1. Startseite
  2. Eintracht

Das Phantom Aurelio Buta: Die ersten Eindrücke stimmen positiv

Erstellt:

Von: Thomas Kilchenstein

Kommentare

Das Schicksal eines Rekonvaleszent: Aurelio Buta dreht seine Runden, als Solist, ohne Ball.
Das Schicksal eines Genesenden: Aurelio Buta dreht seine Runden, als Solist, ohne Ball. © Kessler-Sportfotografie/Imago

Nach monatelanger Zwangspause kehrt der Verteidiger in den Trainingsbetrieb zurück - kann er der Eintracht helfen?

Frankfurt - Das Wortspiel wird kommen, das ist sicher, selbst wenn es noch ein bisschen dauern dürfte: Tuta verteidigt neben Buta.

Aber spaßig waren die letzten Monate nicht für Aurelio Buta, wahrlich nicht. Er war ja so etwas wie das Phantom: Zwar da auf dem Papier, aber irgendwie auch wieder nicht, gesehen hat ihn gefühlt kaum einer, es sei denn er war Physiotherapeut oder jemand aus der medizinischen Abteilung von Eintracht Frankfurt.

Eintracht Frankfurt: Buta wie ein Phantom

Aurelio Buta begann seinen ersten Arbeitstag bei den Hessen im Sommer und präsentierte gleich eine Krankmeldung. Eine Knieoperation war nicht so verlaufen wie erwartet, es hatte Komplikationen gegeben, Keime ließen sich im Knie nieder, bis zur Weltmeisterschaft in Katar würde der Portugiese wohl ausfallen, hatte Trainer Oliver Glasner daher bald im Sommer geunkt. Eine zutreffende Prognose.

Knauff und Wenig fallen verletzt aus

Schlechte Nachrichten für Eintracht Frankfurt: Die beiden Profis Ansgar Knauff und Marcel Wenig haben sich im Training verletzt. Während Stammkraft Knauff mit einer Faszienverletzung im Oberschenkel vorerst pausieren muss, er in diesem Kalenderjahr also nicht mehr an den Übungseinheiten und den Testspielen teilnehmen kann, traf es den Nachwuchsspieler Wenig noch deutlich härter. Der 18-Jährige zog sich eine Mittelfußfraktur zu und dürfte für längere Zeit ausfallen. Wenig brach bereits am Dienstag das Training ab, nach dem er in einem Zweikampf einen Schlag auf den Fuß abbekommen hatte - sonderlich schlimm wirkte die Blessur auf den ersten Blick jedoch nicht, er konnte immerhin selbstständig den Weg in die Kabine antreten. Genauere Untersuchungen ergaben nun ein anderes Bild: Der Mittelfeldspieler muss sich einem Eingriff am Fuß unterziehen, hieß es von der Eintracht. (dani)

In diesen Tagen, kurz vor der Japan-Reise der Frankfurter, hat der 25 Jahre alte gelernte Rechtsverteidiger erstmals mit der Mannschaft trainiert. Und wie glücklich er darüber war. „Es fühlt sich so gut an, weil ich lange nicht auf dem Platz gestanden habe. Es tut sehr gut, dass ich endlich spielen kann“, hatte er Mitte November bei Eintracht-TV gestrahlt. In Japan kam er sogar bei den beiden Testspiel in Tokio und Gamba zu einigen Minuten. Er hat dabei einen recht ordentlichen Eindruck hinterlassen, ballsicher und flink auf den Beinen war er. Schmächtig ist er bei 69 Kilogramm und 1,72 Meter Größe, aber flott unterwegs. Und ein bisschen erinnert er von der Spielanlage her an den früheren Linksverteidiger Taleb Tawatha, der mittlerweile beim israelischen Erstligisten FC Bnei Sachnin spielt. „Langsam“, sagte der Portugiese, spüre er, wie „der Rhythmus zurückkommt“, er verbessere sich Stück für Stück. Und Rechtsverteidiger kann Eintracht Frankfurt durchaus gebrauchen.

Wann Aurelio Buta tatsächlich auf dem Platz steht, ist noch offen, er muss eine ganze Menge aufholen und sich an gestiegenen Anforderungen in der Bundesliga gewöhnen. Die aktuelle Trainingszeit während der WM, da das nächste Pflichtspiel noch eine Weile hin ist, tut besonders ihm gut, da kann er schuften mit den Kollegen auf dem Trainingsplatz, sich ranarbeiten. Die ersten Eindrücke sind durchaus positiv, Dynamik bringt Buta mit, auch Durchsetzungsvermögen. Wohlgemerkt: Es sind erste Eindrücke.

Eintracht Frankfurt: Wie gut ist Buta?

Zumal die Konkurrenz ja während seiner langen Abwesenheit nicht kleiner geworden ist, die Mannschaft hat ein System gefunden, das sehr gut funktioniert, Eric Dina Ebimbe hat sich festgespielt auf der rechten Seite, auch Kristjan Jakic ist eine Aushilfsoption für rechts. Aber es hatte ja einen Grund gegeben, warum sich die Eintracht für drei Millionen Euro die Dienste des Portugiesen, in Angola geboren, gesichert hat. Es war an jenem Donnerstag Ende September 2019 in Antwerpen, als Buta. damals bei Royal unter Vertrag, den Eintracht-Offiziellen auffiel. Die Frankfurter spielten in der Europa League gegen Royal Antwerpen und Buta sowie Manuel Benson brachten auf dem rechten Flügel die linke Abwehrreihe der Eintracht in die Bredouille. Die beiden, schrieb die FR damals im Klassenbuch, „ließen Martin Hinteregger schlecht aussehen“. Dazu hatte Aurelio Buta keinen Geringeren als Filip Kostic nahezu komplett aus dem Spiel genommen, von den Sololäufen des Serben war nichts zu sehen. Damit war Buta in den Fokus geraten.

Das FR-Zwischenzeugnis

Europa-League-Triumphator, Champions-League-Achtelfinalist, Tabellenvierter in der Bundesliga mit so vielen Punkten nach 15 Spieltagen wie seit fast drei Jahrzehnten nicht mehr – Eintracht Frankfurt blickt auf ein außergewöhnliches, ja historisches Jahr zurück, das beste und schönste seit einer ganzen Ewigkeit. Grund genug, die Mannschaft zu würdigen, die ein Zwischenzeugnis mit der Note eins erspielt hat.

Das große Klassenbuch der Eintracht zum ersten Saisonteil, dieses Mal in Serienform und loser Folge. Spieler für Spieler im Einzelporträt – vom Musterschüler bis hin zu jenen mit einem Blauen Brief. Dies es Mal an der Reihe: Aurelio Buta. Alle weiteren Spielerbewertungen unter: fr.de/eintracht-zeugnis

Er hat seine fußballerische Ausbildung bei Benfica Lissabon genossen, für die er seit seinem 15. Lebensjahr spielte. Er durchlief alle portugiesischen Auswahlteams von der U16 bis zur U20, und wechselte 2018 nach Belgien zu Antwerpen, für die er 128 Pflichtspiele bestritten hat und 2020 belgischer Pokalsieger wurde. Das könnte er auch mit Eintracht Frankfurt anstreben, aber sein vorrangiges Ziel ist natürlich, fit werden und gesund zu bleiben. Und unter Beweis zu stellen, eine echte Verstärkung für die Hessen sein zu können. Damit es bald heißen kann: Tuta spielt neben Buta. (Thomas Kilchenstein)

Auch interessant

Kommentare