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Gutes Debüt im Eintracht-Dress: Mijat Gacinovic.
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Gutes Debüt im Eintracht-Dress: Mijat Gacinovic.

Mijat Gacinovic

Das Phantom aus dem Stadtwald

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Mijat Gacinovic braucht lange Zeit, bis er endlich in der Bundesliga spielen darf - und nutzt dann seine Chance auf links.

Es hat ein paar Spaßvögel gegeben, die Trainer Armin Veh am liebsten gefragt hätten, wo er denn diesen schmächtigen, jungen Mann in den letzten Wochen und Monaten versteckt hatte. Und vor allem: Warum? Bei dem jungen, schmächtigen Mann handelte es sich um Mijat Gacinovic, eine Art Phantom, das im Sommer für ungefähr 1,5 Millionen Euro verpflichtet wurde. Und der bislang nicht eine Minute in der Bundesliga für die Eintracht hatte spielen dürfen. Am vorvergangenen Samstag, im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen, stand er überhaupt erst zum allerersten Mal im Kader. Und jetzt, nach 90 Minuten, sagt Trainer Veh: „Gacinovic war ein Gewinn.“

Tatsächlich gehörte der 20 Jahre alte serbische U20-Weltmeister zu den wenigen auffälligen Frankfurter Spielern. Vor allem seine Unbekümmertheit und seine Frechheit lässt einiges erwarten. Nur in den Anfangsminuten hatte er sich ein wenig schwergetan, danach spielte er so, als habe er schon Dutzende von Spielen in der Bundesliga auf dem Buckel. Er suchte, was besonders auffällig war, die Duelle Mann gegen Mann, bei ihm hatte man das Gefühl, da könnte was Überraschendes passieren.

„Die Bundesliga ist härter und das Tempo höher als in der serbischen Liga“, sagt er. Er sei aber keineswegs ein blutiger Anfänger, in Serbien sei er Stammspieler gewesen, 50 Spiele hat er gemacht für den erstklassigen FK Vojvodina. „Ich habe viele Spiele in den Beinen.“ Und dass er in Frankfurt anfangs nicht zum Einsatz gekommen sei, sei „okay“ gewesen. Und hat ihn nicht überrascht: „Ich bin ein junger Spieler in einem neuen Land.“

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Tatsächlich galt Mijat Gacinovic aus Novi Sad schon als Fehleinkauf. Der Junge sei nicht robust genug, sei körperlich nicht in der Lage, im Haifischbecken Bundesliga mitschwimmen zu können, wirkte lange Zeit wie ein Jugendspieler, hieß es. Dass er kicken könne, hatte keiner bestritten, Alex Meier hat ihn als „Superfußballer“ geadelt. „Man hat schon im Training gesehen, dass er ein guter Fußballer ist“, sagte der Kapitän zum Debüt des Leichtgewichts. Auch Haris Seferovic sprach in höchsten Tönen über den Bengel mit den hoch gezogenen Stutzen. „Er hat sehr gut gespielt. Lob von mir.“

Armin Veh hatte schon zu Beginn der Woche damit geliebäugelt, Gacinovic gegen Mainz zu bringen – da wusste er noch nicht, dass Marc Stendera ausfallen würde. „Mijat hat im Training immer mehr zugelegt“, sagte der Fußballlehrer, auch defensiv habe er sich verbessert. In den ersten Monaten war das noch anders, da hat man Gacinovic im Training so gut wie nie gesehen, er konnte sich nicht anbieten, hatte seine liebe Mühe und Not, körperlich mitzuhalten. Diese Defizite hat er aufgeholt. „Er hat seine Chancen bekommen, und er hat sie genutzt“, lobte Veh.

Ums Haar hätte der 20-Jährige sogar den Ausgleich erzielt, doch nach einem phänomenalen Ballgewinn traf er aus spitzem Winkel nur den Mainzer Torwart Loris Karius. Und doch hatte der junge Mann mit seinen defensiven Aktionen kein Glück, bei beiden Toren hatte er unabsichtlich die Füße im Spiel. Vor dem 0:1 legte er im Versuch, Bastian Oczipka zu helfen, dem dribbelnden Pablo de Blasis den Ball in den Lauf, vor dem 0:2 grätschte er die Kugel zwar beherzt weg, aber genau vor die Füße des einschussbereiten Yunus Malli. Künstlerpech nennt man das.

Erstaunlich ist seine Entwicklung allemal. Vor 14 Tagen war er noch einer, der es an zwölf Spieltagen nicht einmal in den Kader der Eintracht geschafft hatte. Jetzt, nach seinem prima Debüt, könnte es sein, dass er, kann er die Leistung stabilisieren, eine feste Größe für die vakante linke Seite wird. Eines ist gewiss: Am Sonntag gegen Darmstadt 98 dürfte Mijat Gacinovic, „mein Baby“, wie ihn Veh einmal nannte, wieder in der Anfangsformation stehen. Verstecken kann man ihn nicht mehr.

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