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In der Luft kaum zu bezwingen: Niklas Süle, 1,95 Meter groß.
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In der Luft kaum zu bezwingen: Niklas Süle, 1,95 Meter groß.

SGE-Gegner

Bayern gegen Frankfurt: Niklas Süle und die Eintracht-Bettwäsche

  • Daniel Schmitt
    VonDaniel Schmitt
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Abwehrbrocken Niklas Süle vom FC Bayern blüht vor dem Duell gegen seinen einstigen Lieblingsklub Eintracht Frankfurt auf – vor allem dank Trainer Julian Nagelsmann.

Frankfurt - Es hätte eine dieser schnulzigen Storys werden können, die dem hochgejazzten, so sehr nach Mammon strebenden, ja teils an der Absurdität kratzendem Geschäft gut zu Gesicht stehen würde. Eine von einem Fußballprofi, der sich als kleiner Knirps unter die Bettwäsche des Lieblingsklubs kuschelte, der in der Stadt seines Vereins zur Welt kam. Den der Papa einpackte und ins Stadions schleppte, der jubelte, wenn seine Vorbilder gewannen, der ihnen nacheiferte, sich daheim im eigenen Garten mit dem Bruder wilde Duelle im Dress der Helden lieferte. Der sich aufmachte, selbst einer von ihnen zu werden, ausgerechnet bei seinem Verein. Ja, es hätte so eine Story werden können. Hätte.

Niklas Süle, Abwehrschrank des FC Bayern, kam tatsächlich in Frankfurt zur Welt, wuchs auf vor den Toren der Stadt in Mörfelden-Walldorf, wachte auf unter der Decke von Eintracht Frankfurt, wechselte mit Zehn an den Riederwald, war auf dem Weg zum Profi bei den Hessen. Für drei Jahre. Dann ging er lieber nach Darmstadt, von dort nach Hoffenheim zu Jugendcoach Julian Nagelsmann, schließlich nach München. Zugegeben: Nicht viel falsch gemacht, Herr Süle.

Niklas Süle vom FC Bayern: Aufblühen unter Nagelsmann

Mittlerweile ist der deutsche Nationalverteidiger, der für die kommenden beiden Länderspiele nominiert wurde, 26 Jahre alt. Die Eltern leben zwar noch immer in der Nähe von Frankfurt, auch besitzt Süle eine Bar, seine frühere Lieblingsbar, in der Heimat, die Eintracht-Bettwäsche aber hat er längst eingemottet.

Es sollte nicht sein mit der Karriere bei den Hessen, der Weg an den Riederwald war einst zu weit und beschwerlich, das Trainingsdomizil veraltet und ab und an auch noch von Ratten heimgesucht. Nun also spielt der 1,95-Meter-Riese für den besten deutschen Verein, der am Sonntag (17.30 Uhr live im TV und Livestream) die Eintracht erwartet, und er hat sich seit dem Aufschlagen von Ex- und Jetzt-Wieder-Coach Nagelsmann prächtig entwickelt.

Manuel Neuer wirbt für Niklas Süle

Stand Süles Weiterbeschäftigung im Sommer auf der Kippe, dürften die Münchner bald die Verlängerung des am Saisonende auslaufenden Vertrags anpeilen. Nur in einem Bundesligaspiel stand er bisher nicht in der Startelf. Es deutet sich an, dass Süle die Wende geschafft hat. „Ich kenne Niki seit der Jugend und weiß, was er für Potenzial hat. Ich maße mir an, einen gewissen Draht zu ihm zu haben und ihn zu kitzeln“, so Nagelsmann: „Wenn du bei einem Spieler viel Potenzial siehst, dann versuchst du alles, dass er es auf den Platz bringt.“ Nagelsmann war es, der Süle zu Hoffenheimer Juniorenzeiten vom Offensivspieler zum Abwehrmann machte. „Da hat er ein halbes Jahr gedacht, was machen die zwei Idioten mit mir? Heute ist er, glaube ich, sehr glücklich darüber.“

Im Zuge eines Beraterstreits tauchten zuletzt Chatverläufe von Süle mit einem Vermittler von 2018 und 2019 auf, in denen er signalisiert haben soll, die Münchner verlassen zu wollen. Der Boulevard stürzte sich drauf, für Süle selbst sind sie Vergangenheit. Dessen Zukunft beschreibt Bayern-Kapitän Manuel Neuer wie folgt: „Wir sind froh, dass wir ihn hier haben. Ich denke, dass er ein ganz wichtiger Faktor im Moment für uns ist.“

Am Mittwoch nach dem Champions-League-Sieg gegen Kiew (5:0) hallten gar Süle-Sprechchöre durch die Arena, nicht laut, aber vernehmbar. Nagelsmanns launische Erklärung: „Niki hat uns gesagt, dass das die Familie aus Frankfurt war.“ Die Eintracht-Familie.

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