Goncalo Paciencia geht bei Eintracht Frankfurt in seine dritte Saison.
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Goncalo Paciencia geht bei Eintracht Frankfurt in seine dritte Saison.

„Dann sind mir die anderen egal“

Das Erbe der Büffelherde: Paciencia kämpft um vielleicht letzte Chance bei Frankfurt

  • Nico Scheck
    vonNico Scheck
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Goncalo Paciencia geht bei Eintracht Frankfurt in seine dritte Saison. Für den Stürmer wird es die bisher Wichtigste werden.

Frankfurt – Erben ist so eine Sache. Vor allem dann, wenn das Erbe ein großes ist. Goncalo Paciencia kennt das nur allzu gut. Als sich die Büffelherde mit Luka Jovic, Ante Rebic und Sébastien Haller anno 2019 über ganz Europa verteilte, blieb im Sturm der Frankfurter Eintracht zunächst nur noch er übrig: Paciencia. Freilich, Sportvorstand Fredi Bobic lotste in jenem Sommer André Silva und Bas Dost zur SGE, Hoffnungsträger war zunächst aber und zuallererst der Portugiese mit der wallenden Mähne.

Diese Hoffnungen erfüllten sich auch: zunächst. Paciencia traf in der Hinrunde der vergangenen Saison zehnmal, schoss Bayer 04 Leverkusen beim 3:0 mit zwei Treffern quasi im Alleingang ab. Dann kamen Corona und die Verletzung. Silva drehte auf, Paciencia tauchte ab. Jetzt geht der 26-Jährige in seine dritte Saison bei der Eintracht. Und es ist seine vermutlich bisher wichtigste.

Paciencia bei Eintracht Frankfurt selbstbewusst: „Dann sind mir die anderen egal“

Mit Sturmhoffnung und Neuzugang Ragnar Ache ist die Zahl derer, denen sich Paciencia erwehren muss, auf vier gestiegen. Dass da eine gute Hinrunde nicht reichen wird und auch nicht die gute Leistung beim 1:1 der Eintracht gegen die AS Monaco im Test, weiß der SGE-Knipser. „Wäre schön, wenn ich dieses Mal die ganze Zeit auf hohem Level spielen könnte“, erklärt er bei „Bild“ und blickt zurück: „Ich habe eine gute Hinrunde gespielt, hatte im Januar auch eine gute Vorbereitung, ich war fit. Doch wir haben im Sturm eine sehr gute Qualität, und in den ersten Spielen haben es Bas und André gut gemacht.“

Dass beide, sowohl Dost als auch Silva, gegen Monaco und auch beim Rückspiel gegen den FC Basel den Sturm bildeten, dürfte vorerst der Fingerzeig sein. Die SGE-Angreifer der vergangenen Rückrunde sind gesetzt, Paciencia muss sich rankämpfen. Das weiß er. Er weiß jedoch auch um seine Qualitäten: „Ich kann nur meine Arbeit machen und auf meine Zeit warten. Wenn ich Selbstvertrauen habe und fit bin, mach‘ ich mir keine Sorgen. Dann sind mir die anderen egal – bei allem Respekt vor André, Bas und Ragnar.“

Die letzte Chance für Paciencia bei Eintracht Frankfurt?

In Frankfurt fordern sie genau diese Einstellung ein. Ausfälle wie beim 1:1 gegen Fortuna Düsseldorf zu Beginn des Jahres sind tabu. Trainer Adi Hütter hatte sich Paciencia anschließend zur Brust genommen: „Da kann ich es nicht akzeptieren, wenn man auf dem Platz zu wenig arbeitet. Das hat er mitbekommen von mir, das hat ihm gut getan.“

Eine Botschaft, die angekommen ist. So hat Paciencia den Sommer etwa genutzt, um mit der portugiesischen Leichtathletiklegende Francis Obikwelu an seiner Geschwindigkeit zu arbeiten. Er möchte es Hütter so schwer wie möglich machen, ihn auf die Bank zu setzen. Denn sollte der portugiesische Nationalspieler auch in seinem dritten Jahr nur die zweite Geige spielen, dürfte anno 2021 die Überlegung eines Wechsels laut werden. Vielleicht dann sogar schon im Winter? Immerhin wäre im kommenden Sommer ja auch noch eine EM zu spielen.

„Es ist ein weiteres Jahr, um zu beweisen, dass ich die Qualität für die Nationalelf habe und dass ich es verdient habe, dabei zu sein“, betont Paciencia bei „Bild“. Doch dafür muss er regelmäßig spielen. Am besten so wie gegen Monaco.

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