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Filip Kostic von Eintracht Frankfurt.
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Filip Kostic von Eintracht Frankfurt.

SGE

Offensivstars vor Absprung bei Eintracht Frankfurt – Kostic bereits mit Top-Klub einig?

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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Eintracht-Linksaußen Filip Kostic soll sich mit Inter Mailand einig sein – und was wird aus Tormaschine André Silva? An ihm hängen alle Planungen.

Frankfurt - Bei der flockigen EM-Generalprobe der Portugiesen gegen überforderte Israelis durfte der Frankfurter Stürmer André Silva 45 Minuten mitmachen. Zur zweiten Halbzeit wurde der 25-Jährige eingewechselt, selbst das ist nicht selbstverständlich, weil er oft genug ganz draußen sitzt, wenn die iberische Auswahl antritt. Einen Durchgang hatte der im Verein so treffsichere Angreifer also Zeit, um ein bisschen Werbung in eigener Sache zu machen, was nicht unerheblich ist, schließlich ist die Konkurrenz riesengroß, die Portugiesen haben einen exzellenten Kader beisammen: Cristiano Ronaldo, Bernardo Silva, Diogo Jota, Bruno Fernandes, Joao Felix – die Offensivreihe ist allerhöchster Güteklasse.

Blöderweise war der Eintracht-Torjäger beim flotten 4:0-Erfolg des deutschen Vorrunden-Gegners fast unsichtbar, ein laues Schüsschen gab er ab, sonst nur Leerlauf. Von einem eigenen Treffer war er weit entfernt. Das ist nicht das, was sich der 28-Tore-Mann ausgerechnet hat, das ist nichts, was ihn in der Hierarchie auch nur ein Jota nach oben befördert. Silva wird die EM erst einmal von der Ersatzbank aus verfolgen. Gibt Schlimmeres.

In Frankfurt verfolgen sie die Entwicklung des zweitbesten Bundesligaschützen aufmerksam, so ein Großturnier kann Spieler noch einmal in andere Sphären katapultieren. Oder eben nicht. Bei André Silva wird es, so oder so, genügend Bewerber geben, die ihn den Hessen gerne abspenstig machen würden, denn wer bei einem Verein wie Eintracht Frankfurt in einer angesehenen Liga 28 Tore erzielt, steht hoch im Kurs.

In der Regel zieht sich so ein Transfersommer wie Kaugummi. Der neue Sportvorstand Markus Krösche ist der Meinung, dass erst ein paar große Deals über die Bühne gehen müssen, damit sich auch in anderen Regionen etwas bewegt. „Es wird einen Domino-Effekt geben.“ Für Silva werden früher oder später Offerten eingehen, die Frage ist, wie hoch sie sind, was er selbst plant und sein Management vorhat – und ob es für die Eintracht Sinn macht. Wenn Silva sich letztlich verändern möchte, wird das nicht zu verhindern sein.

Das gilt auch im Fall Filip Kostic. Der Linksaußen soll sich mit Inter Mailand über einen Wechsel verständigt haben. Das berichtet Sky. Es herrsche grundsätzliche Einigkeit in punkto Laufzeit und Finanzen. Der Serbe, das ist klar, will mit 28 Jahren noch mal einen richtig dicken Vertrag an Land ziehen. Die Italiener locken mit sehr viel Zaster.

Eintracht Frankfurt: Externe Geldabflüsse

Der Eintracht liegt freilich nichts vor, doch wenn Kostic und Inter miteinander klar sind, ist es letztlich nur noch eine Frage der Ablöse. 25 Millionen wären für den bis 2023 gebundenen Spieler wohl fällig. Die Eintracht und Silva würden dann ihren besten Vorlagengeber verlieren. Kostic aber hat sich stets tadellos verhalten, sich ein sportlich und wirtschaftlich lohnendes Engagement bei einem Spitzenverein verdient.

