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Olympiasieger? Äh, logo

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Bewegungen wie ein Puma, Muskeln wie Arnold Schwarzenegger: Marcell Jacobs.
Bewegungen wie ein Puma, Muskeln wie Arnold Schwarzenegger: Marcell Jacobs. © Jan Huebner

Marcell Jacobs, Olympiasieger über 100 Meter, trainiert in Dubai in der Nähe der Eintracht-Kicker. Eine imposante Erscheinung, und von unserem Reporter gleich erkannt, natürlich ...

Okay, wir, wüste Söhne wie wir sind, dieses Mal in Dubai am Start nach einigen Jahren der Absenz am Golf, gestehen uns die Schmach ein. Da braucht man nicht um den heißen Brei herumbabbeln, es ist kein Ruhmesblatt, was sich die wüsten Söhne und auch eine wüste Tochter da geleistet haben am Donnerstagmittag.

Gut, es war relativ warm, die Sonne hat gnadenlos runtergebrezelt, so 27 Grad mitten im Januar, der Nacken gleich schön rot, das sind wir Mitteleuropäer nicht gewohnt, da können die Sinne schon mal ein wenig vernebelt sein. Den ganzen Vormittag über haben wir uns also gefragt, wer denn dieser Modellathlet da drüben sein könnte am Trainingsplatz der Adler-Kolonie fernab der Heimat, dieser Koloss, der auf der blauen Tartanbahn immer und immer wieder an Olis Jungs vorbeisprintete. Eine imposante Erscheinung, ein Kerl wie ein Baum, Bewegungen wie ein Puma, Muskeln wie Arnie Schwarzenegger. Tattoos, Glatze, Sonnenbrille, Muskelshirt. Coole Socke. Wer, zum Henker, ist das nur?

Das wollten wir doch mal genauer wissen. Also kurz mal die blonde Begleiterin (vulgo Managerin) gefragt, wer denn dieser Typ überhaupt sei, der ungefragt und ungestraft hier ins Wüsten-Territorium der SG Eintracht eingedrungen ist. Der kurze Plausch lief ungefähr so ab: Wir so: „Wer ist ER eigentlich?“ Sie so (zeigt auf ihn): „Er?“ Wir so: „Jap.“ Sie so: „Wissen Sie nicht?“ Wir so: „Öh, nö.“ Sie so: „Das ist Marcell Jacobs.“ Wir so: „Ah, ja, klar.“ Sie so: „Sie wissen, der 100-Meter-Olympiasieger.“ Wir so: „Äh, haben wir gewusst, logo.“ Das Mannsbild, man muss das so sagen, hat den Eintracht-Buben mal schön die Show gestohlen.

Zugegeben, wir, die wir seit Jahr und Tag den Herren Kickern bei der Arbeit zuschauen, waren von den Socken und haben echt gestaunt. Also einen livehaftigen Olympiasieger direkt vor Augen und zum Anfassen, noch dazu in der Königsdisziplin (weghören, Ihr Zehnkämpfer), den 100 Metern. Wow. Mensch, da kommt einem gleich Carl Lewis in den Sinn, Jesse Owens, Ben Johnson und natürlich Usain Bolt. Diesen Jahrhundertrenner übrigens hat unser Marcell, ein Italiener aus Texas, als Olympiasieger beerbt. Da sind wir schon stolz jetzt. Nicht nur wir, auch die Eintracht-Jungs. Luca Pellegrini, im Training übrigens ohne Sonnenbrille unterwegs, hat sich gleich mal ranscharwenzelt und Smalltalk auf Italienisch geführt.

Und natürlich haben wir uns gleich ausgemalt, wie es wäre, wenn dieser Jacobs gegen die Eintracht-Raketen antreten würde, den Randal oder den Jesper. Junge, Junge, ob die dann aussehen wie ein Käfer gegen einen Porsche? Oder ob sie vielleicht mithalten können, ein paar Meter zumindest? Also mal bei Oli Glasner nachgefragt, der ist ja nett und cool und so. Doch der Oli legte sein Veto ein. „Machen wir nicht.“

So ein Wettrennen mache eh keinen Sinn, weil ein Bundesligaspieler am Stück nur etwa sechs Meter sprinte. Da wird unser Mann nicht mal warm. Und dann hat der Oli den guten Jacobs noch so ein klein wenig gedisst. „Sprinter können nicht bremsen“, sagte Herr Glasner also. Und: „Sie können auch nur geradeaus laufen.“ Okay, dabei hat er gegrinst, der Oli, nur ein Späßchen gemacht. Aber gut, dass es der Sprint-König nicht gehört hat. Und wir petzten auch nicht. Versprochen.

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