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Oliver Glasner: Lust und Frust

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Von: Daniel Schmitt

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Nicht so gelöst: Frankfurts Trainer Oliver Glasner.
Nicht so gelöst: Frankfurts Trainer Oliver Glasner. © dpa

Der Trainer von Eintracht Frankfurt vertraut zwar der Qualität, aber umbauen muss er die Mannschaft trotzdem. Über den Einsatz von Sebastian Rode wird gemeinsam entschieden.

Eine kurze Platzbegehung ließ sich Oliver Glasner nicht nehmen. Obwohl die Mannschaft von Eintracht Frankfurt ihr Abschlusstraining vor dem Champions-League-Spiel bei Olympique Marseille bereits am Montagvormittag wie üblich in heimischen Gefilden absolviert hatte, schritt der Trainer der Hessen kurz vor der abendlichen Pressekonferenz im Stade Vélodrome auf den Rasen. Seine Erkenntnis: Könnte ein cooler Fußballabend werden an diesem Dienstag (21 Uhr/Dazn). „Ein tolles Stadion, ein sehr guter Gegner“, sagte Glasner, der daher eine „Riesenfreude“ spüre. Es waren jene Worte des Abends, die der Österreicher mit viel Verve und Tatendrang formulierte, vor allem mit einem breiten Lächeln im Gesicht, davor und danach klappten die Mundwinkel indes ab und an nach unten.

Glasner war nicht etwa mies gelaunt, diese Behauptung wäre übertrieben, ganz so locker-leicht wie sonst aber redete er nicht heraus. Das enttäuschende 0:1 gegen den VfL Wolfsburg vom Samstag und wohl auch die insgesamt angespannte Situation (siehe Artikel auf linker Seite) dürften beeinflussende Stimmungsfaktoren gewesen sein. „Die Niederlage gegen Wolfsburg haben wir uns selbst zuzuschreiben, weil wir nicht an unsere Leistungsgrenze gekommen sind“, sagte Glasner am Montag noch immer leicht angesäuert, wenngleich längst nicht mehr so erbost wie am Wochenende. Dies sei seiner Mannschaft leider auch in der vergangenen Saison immer mal passiert. „Es war ein Déjà-vu. Ich möchte, dass wir daraus lernen.“ Möglichst zackig am besten.

Zum Spiel

Marseille: Lopez – Bailly, Gigot, Kolasinac – Clauss, Rongier, Veretout, Tavares – Guendouzi, Gerson – Sanchez.

Frankfurt: Trapp - Tuta, Hasebe, Ndicka - Knauff, Sow, Jakic, Alidou - Götze, Kamada - Kolo Muani.

Schiedsrichter: Sanchez Martinez (Spanien).

Der Eintracht fehlen: Pellegrini (Oberschenkelprobleme), Lenz (Faszieneinriss), Touré (Sehnenblessur), Buta (Knie-OP), Onguene (Adduktorenblessur).

Anschließend richtete der Coach den Fokus auf das Kommende, auf einen Gegner, der eine „klare Struktur“ habe und die Eintracht mit einem offensiven Pressing unter Druck setzen werde. „Wir benötigen eine Topleistung.“ Er vertraue aber der Qualität seiner Mannschaft, so Glasner.

Personell jedoch wird es in der Defensive immer frustrierender für den Coach: Luca Pellegrini reiste nach einem Schlag auf den Oberschenkel nicht mit nach Frankreich. Damit steht Glasner kein nomineller Linksverteidiger zur Verfügung. Wahrscheinlich ist, dass er das System erneut umbaut, er wieder der lange gut funktionierenden Dreierabwehrreihe mit dem Mittelmann Makoto Hasebe vertraut. Die rechte Seite könnte Ansgar Knauff im Alleingang beackern, links wäre Faride Alidou zwar eine offensive, aber vorstellbare Option. Zudem kehrte der zuletzt angeschlagenen Sebastian Rode früher als erwartet zurück und absolvierte das Abschlusstraining. Ob der Kapitän womöglich vom Start weg im Mittelfeld auflaufen kann und wie viele Einsatzminuten er sich zutraut, wollen Glasner und Rode am Morgen des Spiels in einem Gespräch endgültig erörtern.

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