Und auch wer André Silva möchte, muss bluten. Eine Ausstiegsklausel ist im Vertrag nicht verwurzelt, aber es gibt einen Modus Vivendi, also eine Abmachung, dass Verhandlungen bei einer bestimmten Summe aufgenommen werden. Die bewegt sich in Richtung 40 Millionen. Ein erkleckliches Sümmchen. Davon würde aber noch massig Zaster an Drittparteien abfließen, die Rede ist sogar von einem hohen einstelligen Millionenbereich.

An der Personalie Silva hängt bei der Eintracht aber viel mehr, denn er ist der Monolith im Zentrum, der Fixpunkt im Sturm, gesetzt, unverzichtbar, unantastbar. Und da wird es kompliziert, denn sollte sich der Nationalspieler tatsächlich erst spät im Sommer umorientieren wollen, müsste die Eintracht schnell reagieren. „Das Wichtigste ist, vorbereitet zu sein“, sagt Krösche. Was unter Zeitdruck und bei dieser Größenordnung aber nicht so leicht ist. Das Vertrackte: Je länger sich so ein Poker hinzieht, desto schlechter ist es für den Klub. Sollte Silva gehen, müsste ein hochkarätiger Ersatz her: Kein Bas Dost wie vor zwei Jahren. Und auch kein Luka Jovic wie im Winter.

Gerade der von Real Madrid zum Spottpreis entliehene Jovic enttäuschte auf ganzer Linie. Vier Tore stehen zu Buche, davon drei zu Beginn, so viele Buden hätte, bei allem Respekt, auch der gen Brügge abgewanderte Dost erzielt.

Gerade Jovis Körpersprache war zum Ende der Saison hin ein Ärgernis, sie signalisierte fast schon Lustlosigkeit. Auch sein Gehabe außerhalb des Platzes war vielen ein Dorn im Auge, schon seine Ankunft im Januar war bemerkenswert. Als er auf dem Flughafen in Stuttgart landete, musste ein Eintracht-Mitarbeiter ein zweites Auto zur Verfügung stellen, um die vielen Koffer nach Frankfurt transportieren zu können. Dort logierte er im vornehmsten Hotel der Stadt, nicht immer geräuschlos, das Personal hat so manchen Zusatzbericht verfasst.

Nach den Erfahrungen der letzten sechs Monate macht eine abermalige Rückholaktion keinen Sinn, zumal der 23-Jährige bei einem Gehalt von zehn Millionen Euro schon exorbitante Zugeständnisse machen müsste. Nicht sehr wahrscheinlich. Das Gesamtpaket stimmt nicht.

Eintracht Frankfurt: Vieles hängt am Sturm

Und so hängt vieles von den Begehrlichkeiten der anderen und Silvas Entscheidung ab, denn die Besetzung des Sturms sollte den Ambitionen der Eintracht entsprechen, also absolutes Topniveau haben. Die Erfahrung lehrt: Viele Stürmertore erhöhen die Erfolgsaussicht. So war es in der letzten Saison, so war es auch in der rauschenden Spielzeit 2018/19, als das Trio Infernale (Jovic, Haller, Rebic) insgesamt 57 Tore erzielte und an 82 Treffern beteiligt war. Dann machten sich die Büffel vom Acker. Ob sich Geschichte wiederholt?

Keinem Profi aus der zweiten Reihe ist die Rolle als Stürmer Nummer eins aufzubürden. Dejan Joveljic, 21, ist talentiert, aber wird sich strecken müssen. Ragnar Ache, auch 21, kämpfte mit Verletzungen, wirkt bei aller Wucht etwas ungelenk und technisch unsauber. Ali Akman ist begabt, ein Schlitzohr, kalt im Abschluss, aber erst 19, er wird Zeit brauchen. Und Goncalo Paciencia? Dem Rückkehrer, von Verletzungen und Schalke 04 gepeinigt, wird in Frankfurt keine große Zukunft mehr vorausgesagt.

Es steht und fällt also alles mit André Silva – oder seinem Schattenmann.

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