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Leistungsträger Ante Rebic war lange verletzt.

Heimsieg gegen Hannover

Mit Offensivfußball zum Erfolg

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Eintracht Frankfurt hat gegen Hannover 96 mit einer offensiven Marschrichtung agiert. Das war ein guter Ansatz, den Trainer Adi Hütter fortführen sollte. Ein Kommentar.

Sieben Punkte nach sechs Spieltagen, zehn Tore vorne geschossen, zehn hinten gefangen, ergibt summa summarum Rang elf. Die reinen Fakten zeigen: Eintracht Frankfurt spielt bisher eine mittelmäßige Bundesliga-Runde. Nicht gut, nicht schlecht. Durchschnitt. Einerseits war bei all den Unwägbarkeiten, ja auch berechtigten Befürchtungen zu Saisonbeginn fast nicht mehr zu erwarten - erinnert sei an eine schleppende Vorbereitung, das Pokalaus und die Supercup-Klatsche, verletzte Leistungsträger (Rebic) oder die nur schwer (oder noch gar nicht) in Tritt gekommenen Neuzugänge.

Andererseits sind Profisportler ehrgeizig, sollten es zumindest sein. Niemand will auf der Stelle treten oder im Vergleich zu den vergangenen beiden erfolgreichen Jahren gar einen Schritt zurückmachen. Wie also das noch immer nicht ganz stabil wirkende Teamgebilde auf ein höheres Niveau hieven? Trainer Adi Hütter hat nun Antworten geliefert, wie das aus seiner Sicht funktionieren könnte. Die Eintracht stand vor dem Heimspiel gegen Hannover, das letztlich locker-flockig mit 4:1 gewonnen wurde, erheblich unter Druck, ja sie musste eigentlich gewinnen, um nicht in einen gefährlichen Abwärtsstrudel zu geraten.

Und Hütter? Meisterte seine erste kritische Situation in Frankfurt mit Selbstvertrauen und Mut. Der Österreicher redete zum einen vorher nicht um den heißen Brei herum, machte seinen Jungs klar, was auf dem Spiel steht. Zum anderen schickte er seine Elf mit einer offensiven Marschrichtung aufs Feld. Mit einem Stürmer als Linksverteidiger, mit zwei Spitzen, mit zwei spielstarken Kickern im Mittelfeldzentrum. Das war der richtige Ansatz für das Hannover-Spiel und das sollte er auch künftig bleiben.

Klar, die Eintracht spielte am Sonntag nicht die Sterne vom Himmel, profitierte doch sehr von der Schwäche des Kontrahenten. Auch sind die kommenden Gegner, ob nun Rom in der Europa League oder Hoffenheim in der Liga, andere Kaliber. Es wird sicher Rückschläge geben. Und dennoch wäre es nur ratsam, an der Ausrichtung festzuhalten. Freilich nicht blindlings ins Verderben rennend, aber doch selbst immer wieder die Initiative suchend.

Denn beim Blick auf den nicht wirklich ausgewogenen Eintracht-Kader ist doch eines mehr als offensichtlich: Während die Hessen in Abwehr und Mittelfeld im ligaweiten Vergleich quasi personifiziertes Mittelmaß verkörpern, sind sie im Angriff - vor allem dank der Rückkehr von Unterschiedsspieler Ante Rebic - überdurchschnittlich besetzt. Heißt im Umkehrschluss: Selbstbewusst und mutig bleiben.

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