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Kompromisslos und kopfballstark: Aleksandar Vasoki, Verteidiger.
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Kompromisslos und kopfballstark: Aleksandar Vasoki, Verteidiger.

Aleksandar Vasoki

Ohne Glacéhandschuhe

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Aleksandar Vasoki gibt nicht auf: Der rustikale Frankfurter Verteidiger hat sich wieder ans Team rangekämpft - wie immer in seiner Karriere.

Vor einigen Wochen hat sich Aleksandar Vasoski beinahe eine Glatze rasieren lassen, vielleicht blieb noch ein, höchstens zwei Zentimeter Haar, es sah zum Fürchten aus. Vasoski sagte nur: „Mein Sommerschnitt.“ Eigentlich lässt er sich jedes Jahr, wenn die Sonne scheint, so einen Schnitt verpassen. Nur in den letzten beiden Jahren hat er darauf verzichtet, jetzt, so fand der Mazedonier, sei es wieder an der Zeit. „Ich wollte was verändern.“

Wo er grätscht, fallen Späne

Ansonsten ist der „Vasi“ eher genau das Gegenteil. Er ist solide, bodenständig, unaufgeregt, ein Mann, der gewissenhaft seiner Arbeit nachgeht, der keine Allüren kennt und seinen Job so gut es geht erledigen will. Sein Job ist: Bei Eintracht Frankfurt aufräumen, Gegenspieler nicht zum Zug kommen lassen. Das geht nicht mit Glacéhandschuhen, wenn Aleksandar Vasoski spielt, grätscht, verteidigt, zumacht, fallen meist Späne. Er ist ein knochentrockener Verteidiger, kompromisslos, unerbittlich, rustikal, manchmal muss er vorzeitig vomPlatz. Das hat ihn stark gemacht, das hat ihn aus Skopje, seiner Geburtsstadt, nach Frankfurt in die Bundesliga geführt, zudem in die mazedonische Nationalmannschaft. Diese Gewissen- und Ernsthaftigkeit hat ihn wohlhabend gemacht. Vasoski wohnt jetzt mit Ehefrau und dem sieben Monate alten Petar im Frankfurter Westhafen, einer der besseren Adressen. Als er kam, im Winter 2005, von Bernd Hölzenbein entdeckt, wohnte er noch in einer kleinen Wohnung in Niederrad. Aleksandar Vasoski ist ein Kämpfer. Er hat sich alles hart erarbeitet, ihm ist nichts zugeflogen. Er ist ein Malocher und keiner, der den Ball streichelt. Er verrichtet ehrliche Arbeit im Team..

Man kann nicht sagen, dass der 30-Jährige ein ausgesprochener Glückspilz ist. In den fünfeinhalb Jahren bei der Eintracht hat er nur 87 Spiele (in erster und zweiter Liga) absolviert, dazu 13 im DFB-Pokal und alle sechs im Uefa-Cup. In dem Wettbewerb hat er sogar zwei Tore geschossen, beide im Rückspiel gegen Bröndby IF. Vasoski war oft verletzt, sehr oft. Und immer schwer. Das fing in 2007 mit einem Anriss der Oberschenkelsehne an, als er beim Torschusstraining in den Boden trat (vier Monate Pause), dann fanden sich Zysten in seiner Lunge. Er musste operiert werden und fehlte fünf Monate. 2008 zog er sich den ersten Knorpelschaden im rechten Knie zu (vier Monate Pause), im November 2009 den zweiten. Wieder musste er fünf Monate „langweilige Reha machen“. Sein letztes Pflichtspiel für die Hessen bestritt er am 6. November 2009, beim denkwürdigen 0:4 bei Bayer Leverkusen. Danach hielt Trainer Michael Skibbe seine berühmte Wutrede und forderte Verbesserungen in allen Bereichen. Vasoski indes musste wieder unters Messer. Dabei war der Vasi gerade gut drauf, die ersten sieben Saisonspiele stand er von der ersten bis zur 90. Minute auf dem Platz, er hatte sich sogar gegen Maik Franz durchgesetzt, ehe ihn die Verletzung stoppte.

Klub geht vor Nationalelf

Seit einigen Wochen hat der eisenharte Verteidiger keinerlei Probleme mehr mit dem Knie. „Wie jeder Bundesligaspieler will ich spielen. Durch das Training bekomme sich Praxis, ich bin bereit, wenn es so weit sein sollte“, sagt er. Auch Skibbe hat ihm, dessen Vertrag bis 2011 läuft, schon Mut gemacht. „Ich soll mich wie letztes Jahr wieder rankämpfen.“ Das lässt sich der 1,80-Meter große Stopper nicht zweimal sagen. Er will sogar in der Nationalmannschaft kürzertreten; für Mazedonien hat er schon 33 Mal gespielt. Im vergangenen Jahr, nach der ersten Knorpelschaden-Operation, hat er gleich wieder für sein Land gespielt. „Vielleicht war das damals ein Fehler, vielleicht war das zu früh“, vermutet er. Die Doppelbelastung habe seinem lädierten Knie nicht gut getan. Deshalb will er auf Einladungen der Auswahlmannschaft vorerst verzichten und sein Augenmerk nur auf die Eintracht richten.

Die steht nach der Pleite von Hannover schon ein wenig unter Druck. „Gegen den HSV haben wir etwas gut zumachen. Und das schaffen wir auch“, sagt Vasoski. Er jedenfalls wäre bereit.

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