1. Startseite
  2. Eintracht

Schlappekicker-Benefizspiel: Eintracht Frankfurt zeigt Fannähe in Perfektion

Erstellt:

Von: Jan Christian Müller

Kommentare

Benefizspiel Schlappekicker-Aktion / EINTRACHT FRANKFURT Traditionsmannschaft vs. SG Hoechst Classique
Beim Schlappekicker-Benefizspiel in Limburg war viel los – auch auf dem Platz. © Joachim Storch

Die Eintracht-Traditionsmannschaft gewinnt beim Debüt von David Abraham ein bedeutendes Spiel und sammelt viel Geld für die Schlappekicker-Stiftung der Frankfurter Rundschau.

Limburg - Wenn es eng wird, braucht es einen Chefcoach, der die Übersicht behält. Ronny Borchers hat das mit seiner Erfahrung von neun Trainerstationen, 169 Spielen für die Frankfurter Eintracht und sechs für Deutschland souverän getan.

2:2 stand es zur Pause beim mit Hochspannung erwarteten Benefizspiel der Traditionsmannschaft von Eintracht Frankfurt auf dem gepflegten Rasen des VfR 07 Limburg gegen die abgezockte Truppe der Höchst Classic zugunsten der Schlappekicker-Stiftung der Frankfurter Rundschau. Borchers brachte Thomas Zampach auf Rechtsaußen und schob Mittelfeldspieler Slobodan Slobodan Komljenovic in die Mittelstürmerposition. Der dankte dem Trainer für das Vertrauen und Zampach für dessen Flanken mit zwei blitzsauberen Treffern zum 4:3-Sieg. Borchers sprach nur unwesentlich übertrieben davon, seine nicht mehr ganz taufrischen Männer hätten „fast Bundesliganiveau erreicht“. Die 300 Zuschauenden bedankten sich mit warmen Beifall.

Schlappekicker-Benefizspiel in Limburg

Die Eintracht, angeführt von Karl-Heinz „Charly“ Körbel als Kapitän und erstmals verstärkt mit dem auf Deutschland-Besuch befindlichen David Abraham, hatte zuvor vor allem reichlich Mühe gehabt, Michael Thurk an die Kette zu legen. Der 45-Jährige, vor 15 Jahren selbst eine unglückliche Saison Eintrachtler, traf doppelt für Höchst und legte ein Tor vor, musste zum Ende hin aber auch dem von ihm selbst vorgelegten Tempo Tribut zollen. Zu diesem Zeitpunkt befand sich Körbel längst unter der Dusche. Auch Abraham war es zur zweiten Halbzeit nicht mehr gelungen, sich von unzähligen Groupies zu befreien. Der Argentinier war reichlich damit beschäftigt, für Selfies in fremde Handys zu lächeln - und demonstrierte dabei Fannähe in Perfektion.

Darum geht es den Eintracht-Oldies in den nächsten Wochen ganz besonders. Die Präsenz vor Ort ist auch Philip Holzer ein besonderes Anliegen. Der Aufsichtsratsboss hatte in Limburg ein Paar von Kevin Trapp getragene und unterschriebene Handschuhe im Gepäck, die nun meistbietend versteigert werden.

Bilder, Bilder, Bilder

Impressionen vom Schlappekicker-Benefizspiel in unserer Fotostrecke

Für den Schlappekicker blieben 3700 Euro Spendensumme übrig. Dafür sorgten die rührigen Gastgeber auch damit, dass sie 20 Sponsoren gefunden hatten, die für jedes Eintracht-Tor zehn Euro zahlten. 800 Euro auf diesem Weg, weitere fast 3000 Euro durch den Kartenverkauf, Verlosung, Elfmeterschießen in der Pause sowie Schlappekicker-Cents für Bratwürste und Bier, eine spontane Spende von Festwirt Eddy Hausmann – entsprechend zufrieden fiel die Bilanz vom stellvertretenden Schlappekicker-Vorsitzenden und Organisationschef Harald Stenger aus. Der bedankte sich in Anwesenheit von DFB-Manager und VfL-Mitglied Georg Behlau und Limburgs Bürgermeister Marius Hahn besonders bei VfL-Geschäftsführer Oliver Roos für dessen Einsatz.

Debüt von Möller und Meier

Dem wollten die Grauen Panther auf dem Feld keineswegs nachstehen. „Zweieinhalb Jahre wegen Corona kein Spiel, dafür war das sehr ordentlich“, analysierte Rudi Bommer, rank und schlank wie zu besten Zeiten. Körbel zeigte sich neben den drei Punkten vor allem darüber „froh, dass die Muskulatur gehalten hat“. Zudem konnte der Rekord-Bundesligaspieler vermelden, dass Ikonen wie Alex Meier und Andy Möller künftig regelmäßig in der Eintracht-Traditionsmannschaft gastieren werden, ebenso wie Ervin Skela. Auch mit Jay-Jay Okocha, Tony Yeboah und Ioannis Amanatidis hat Körbel entsprechende Gespräche aufgenommen. Das Debüt von David Abraham soll also nur ein Anfang gewesen sein. „Wir wollen nah ran an die Region“, verspricht Körbel. Nächster Auftritt ist am 13. Mai im mittelhessischen Gladenbach.

Körbel wähnt sich gemeinsam mit Leuten wie Uwe Bindewald, perfekter Vorlagengeber zum Führungstor, Sascha Amstätter, der sich mit seiner Leistung zufriedener zeigte als mit seinem leichten Übergewicht, Thomas „Zampe“ Zampach, dessen Flankenläufe besonders beeindruckten und auch durch den Verzehr einer Bratwurst kurz vor Spielbeginn nicht gezähmt wurden, dem zweifachen Torschützen Michael Guht und weiteren Ex-Profis auf einem guten Weg. Bemerkenswert, wie weit der Aktionsradius des 67-jährigen Körbel noch immer reicht. Mit Abraham wechselte er sich im defensiven Mittelfeld und Abwehrzentrum gekonnt ab – Trainer Borchers schenkte ihnen diese Freiheiten gern: „Das haben sie sich über viele Jahre hinweg erarbeitet.“
 
In ihrem Tatendrang ließen sich die Oldies auch dadurch nicht bremsen, dass ein 20 Kilometer langer Stau auf der A3 die Anreise erheblich beeinträchtig hatte. Das Spiel musste deshalb um eine gute halbe Stunde nach hinten verschoben werden. Gut für den Bratwurst-, Bier - und Losverkauf. Und somit gut für die Kasse des Schlappekickers. (Jan Christian Müller)

Auch interessant

Kommentare