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Eintracht Frankfurt: Pluspunkte durch Geisterspiele?

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt hat keine gute Bilanz gegen die Großkaliber der Bundesliga – das muss aber nichts heißen.

  • Eintracht Frankfurt hat zur Zeit in der Bundesliga einen Lauf.
  • Doch die Serie könnte täuschen: Die dicken Brocken kommen erst.
  • Um sich für Europa zu qualifizieren, müssen Erfolge gegen Spitzenclubs her.

Die von Eintracht-Trainer Adi Hütter als dicke Brocken ausgemachten Kontrahenten kommen, ganz unweigerlich. Die meisten von ihnen erst im April, einer schon in zehn Tagen, Bayern München nämlich; gegen RB Leipzig geht es Mitte März. Im April aber warten Borussia Dortmund, der VfL Wolfsburg, Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen auf die irrwitzig hochfliegenden Frankfurter.

Natürlich ist es Schabernack zu behaupten, dass sich dann entscheidet, ob sich die Hessen alsbald in königlichen Gefilden aufhalten dürfen, denn wenn sie alle anderen oder viele der anderen Spiele vergeigen, wird es auch nicht reichen mit einer Qualifikation für die Champions League, die in diesem Jahr so greifbar scheint wie lange nicht.

Eintracht Frankfurt: Schwächeln verboten

Klar ist: Eine große Schwächephase darf sich Eintracht Frankfurt nicht erlauben. Es wird darauf ankommen, die gute Form zu konservieren, sich wenige Ausrutscher zu leisten, also konstant und oft genug dreifach zu punkten, und auch darauf, wie die Mannschaft mit Rückschlägen umgehen wird. Mit angeknackstem Selbstvertrauen lässt sich der implementierte Spielstil nämlich nicht durchziehen, dann gerät das gesamte Konstrukt ins Wanken.

Nichts zu holen: Das Hinspiel in München verloren die Frankfurter Martin Hinteregger (li.) und Makoto Hasebe mit 0:5, eine von erst zwei Saisonpleiten.

In den zurückliegenden fünf Jahren waren im Schnitt 59 Punkte nötig, um in die Königsklasse einzuziehen und fett abkassieren zu können. Legt man den bisherigen Punkteschnitt zugrunde, so würde die Eintracht am Ende mit 61 Zählern abschließen. Dazu müsste es freilich laufen wie geschmiert.

Eintracht Frankfurt hat kaum Reserven

Langwierige Verletzungspausen ihrer Leistungsträger könnte Eintracht Frankfurt kaum auffangen, dazu ist die Dichte in der Spitze nicht hoch genug. Aber bisher sind die Frankfurter gut durch die Saison gekommen, schwere Blessuren gab es kaum. Ebenfalls wichtig: Muskelverletzungen sind rar, das ist ein Zeichen dafür, dass die Spieler gut in Schuss sind und die Trainingssteuerung klug tariert ist. Die Vor- und Nachbereitung der Einheiten ist gerade in prophylaktischer Hinsicht elementar. Genauso wie die Eigenverantwortung der Spieler, ihre Schwachstellen zu trainieren und sich persönlich auf das bestmögliche Level zu bringen.

Positive Auswirkungen hat zudem die verminderte Belastung durch den Wegfall zusätzlicher Europapokalspiele, auch die Reisestrapazen sind nicht zu unterschätzen. Das könnte für die Frankfurter ein Vorteil sein im Kampf um die internationalen Startplätze, von den derzeitigen Topklubs hat neben der Eintracht nur der VfL Wolfsburg keine europäischen Zusatzschichten zu bewältigen: Die Niedersachsen stellen neben den Hessen die Mannschaft der Stunde. Zufall?

Eintracht Frankfurt gegen Spitzenklubs: Grotesk miserabel

Nicht ganz so prickelnd ist für Eintracht Frankfurt indes die Aussicht auf die Spiele gegen die Großkaliber, zumindest in der bestehenden Konstellation und mit einem Blick in die jüngere Vergangenheit. Zwar haben die Frankfurter in der Hinserie gegen die meisten Spitzenvereine gut ausgesehen, sieht man mal von den Niederlagen in München (0:5) und Wolfsburg ab. Wobei die 1:2-Pleite am Mittellandkanal zumindest einen positiven Effekt hatte: Sie stellte den Wendepunkt in dieser Spielzeit dar, nach diesem letzten mutlosen Auftritt mit lauter Defensivkünstlern setzte ein Umdenken im Trainerteam ein – es folgten neun Partien ohne Niederlage, dafür mit sieben Siegen.

Die Bilanz gegen die in Bälde zu bespielenden Klubs könnte indes sehr viel besser sein, sie ist in Teilen gar grotesk miserabel. In Leipzig etwa hat die Eintracht in drei Versuchen noch nie gewonnen, in Gladbach setzte es zuletzt zwei Schlappen (2:4, 1:3). Noch schlimmer sieht es in Dortmund und Leverkusen aus: Dort hagelte es neun, respektive sechs empfindliche Pleiten am Stück. Das sind keine guten Aussichten.

Eintracht Frankfurt ist zu Hause ungeschlagen

Andererseits hat sich die Statik der Spiele durch die geisterhafte Atmosphäre geändert, der Heimvorteil fällt weg, die Partien sind Duelle zweier Mannschaften auf neutralem Boden. Das könnte ein Vorteil für Eintracht Frankfurt sein, auch der psychologische Effekt der vielen Niederlagen an den bekannten Spielstätten lässt sich so abschütteln.

Zu Hause ist die Eintracht in dieser Saison ungeschlagen, was im Hinblick auf die Partie gegen Wolfsburg nicht unerheblich sein könnte, denn gegen den VfL setzte es vor heimischem Publikum zuletzt vier Schlappen hintereinander. Auch seltsam.

Sehr viel besser lief es da zuletzt im Waldstadion gegen die Bayern: Der 5:1-Kantersieg vor 15 Monaten besiegelte das Aus von Niko Kovac in München, war allerdings auch der Startschuss zu einer sieben Spiele andauernden Sieglosserie der Eintracht. Aber Vergangenheit muss sich ja nicht immer wiederholen. (Ingo Durstewitz)

Rubriklistenbild: © Christof Stache/AFP

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