Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Dick eingepackt im Winter: Torwarttrainer Andreas Menger  (links) hat alles im Griff. Chefcoach Michael Skibbe vertraut ihm. Reha-Trainer Michael Fabacher steht zur Seite.
+
Dick eingepackt im Winter: Torwarttrainer Andreas Menger (links) hat alles im Griff. Chefcoach Michael Skibbe vertraut ihm. Reha-Trainer Michael Fabacher steht zur Seite.

Interview mit Andreas Menger

"Oka ist hin- und hergerissen"

Torwarttrainer Andreas Menger im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau über die Wechselabsicht von Nikolov, die Perspektive von Ralf Fährmann und den Status von Markus Pröll.

Herr Menger, ist das große Chaos auf der Torwartposition ausgebrochen?

Wieso das denn?

Na ja, Jan Zimmermann geht im Sommer auf jeden Fall, vielleicht schon jetzt. Oka Nikolov soll bleiben, will aber gehen. Im März. Markus Pröll muss gehen. Im Sommer. Nur Ralf Fährmann hat über den Juni hinaus einen Vertrag. Da ist ja schon einiges im Unklaren.

Wo ist denn da das Chaos? Verstehe ich nicht. Ich sehe den Ist-Zustand. Und da würde ich betonen wollen, dass alle vier Torhüter gut arbeiten. Oka spielt eine solide, gute Saison, anfangs hatte er vielleicht zwei, drei schwächere Spiele. Aber er spielt mittlerweile richtig gut, und er tut der Mannschaft gut mit seiner Bärenruhe.

Aber Nikolov will weg, er hat das neue Zweijahresangebot der Eintracht abgelehnt und um seine Freigabe gebeten. Im März möchte er sich Red Bull New York anschließen. Was sagen Sie als sein Torwarttrainer dazu? Haben Sie versucht, ihn umzustimmen?

Klar, ich spreche oft mit ihm. Wir wollen ihn ja auch gerne halten. Die Laufzeit von zwei Jahren des neuen Angebots ist auch eine Wertschätzung für seine Person, eine Anerkennung, die er sich verdient hat.

Nikolov soll mit der finanziellen Ausstattung der neuen Offerte nicht zufrieden gewesen sein. Markus Pröll etwa verdient deutlich mehr.

Das weiß ich nicht. Aber es ist doch ganz normal, dass jeder Profi seine Leistung entsprechend entlohnt haben möchte. Dann muss man sehen, ob beide Parteien noch zueinander finden.

Geht Nikolov oder bleibt er? Ihr Tipp?

Ich glaube, Oka ist hin- und hergerissen. Er ist ja ein unglaublich bodenständiger Mann, ein Familienmensch, er hat ein tolles Haus im Odenwald, seine Tochter ist gerade in die Schule gekommen. Andererseits reizen ihn sicherlich die drei Jahre in New York zum Abschluss seiner Karriere. Da muss man mal abwarten. Ich denke aber, dass der Verein sehen will, dass er die Sache schnell ins Klare bekommt. Bis April wird die Eintracht sicherlich nicht warten. Und auch Nikolov will ja Klarheit haben.

Aber wie stellt sich die Eintracht dann im Sommer auf, wenn Nikolov, Pröll und Zimmermann weg sind?

Also zurzeit sind ja noch alle da. Mir sind in dieser Unterhaltung definitiv zu viele "wenn". Das ist doch alles hypothetisch.

Machen Sie doch das Spielchen mal mit.

Wenn es so kommen würde, dann würden wir schauen, wer auf dem Markt ist und welcher Torwart in Konkurrenz zu Fährmann treten kann. Wenn es Fährmann nicht schafft, dann muss der andere spielen können. Und dann würden wir noch einen jungen Torwart holen, ein 20-, 21-jähriges Talent, das als dritter Torwart in Ruhe gefördert werden kann.

Also Sie wollen keinen verpflichten, der sich brav hinter Fährmann auf die Bank setzt?

Nein, im Gegenteil. Es muss ein richtig guter Torwart sein, der vielleicht auch besser ist als Fährmann.

Herr Menger, jetzt klären Sie uns doch mal auf: Wie gut ist Ralf Fährmann eigentlich?

Er hat es hier natürlich nicht leicht gehabt. Erst der Mittelhandbruch vor der Saison, dann die Lungenentzündung, die ihn nochmals zurückwarf. Und es ist für ihn natürlich jetzt etwas anderes, wenn er hier das Rennen um die Nummer eins aufnimmt. Da hat er einen anderen Druck, als auf Schalke der dritte Torwart zu sein. Damit muss er erst mal zurechtkommen. Ich finde aber, er ist auf einem richtig guten Weg. Er hat sich durch das Training deutlich verbessert. Seine Bewegungen sind weicher geworden. Er hat einen Schritt voran gemacht. Aber: Ob er es schafft oder nicht, ob er sich in der Bundesliga durchsetzen wird oder nicht, das kann man erst beurteilen, wenn er regelmäßig spielt. Das war bei Manuel Neuer so und bei René Adler auch. Fährmann ist mit vielen Vorschusslorbeeren hier hergekommen. Die muss er jetzt bestätigen. Und bestätigen heißt nicht, ein paar Bundesligaspiele zu machen, sondern eine halbe Saison oder eine ganze.

Also nur unter Wettkampfbedingungen kann man einen Torwart ernsthaft und seriös beurteilen?

Genau so ist es. Erst dann sieht man, wie weit er ist, nur so sieht man, ob es einer schafft. Denn es gibt ja so viele verschiedene Situationen. Wie steckt einer einen Fehler weg? Hält er dem Druck stand? Wie kommt er damit klar, vor 60000 Leuten zu spielen, die ihn auspfeifen? Erst da zeigt sich die Klasse, erst da zeigt sich, ob einer das Zeug dazu hat. Da ist es egal, ob er im Training wie der Weltmeister hält oder alle Übungen fehlerfrei absolviert. Im Spiel zählt´s.

Aber es muss ja einen Grund geben, wieso Fährmann bisher - bis auf das eine Spiel in Leverkusen - nicht eingesetzt wurde.

Ja, es gibt einen Grund: Oka Nikolov. Der spielt eine richtig gute Saison, er hält einfach stark, im Training, im Spiel. Fertig. Er hat ja seinen Stammplatz nicht geschenkt bekommen.

Fährmann sitzt zurzeit auf der Bank, Pröll auf der Tribüne. Das ist für Pröll bitter.

Klar, aber es wäre der falsche Weg, Fährmann auf die Tribüne zu setzen. Das Entwicklungspotenzial und die Perspektive sprechen klar für Fährmann.

Aber man kann im Training den Eindruck gewinnen, dass Markus Pröll der beste aller Torhüter ist.

Das ist vielleicht Ihre Meinung. Fakt ist: Markus Pröll ist ein sehr guter Torwart, da gibt es keine Diskussionen, er hat sich nach seiner schweren Schulterverletzung wieder toll herangekämpft. Aber ich würde nicht sagen, dass Fährmann deutlich abfällt. Er macht seine Sache ebenso gut.

Interview: Ingo Durstewitz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare