1. Startseite
  2. Eintracht

Die Nummer 12 ist zurück

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Thomas Kilchenstein

Kommentare

Für Matmour ist die Partie ein besonderes Spiel
Für Matmour ist die Partie ein besonderes Spiel © Rhode

Für Karim Matmour ist die Partie in Freiburg kein normales Spiel. In Straßburg, 85 Kilometer von Freiburg entfernt, hat der Algerier das Kicken gelernt.

Eigentlich könnte Karim Matmour gleich einen ganzen Zuschauer-Block allein mit seinen Freunden, Bekannten und der Familie besetzen. „Die wollen alle kommen“, sagt der 27-Jährige, er allein hat fünf Geschwister. Für Karim Matmour ist die Partie am morgigen Freitag im Freiburger Stadion im Grunde ein Heimspiel. Er ist 85 Kilometer davon entfernt geboren, in Straßburg. Dort hat der Sohn algerischer Einwanderer seine Kindheit verbracht, dort hat er Fußball spielen gelernt und dort, in der Fußballschule von Racing Straßburg, ist er auch vor mehr als acht Jahren entdeckt worden ? von Christian Streich. Ihn trifft Karim Matmour am Freitag wieder. Christian Streich ist der Trainer des SC Freiburg.

„Ein normales Spiel wird das für mich nicht“, sagt Karim Matmour

Streich entdeckte Matmour

In Freiburg, in der zweiten Mannschaft begann seine Fußballer-Karriere. „Dort bin ich zum Profi geworden. Das war der erste Schritt.“ Karim Matmour weiß, dass er seine Laufbahn dem geschulten Auge Christian Streichs zu verdanken hat. Matmour, ein freundlicher, liebenswerter Zeitgenosse, hat seinen Weg gemacht in der Bundesliga. In Freiburg hat er 79 Spiele bestritten, dann in Mönchengladbach weitere 77, jetzt in Frankfurt hat er es seit 2011 auch schon auf 40 Begegnungen gebracht. Und deshalb lobt er seinen Entdecker: „Er ist sehr emotional, aber auch sehr nett, er hat mir immer geholfen, wann immer ich seinen Rat brauchte.“ Trotzdem kennt er am Freitag nur ein Ziel: „Wir wollen die drei Punkte aus Freiburg holen.“ Dass das schwer wird, weiß er wahrscheinlich am besten. Ein Auge hat er immer noch auf den SC, „die sind kämpferisch stark, laufen viel. Das wird ein hartes Stück.“

Veh testet noch

Er wird mit einiger Sicherheit dabei sein, entweder am linken Flügel oder in der Sturmmitte. Trainer Armin Veh hat sich noch nicht entschieden, er probiert im Training beide Varianten. Eigentlich fühlt sich Matmour an der Seite wohler, „aber im Zentrum kann ich überall hinlaufen, das hat auch Vorteile“. Große Ansprüche kann er nicht stellen, er ist in Frankfurt kein Stammspieler geworden, auch in der zweiten Liga nicht. Da rutschte er in die Rolle eines Jokers, sehr erfolgreich mit entscheidenden Toren in den letzten Minuten. Er ist bei der Eintracht die Nummer 12 ? meist der erste, der eingewechselt wird.

Diese Saison, in der er 17-mal zum Einsatz gekommen war und ein Tor geschossen hatte, ist für ihn eher durchwachsen verlaufen. Vor allem ist er in Erinnerung geblieben, weil er zweimal hintereinander mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde, erst auf Schalke (1:1), dann bei Fortuna Düsseldorf (0:4) binnen sieben Minuten. Er hat sich damit selbst am meisten geschadet, Olivier Occean war da schon in der Krise, Matmour hätte sich in die erste Elf spielen können. „Das waren unglückliche Situationen“, sagt er treuherzig. „Ich bin kein unfairer Spieler.“ In Freiburg will er bis zur 90. Minute auf dem Platz stehen ? und seinen Entdecker ärgern.

Auch interessant

Kommentare