um seine Freigabe gebeten, weil er auf Schalke rund 3,5 Millionen Euro verdienen kann. Die wird die Eintracht auch erteilen, wenn sie sich von Schalke 04 ausreichend entschädigt sieht. Da klaffen die Vorstellungen noch auseinander, aber es ist mitnichten so, dass sich die Ablösesumme bei sieben Millionen bewegen wird. Vier Millionen scheinen realistischer. Die Eintracht steckt in der Klemme: Einen Spieler, der unbedingt weg möchte, zu halten, ist ein schwieriges Unterfangen, zumal Oczipka im kommenden Sommer ablösefrei gehen könnte. Und das soll verhindert werden. Deshalb werden die Frankfurter den verdienten Spieler wohl ziehen lassen.

Dass Oczipka Begehrlichkeiten weckt, sei klar gewesen. „Wir haben fast damit gerechnet“, sagt Hübner. „Es kommt kein Angebot rein, wenn du vorher keine außergewöhnlichen Leistungen gezeigt hast.“

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