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Makoto Hasebe spielt seine zweite Saison für Eintracht Frankfurt. Seit 2008 ist der Kapitän der japanischen Nationalmannschaft in der Bundesliga aktiv.
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Makoto Hasebe spielt seine zweite Saison für Eintracht Frankfurt. Seit 2008 ist der Kapitän der japanischen Nationalmannschaft in der Bundesliga aktiv.

Makoto Hasebe

„Philipp Lahm ist jetzt mein Vorbild“

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht-Routinier Makoto Hasebe spricht im Interview mit der Frankfurter Rundschau über den Bayern-Kapitän, den kapitalen Fehlpass gegen Augsburg und den Abgang seines Landsmanns Takashi Inui.

Makoto Hasebe ist ein Mensch, den so schnell nichts aus dem Gleichgewicht bringt, er ruht quasi in sich selbst. Auch zwei eher suboptimale Auftritte wie zu Saisonbeginn können den 31-Jährigen nicht schrecken. Der Kapitän der japanischen Nationalmannschaft ist selbstkritisch genug, um zu wissen, dass er sich steigern muss. Mit der Frankfurter Eintracht hat er in Zukunft jedenfalls noch sehr viel vor. Platz neun und 43 Punkte gelte es zu übertreffen: „Ich will immer mehr.“

Herr Hasebe, es besteht ja durchaus die Chance, dass Sie in Stuttgart nicht mehr rechter Verteidiger spielen müssen. Wie froh wären Sie darüber?
Ach was. Ich sehe das anders: Es ist doch egal, ob ich rechter Verteidiger spiele, im Mittelfeld auf der Sechs oder der Acht. Man muss überall funktionieren. Nehmen Sie Philipp Lahm. Er spielt überall, rechter Verteidiger, linker Verteidiger, auf der Sechs, auf der Acht oder auch rechts vorne – aber er spielt immer gut. Egal, wo. Ich möchte auch so spielen. Er ist ein Multitalent. Er ist flexibel. Philipp Lahm ist jetzt mein Vorbild.

Schön. Da haben wir ja schon die Überschrift ... Was fehlt Ihnen denn noch, bis Sie so spielen wie Philipp Lahm?
Ich habe jetzt in den beiden Spielen zu viele Fehler gemacht. Ich muss besser spielen, ich muss der Mannschaft eine größere Hilfe sein. Ich bin 31 Jahre alt und in der neunten Saison in der Bundesliga. Da erwarte ich von mir, mehr Verantwortung zu übernehmen.

So einen Fehlpass wie am vergangenen Samstag gegen Augsburg, der auch noch zum Gegentor führte, hat man von Ihnen so gut wie nie gesehen in der Vergangenheit.
Stimmt. Das kann auch nicht sein, das darf nicht sein. Ich bin kein junger Spieler mehr, ich bin erfahren. Das darf nicht passieren.

Aber so etwas passiert doch auch Philipp Lahm.
Nein (lacht). So etwas passiert ihm einmal in einem Jahr, ach was, einmal in zwei oder in drei Jahren.

Haben Sie sich sehr über den Fehlpass geärgert?
Klar, aber man muss trotzdem schnell wieder abschalten und den Hebel umlegen. Sonst läuft das ganze Spiel an einem vorbei. Wir haben insgesamt nicht so gut gespielt.

Sie haben im Training jetzt im Mittelfeld gespielt. Könnte das für das Spiel in Stuttgart eine Option sein?
Klar, das ist meine Lieblingsposition im Mittelfeld. Aber ich muss immer bereit sein, egal auf welcher Position. Das Leben, sagt man doch hier in Deutschland, ist kein Wunschkonzert, deshalb kann ich auch die Entscheidungen des Trainers akzeptieren.

Was ist der Grund, weshalb es zurzeit noch nicht so läuft wie erhofft?
Wir spielen zu viele lange Bälle, wir müssen besser kombinieren, der Spielaufbau muss besser werden. Das hat uns der Trainer auch gesagt. Aber ruhig, er hat nicht geschrien oder so. Der Trainer ist ganz ruhig, er schafft eine gute Atmosphäre. Sein Vorgänger Thomas Schaaf war da emotionaler. Ich denke, wir haben eine gute Mannschaft, davon bin ich überzeugt. Und niemand kann sich seines Stammplatzes sicher sein, denn die Konkurrenz ist groß. Wir müssen jetzt nur mal ein Spiel gewinnen, dann kommt das Selbstvertrauen zurück und dann läuft es von alleine.

In Takashi Inui hat ein Landsmann die Eintracht verlassen und sich dem spanischen Provinzklub SD Eibar angeschlossen. Macht Sie sein Abgang traurig oder freuen Sie sich für ihn?
Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Natürlich bin ich enttäuscht, dass mein Landsmann weggeht. Aber ich freue mich für ihn, denn es war immer sein Traum, in Spanien zu spielen.

Wieso denn das eigentlich?
Er hat mal erzählt, dass er schon als Kind immer die spanische Liga verfolgt hat. Für mich ist die spanische Liga nicht so interessant, aber für Taka schon. Das muss man akzeptieren.

Haben Sie ihm einen Rat gegeben?
Nein, das musste er selbst entscheiden.

War er hier vielleicht unglücklich?
Nein, das kann ich nicht behaupten. Er hat sich wohl gefühlt. Aber er hat sich entschieden, was Neues zu machen. Das ist ja dann auch okay.

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