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Architekt des Erfolgs in Wolfsburg: Trainer Oliver Glasner.
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Architekt des Erfolgs in Wolfsburg: Trainer Oliver Glasner.

Eintracht-Gegner Wolfsburg

Welchen Einfluss Adi Hütter auf die Karriere von Wolfsburg-Coach Oliver Glasner hatte

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Trainer Oliver Glasner formt den VfL Wolfsburg zum Königsklassen-Anwärter und spricht vorm direkten Duell über sein persönliche Verbindung zu Frankfurts Coach Adi Hütter.

Ruhig, reserviert, rational – Oliver Glasner, VfL Wolfsburg, und Adi Hütter, Eintracht Frankfurt, wirken nun wahrlich nicht wie wilde Partylöwen. Die beiden Fußballlehrer, die mit ihren Klubs am Samstag (15.30 Uhr) in Frankfurt gegeneinander antreten und die Überraschungen dieser Saison sind, gehören gewiss zu den Zurückhaltendsten ihrer Zunft, zu jenen, die intern zwar resolut durchgreifen, sich öffentlich aber nur selten zu markigen Sprüchen durchringen. Wohltuend, in diesem oft so effekthascherischen Bundesligabetrieb.

Privat aber können die bei auch anders. Wenn sich die Ex-Profis, die einst häufiger mit Salzburg (Hütter) und Ried (Glasner) auf dem Feld gegeneinander kickten, mal zufällig in ihrer Heimat treffen, etwa bei einem gemeinsamen Bekannten aus der Hotellerie in Oberörsterreich, lassen sie auch gerne die Gläser klirren. „Adi ist ein sehr angenehmer, netter Kerl“, sagt Glasner: „Wir waren mal bei einem Charity-Golfturnier. Da haben wir gequatscht und auch mal ein Bier getrunken.“ Von Hütter zieren gar launige Fotos samt Ziehharmonika den Treppenabgang beim Hotelkumpel.

Adi Hütter spielt Rolle im Trainerleben von Oliver Glasner

Hütter ist es auch, der eine Rolle für die Trainerkarriere seines Gegenübers spielte. Rückblick: 2014 sollte Glasner mit Roger Schmidt – jetzt PSV Eindhoven, damals Salzburg – das Trainerduo in Leverkusen bilden. Er habe bereits ein Haus im Rheinland ausgesucht, erinnert sich Glasner, aber dann guckte sich Brauseklub RB ausgerechnet Hütter als Schmidt-Nachfolger aus – und die SV Ried, bei der Hütter auch gehandelt wurde, suchte einen anderen Trainer: Oliver Glasner. Er bekam das Angebot, dort Coach zu werden, wo er die meiste Zeit seiner Karriere gespielt hatte. Das konnte er nicht ablehnen. Der erste Cheftrainerposten war für Oliver Glasner gleich eine Herzensangelegenheit.

Mit einer einjährigen Ausnahme verbrachte er seine aktive Laufbahn in Ried – fast 20 Jahre lang. Nach dem Abitur war der gebürtige Salzburger nach Ried gegangen, mit 18, damals zweite Liga. Zwei Pokalsiege und eine Meisterschaft fuhr er mit dem Klub ein, ist dort längst Ehrenspielführer.

VfL Wolfsburg: Kurzzeitiger Ärger mit Manager Jörg Schmadtke

Vertrauen, Verlässlichkeit, Verbindlichkeit – Werte, für die der 46-Jährige steht. Zu behaupten, es würde den dreifachen Vater ins Rampenlicht ziehen, ist schlichtweg falsch. Diesen Teil seines Jobs mag er nicht, versucht möglichst den Fokus von sich wegzulenken. Spötter könnten nun einwerfen, da habe er sich mit dem medial nur bedingt ausgeleuchteten Wolfsburg, ja den richtigen Arbeitgeber ausgesucht. Ein bisschen was wäre da sicher dran.

In der Tat: Oliver Glasner, der 2011 eine lebensbedrohliche Not-OP am Schädel überstand, und sein Team schaffen es trotz der Riesenchance auf die erste Champions-League-Teilnahme seit 2015/16 kaum in die Schlagzeilen. Wenn Bundestrainer Jogi Löw oder sein niederländischer Amtskollege Frank de Boer ihre Kader nominieren, wird mal über die Enttäuschung der nichtberücksichtigten Arnold und Weghorst berichtet. Oder: Wenn Glasner die Kaderzusammenstellung kritisiert, so geschehen im Herbst, wird das kurz zu einem Machtkampf zwischen dem Trainer und Manager Jörg Schmadtke hochgejazzt. Alles in allem aber lässt es sich in der Autostadt doch recht störungsfrei werkeln.

VfL Wolfsburg: Drei Pleiten, drei Gegentore

Entsprechend entspannt kann der Coach das Thema Königsklasse abmoderieren. „Wir schauen darauf, so viele Punkte wie möglich zu holen. Dann sehen wir, was am Ende herauskommt.“ Und weiter: „Zu sagen: Wir haben jetzt elf Punkte Vorsprung und können es drei Wochen etwas ruhiger angehen lassen – das ist nicht unsere Art.“ Nach dem Duell mit der Eintracht ist der VfL unter anderem gegen Bayern, Stuttgart und Dortmund gefordert.

Glasners Mannschaft zeichnet sich in dieser Saison durch Stabilität und Konstanz aus. Ausrutscher gegen Abstiegskandidaten gibt es nicht, drei Niederlagen stehen überhaupt erst zu Buche (Bayern, Dortmund, Hoffenheim), in der Rückserie kassierte die Truppe erst drei Gegentore. Beeindruckende Statistiken.

Die Trainerxporte der Alpenrepublik, also Glasner und Hütter, die die Bundesliga aufmischen, wie Österreichs Presse jubiliert, könnten tatsächlich bald Ralph Hasenhüttl als bisher letzten Austria-Coach in der Champions League nachfolgen. Glasners Statement dazu: „Das wäre super.“ Ruhig, reserviert, rational.

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