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Gespräch unter vier Augen: Trainer Armin Veh (links) und Verteidiger David Abraham.
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Gespräch unter vier Augen: Trainer Armin Veh (links) und Verteidiger David Abraham.

Eintracht Frankfurt

Ein paar Zeichen gesetzt

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Armin Veh kann sich die Vorstellung seiner Mannschaft in Ingolstadt auch Tage danach nicht erklären - und trotzdem muss man die Schaffenskrise irgendwie überwinden.

Auch ein paar Tage nach dieser seltsam tapsigen Vorstellung von Ingolstadt wirkt die 0:2- Schlappe in Frankfurt noch nach. Am Mittwoch gab Eintracht-Trainer Armin Veh mal einen kurzen Einblick, was er von dem Gekicke zwischen dem Klassenneuling aus Oberbayern und dem etablierten Bundesligisten aus Hessen hielt: „Wenn ich mir das Spiel als neutraler Zuschauer im Fernsehen angeschaut hätte, dann hätte ich nach drei Minuten weggeschaltet“, sagte der 54-Jährige. „Da sind dir ja die Füße eingeschlafen.“

Armin Veh kann selbst mit einigem Abstand nicht erklären, was da mit seiner Mannschaft los war. „Wir haben zu pomadig gespielt“, sagte er. „Ohne Leidenschaft.“ Vielleicht, unkte er grinsend, müsse er einen Motivator einstellen. Das wird er natürlich nicht. Er rätselt, weshalb seine Spieler wie mit einem Rucksack voller Steine auf dem Rücken aufliefen. „Es gibt so Tage, das geht auch heißblütigeren Mannschaften mal so“, befand er. „Ich hoffe, dass es die Ausnahme war.“ Doch einfach so hakt er die ärgerliche Niederlage samt erschreckend schwacher Leistung nicht ab. „Wir werden daran arbeiten, dass das nicht mehr so oft passiert.“ Denn es sei ja schon auffällig, dass sein Team de facto eigentlich besser als der Gegner sei, „es aber im Spiel nicht zeigt“.

Kein Druck

Das sei sicherlich eine Frage der Mentalität, aber selbst daran könne man gezielt arbeiten, auch auf diesem Feld könnten sich die Spieler verbessern. „Das habe ich schon x-mal erlebt.“ Insgesamt werde er versuchen, die Profis mit Einzelgespräche zu fassen zu bekommen. Er werde seinen Führungsstil nicht ändern und auch in Zukunft keine künstlichen atmosphärischen Störungen schaffen, um mehr Leistung aus dem Ensemble herauszukitzeln. „Ich vermittele nicht den wahnsinnigen Druck, dass die Spieler Angst haben müssen.“ Das sei, und davon ist Veh überzeugt, der falsche Ansatz. „Man sollte Respekt und Demut haben, aber du brauchst auch Freude.“ Und grundsätzlich sei die Mannschaft in Ordnung. „Davon bringt mich keiner ab.“

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Veh bewegt sich in einem Spannungsfeld, er will auf der einen Seite die Situation „nicht dramatisieren“, andererseits „kann man so ein Spiel auch nicht einfach abtun.“ Er werde nicht alles in Frage stellen. „Man muss die Sache sachlich und nicht emotional angehen. Man kann jetzt keine Dinge machen, die völlig anders sind. Das wird es nicht geben. Ich fange jetzt nicht an, zu spinnen.“

Und doch wird die Darbietung von Ingolstadt für den einen oder anderen Spieler Konsequenzen haben. „Wir haben jetzt acht Spieltage rum, da muss man schon dem Rechnung tragen, was man gesehen hat. Es kann schon sein, dass der eine oder andere mal eine Pause bekommt.“

Fehlende Schnelligkeit

Alexander Meier wird nicht dazugehören. „Er hat einen Hänger gehabt, aber das ist nach der langen Pause völlig normal“, sagte Veh. „Aber er zeigt eine gute Reaktion.“ Er, Veh, spüre sehr deutlich, dass Meier als Kapitän Flagge zeigen und Verantwortung übernehmen will. „Er geht im Training als Kapitän vorneweg. Das ist ein gutes Zeichen.“ Ohnehin sei die Mannschaft voll bei der Sache und lasse sich nicht hängen. Veh kennt das anders: „Gerade, wenn es nicht läuft, sind auch schon mal viele verletzt.“ Das ist bei der Eintracht nicht so, obwohl die Mannschaft jetzt seit drei Wochen keinen freien Tag hatte. Veh hatte ja die Freizeit in dieser Woche gestrichen – am sportlichen Sinn der selbst verordneten Maßnahme zweifelt er. „Ob das wirklich hilfreich ist, weiß ich nicht. Aber dieses Zeichen musste ich setzen.“ Da hat er zweifellos recht.

Manche Probleme lassen sich auch durch noch mehr Training nicht beheben, die fehlende Schnelligkeit im Mittelfeld etwa. „Wir müssen schon schauen, dass wir einen Sechser oder Achter finden, der mehr Tempo hat“, räumte der Fußballlehrer ein. „Da sind wir zu ähnlich.“ Es würde seiner Mannschaft schon gut tun, „durch Tempo mal in Überzahl zu kommen. Seppl Rode hat durch seine Geschwindigkeit und seine Aggressivität immer mal einen Spieler von uns freigemacht.“

Aber das sei kein spezifisches Eintracht-Problem: „Die richtigen Sechser, die Tempo haben, gibt es nicht so. Auch bei den anderen Klubs nicht.“ Im Übrigen habe man an anderen Positionen sehr wohl flotte Spieler im Aufgebot: Die Außenverteidiger und auch die Stürmer seien flink auf den Beinen.

Das ist David Abraham ebenfalls. Er ist einer von drei Innenverteidigern, die sich so ziemlich auf einem Level bewegen. Das ist einer zu viel. Bisher musste dann meistens der Argentinier weichen, dreimal saß er auf der Bank. Es sei nicht so angedacht, dass es immer Abraham treffe, sagte Veh, doch er hat sich etwas dabei gedacht. „Wenn Carlos Zambrano fit ist, ist er eine Bank.“ Und für Marco Russ spreche die Torgefahr. „Er ist immer für drei, vier Tore gut.“ Beide spielen seit Jahren zusammen, „sie kennen sich besser“. Doch die Hierarchie müsse nicht für immer so sein. „Das“, versicherte Veh, „ist nicht in Stein gemeißelt.“

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