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Oft verletzt: Lucas Torro bestritt in den vergangenen beiden Jahren von 104 möglichen Spielen nur 25.

Lucas Torro

Pechvogel zieht es gen Süden

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Lucas Torro will zurück zu Ex-Klub CA Osasuna, die Eintracht zeigt sich gesprächsbereit.

Ganz zu Beginn seiner Zeit bei Eintracht Frankfurt, vor ziemlich genau zwei Jahren im Trainingslager in Südtirol, formulierte Lucas Torro seine persönlichen Ziele für die kommenden Jahre beim hessischen Bundesligisten: „Der Vertrag ist langfristig angelegt, ich habe das Gefühl, dass mir ein bisschen Zeit gegeben wird“, sagte der damalige Neuzugang im FR-Interview und ergänzte: „Die Eintracht war für mich die beste Option. Nun will ich möglichst viele Spiele in der Bundesliga absolvieren. Und natürlich ist es eine Bereicherung, in ein neues Land zu kommen. Ich freue mich auf den Lernprozess.“

24 Monate später muss festgehalten werden: Nicht alle Wünsche des sympathischen Lucas Torro haben sich erfüllt. Vergangene Saison stand der 26-jährige Mittelfeldspieler lediglich bei zwölf Pflichtspielen auf dem Rasen, insgesamt kam er in beiden Jahren auf 25 Einsätze – zu wenig, vor allem für einen Mann, den die Eintracht mit einem Fünfjahresvertrag ausgestattet hatte. Seine Höhepunkte waren sicherlich die beiden Treffer in der Europa League, erst das Kopfballtor beim Geisterspiel in Marseille, später dann der fulminante Fernschuss in Tallinn.

Zwar soll sich Trainer Adi Hütter nicht grundsätzlich für einen Abgang des Abräumers vor der Abwehr ausgesprochen haben, immerhin verlor die Eintracht bereits zwei weitere defensive Mittelfeldspieler (Gelson Fernandes, Jonathan de Guzman). Zudem bringt Torro mit seiner Wucht bei Kopfbällen und Zweikämpfen andere Stärken als die internen Konkurrenten Sebastian Rode, Dominik Kohr und Djibril Sow mit, die andererseits schneller und dynamischer über den Platz marschieren. Alles in allem also kann Hütter den Wechselwunsch des Spaniers natürlich nachvollziehen.

Feilschen ums Geld

„Die Verhandlungen sind im Gange, jetzt warte ich auf die Zustimmung der Klubs“, bestätigte Torro jüngst der in Pamplona ansässigen Regionalzeitung „Diario de Navarra“ die Gespräche mit dem spanischen Erstligisten CA Osasuna, vergangene Saison immerhin Tabellenzehnter. Für den Klub hatte Torro bereits in der Saison 2017/18 gespielt und als Leistungsträger überzeugt. „Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt“, sagte er. Torro war damals von Real Madrid nach Pamplona ausgeliehen, ehe sich die Eintracht die Dienste des früheren Juniorennationalspielers für rund 3,5 Millionen Euro sicherte. Und um eben jenes Geld geht es auch jetzt. Während Osasuna eine Leihe favorisiert, will die Eintracht große Teile der damals investierten Ablösesumme wieder reinbekommen - dem Vernehmen nach sollen beide Seiten aber dazu bereit sein, sich bei den Verhandlungen anzunähern.

Wenn kein rascher Wechsel dazwischen kommt, wird Torro heute aber erst einmal das Teamtraining im Frankfurter Stadtwald wieder aufnehmen und seine finalen Tage in der Stadt am Main verbringen. „Voller Höhen und Tiefen“ seien diese bisher gewesen, hatte er im Frühjahr gesagt. Vor allem viele Verletzungen, meist schwere, sowie ein familiärer Schicksalsschlag und die zeitweise Nichtberücksichtigung durch Coach Hütter – all das bremste die Entwicklung des Spaniers aus. Nicht umsonst betitelte ihn die FR im Saisonabschlusszeugnis als „größten Pechvogel“. Einen Pechvogel, der nun sein Glück in der spanischen Heimat wiederfinden will.

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