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Mesut Ozil von Fenerbahce. Foto: imago images
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Mesut Ozil von Fenerbahce.

Eintracht-Gegner unter der Lupe

Europa League: Eintracht Frankfurt mit spannenden Aufgaben - doch Absturzgefahr droht

  • Jakob Böllhoff
    VonJakob Böllhoff
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  • Ingo Durstewitz
    Ingo Durstewitz
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Fenerbahce, Olympiakos und Royal Antwerpen sind für Eintracht Frankfurt spannende Europapokal-Aufgaben - Absturzgefahr besteht allemal.

Frankfurt – Als Mesut Özil im Januar dieses Jahres am Bosporus eintraf, mit einem Privatjet natürlich, da hätte man meinen können, der Heilsbringer höchstselbst sei gelandet. Fans von Fenerbahce Istanbul, Sänger:innen, Künstler:innen, Fernsehstars, Politiker:innen – alle feierten den gefallenen Star; die Vorstellung des früheren deutschen Nationalspielers geriet zum Festakt.

Alle TV-Sender übertrugen die Zeremonie live, 116 Journalist:innen quetschten sich in einen Saal, obwohl gerade die zweite Corona-Welle ihren Höchststand erreicht hatte. Und Fener-Präsident Ali Koc, ein milliardenschwerer Unternehmer, platzte vor Stolz, den verlorenen Sohn nach Hause geholt zu haben. Für Özil, sagte der große Mesut, sei ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen, Fenerbahce sei schon immer seine große Liebe gewesen.

Europa League : Fenerbahce Istanbul

Sportlich spielte der 32-Jährige kaum eine Rolle, was nicht verwundert. In England beim FC Arsenal war er aufs Abstellgleis geschoben worden, spielen durfte er dort nicht mehr. In der Türkei standen am Ende zehn Spiele, eine Vorlage. Nun ja.

Jetzt aber ist der Kreative mit Hang zum Phlegma gut in die Saison gestartet, im ersten Saisonspiel bei Demirspor trug er für den früheren Bundesligaprofi Luiz Gustavo die Kapitänsbinde und machte prompt den Siegtreffer zum 1:0, eine Woche später bereitete er einen Treffer vor.

Özil, der auf politischem Terrain undiplomatisch in allerlei Fettnäpfchen trat, in Deutschland wegen der Nähe zum türkischen Präsidenten Recep Erdogan viele Sympathien verspielt hat und bockig aus der Nationalelf zurücktrat, ist angekommen in Istanbul. Trainer Vitor Pereira baut auf den Spielmacher. Pereira übrigens war auch mal Coach in Deutschland, 2017 stieg er mit Aufstiegsfavorit 1860 München (mit Jan Zimmermann, Stefan Aigner und Karim Matmour) in die dritte Liga ab. Passiert.

Fener, Dritter der vergangenen Saison und erst durch zwei Siege in den Playoffs gegen Helsinki für die Europa League qualifiziert, treibt die große Sehnsucht nach der Meisterschaft an, der letzte der 28 Titel liegt sieben Jahre zurück. Fenerbahce, für das nun auch der Darmstädter Torjäger Serdar Dursun stürmt und sich gleich das Schlüsselbein gebrochen hat, gehört nach wie vor zu den drei Topklubs in der Türkei – mit Mesut Özil soll der große Wurf gelingen.

Europa League: Olympiacos Piräus

Die nackten Zahlen des erfolgreichsten griechischen Fußballvereins Olympiakos Piräus sind schon alleine eine Wucht. Meisterschaften: 46. Pokalsiege: 28. Double-Erfolge: 18. Im zurückliegenden Jahrzehnt holte der Großklub allein neunmal den Titel. Noch Fragen? Sehr viel dominanter geht es nicht. Olympiakos ist die Übermacht in Griechenland.

Natürlich ist die Mannschaft des portugiesischen Trainers Pedro Martins auch in der vergangenen Saison Meister geworden, was aber nicht bedeutet, dass sie international eine große Nummer ist. In der Qualifikation für die Champions League scheiterten die Griechen im Elfmeterschießen am bulgarischen Vertreter Ludogorets Razgrad. Dafür setzten sie sich in den Playoffs zur Europa League relativ souverän gegen den slowakischen Verein Slovan Bratislava durch (3:0, 2:2).

Mathieu Valbuena von Olympiakos.

Olympiakos, wohin einst Eintracht-Starspielmacher Lajos Detari für 16 Millionen D-Mark (die sich danach irgendwie in Luft aufgelöst hatten) wechselte, startete in den vergangenen beiden Jahren in der Champions League, verabschiedete sich aber nach der Gruppenphase in die Europa League, wo jeweils im Achtelfinale das Aus kam – in der zurückliegenden Spielzeit war Arsenal London zu stark (1:0, 1:3).

Starspieler ist Mittelfeldstratege Mohamed Mady Camara, der 24 Jahre alte Mann aus Guinea, der seit 2018 für die Griechen die Fäden zieht und dessen Marktwert sich auf 15 Millionen Euro beläuft. Auch der zuletzt in Mainz aktive Pierre Kunde Malong hat sich im Sommer Olympiakos, erbitterter Rivale von Paok Saloniki, angeschlossen, Kostenpunkt: zwei Millionen Euro.

Und nicht zu unterschätzen ist Mittelstürmer Youssef El Arabi, der ist zwar schon 34, weiß aber, wo das Tor steht: In 23 Partien erzielte der Marokkaner 19 Tore. Das ist nicht so schlecht.

Europa League: Royal Antwerpen

Sie haben die Hölle modernisiert. Es ist jetzt eine schicke Hölle, ganz zurechtgetrimmt auf die Bedürfnisse des modernen Profifußballs, aber von der glänzenden Fassade darf Eintracht Frankfurt sich nicht täuschen lassen, wenn das Europa-League-Spiel im Antwerpener Bosuilstadion ansteht, genannt: Die Hölle von Deurne. Das ist der Stadtteil der belgischen Stadt, in dem der Fußballklub Royal Antwerpen daheim ist.

Eng ist es im Bosuil, das nicht ganz 16 000 Zuschauer:innen fasst, laut, und neuerdings dürfen sich die Fans aus der Diamantenstadt über Erfolge freuen, die Erinnerungen an alte Zeiten weckt, davon gibt es reichlich. Royal gilt als ältester Fußballklub Belgiens, gegründet 1880, und im Laufe der 141-jährigen Geschichte ist dann doch der eine oder andere Titel abgefallen, viermal Meister, zuletzt 1957. 1993 erreichte Royal zudem als bislang letztes belgische Team ein Europapokalfinale, unterlag im Pokal der Pokalsieger dem FC Parma 1:3.

Radja Nainggolan von Royal Antwerpen.

Der jüngste nationale Erfolg, der Pokalsieg 2020, markiert indes die moderne Renaissance des Klubs, der erst 2017, nach zwölf Jahren Zweitklassigkeit, in die Beletage zurückkehrte.

Dort landeten die Antwerpener in der vergangenen Saison in den Meister-Playoffs auf Rang drei, nachdem sie in der regulären Saison Zweiter hinter Meister FC Brügge wurden. Die Ansprüche sind gestiegen, das zeigen schon die Neuverpflichtungen beim Team des dänischen Trainers Brian Priske. Von Werder Bremen kam Sturmtalent Johannes Eggestein, 23, von Inter Mailand ein echter Star: der belgische Nationalspieler Radja Nainggolan, 33. Es funkelt wieder etwas bei Royal Antwerpen, dem Klub aus der Hölle. (Jakob Böllhoff und Ingo Durstewitz)

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