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Aufgestiegen: Arne Friedrich.
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Aufgestiegen: Arne Friedrich.

Hertha BSC

Profiteur der Krise

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Ex-Profi Arne Friedrich ist in Berlin binnen eines Jahres vom Performance Manager zum Sportchef aufgestiegen und hat Trainer Pal Dardai schwer unter Druck gesetzt.

Vor etwas mehr als einem Jahr, Anfang Januar 2020, witzelten die Gazetten noch über Arne Friedrich. Weniger wegen Arne Friedrich selbst, schließlich hatte sich der frühere Nationalverteidiger Zeit seiner aktiven Laufbahn den Ruf eines klugen Kopfes erarbeitet, sondern wegen seines Titels als Performance Manager.

Facility Manager, Department Manager, auch Security Manager – alles irgendwie geläufig, aber was bitte sollte ein Performance Manager bei einem Bundesligisten sein? Friedrich, damals von Jürgen Klinsmann ins Berliner Boot geholt, lieferte den Reportern während des Trainingslagers in Florida eine ungewöhnliche Erklärung. Es gehe ihm unter anderem darum, so Friedrich, ein Benchmark-System aufzubauen mit einem Farbsystem zur Überprüfung der Leistungsfähigkeit von Spielern. Zudem wolle er aus anderen Bereichen seine Erfahrung einbringen, etwa aus Gesprächen mit Elitesoldaten. Oder vom Unterwassertraining. Abgedreht.

Arne Friedrich, der nach seiner aktiven Karriere, die er 2013 in den USA bei Chicago Fire beendete, unter anderem den Trainerschein machte und beim deutschen U-18-Nationalteam als Assistent arbeitete, wollte offensichtlich frischen Wind reinbringen bei der Alten Dame. Ohne Erfolg, zumindest für den Klub.

Trotz Millioneninvestments ins kickende Personal dümpelt die Hertha weiter im hinteren Tabellenmittelfeld herum, zurzeit ist sie Vierzehnter. Nicht nur Klinsmann wurde entlassen, unlängst folgten ihm Trainer Bruno Labbadia sowie der langjährige Manager Michael Preetz – womit sich der Kreis für Friedrich schließt: Der einstige Hertha-Profi (231 Erstligaspiele) ist einer der Krisenprofiteure. Binnen zwölf Monaten spülte es den 41-Jährigen in der Hierarchie vom belächelten Performance Manager bis zum verantwortlichen Sportchef nach oben.

Damals bei ihrem Plausch in Florida, als die Berliner auch ein Testspiel gegen den heutigen Widersacher Eintracht Frankfurt absolvierten, hätten sich Friedrich und der Frankfurter Vorstand Fredi Bobic wohl kaum vorstellen können, wie sich die Situation nur zwölf Monate später bereits verändert hat. Friedrich, der neue starke Mann im Management, und Bobic, dessen Name im Umfeld der Hertha längst als möglicher Heilsbringer für die Zukunft gehandelt wird. Wohlgemerkt: Allzu wahrscheinlich ist Letzteres nicht.

So wird sich Friedrich nun erst mal beweisen dürfen als Entscheider. „Für mich haben sich in den letzten Tagen einige Dinge extrem geändert“, sagt er: „Ich habe nicht viel geschlafen, es ist schon ein Brett, von heute auf morgen Hauptverantwortlicher zu sein.“

Als Nachfolger für Labbadia beförderte er seinen ehemaligen Teamkollegen Pal Dardai vom Jugendtrainer zurück zum Chef der Profis - mit einer ungewöhnlichen Klausel im Vertragspapier. So muss Dardai mindestens 24 Zähler in den verbleibenden 16 Ligaspielen holen, im Schnitt also 1,5 Punkte pro Spiel, damit sich sein Kontrakt verlängert. Bei der ersten Amtszeit des Ungarn (2015 bis 2019) war ihm das nur in zwei von neun Halbserien gelungen.

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