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Einer seiner Kurzauftritte: Nicolai Müller beim Gastspiel in Rom.

Eintracht Frankfurt

Nicolai Müller soll die 96er retten

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Der Eintracht-Flügelspieler Nicolai Müller lässt sich zu Hannover 96 ausleihen. In Frankfurt saß Müller nur auf der Bank.

Die Weihnachtsfeiertage hat Nicolai Müller mit seinen Lieben noch im Warmen verbracht, in Abu Dhabi ließ es sich der 31 Jahre alte Flügelspieler gutgehen. Ab dem 3. Januar wollte der gebürtige Hesse noch einmal angreifen bei Eintracht Frankfurt, einen Stammplatz hatte er sich in der so erfolgreich verlaufenen Hinrunde ja nicht ergattern können. Den kann er nun bei Hannover 96 anstreben: Am Sonntag ist Nicolai Müller an den Tabellenvorletzten der Bundesliga ausgeliehen worden, bis zum Saisonende soll er das Team von Trainer André Breitenreiter vor dem Abstieg bewahren. 

In Frankfurt war Müller über die undankbare Rolle eines Ersatzmannes nicht hinausgekommen, zuweilen hatte er es nicht einmal in den Kader geschafft. Sieben Einsätze in der Bundesliga, vier in der Europa League und bei der DFB-Pokal-Pleite in Ulm, nie über die volle Zeit von 90 Minuten, waren nicht das, was ihm vorschwebte.

„Nicolai möchte natürlich mehr spielen als das in letzter Zeit bei uns der Fall war. Von daher passt eine halbjährige Leihe ideal. Er hat die Chance, sich in Hannover zu beweisen und Spielpraxis zu sammeln. Es ist wichtig für ihn, dass er mehr spielt – wir sind von seinem Potenzial überzeugt“, ließ sich Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic am Sonntag zitieren. Müller schrieb bei Instagram, er drücke der Eintracht „für Rückrunde und Europa League“ weiterhin die Daumen.

Dabei war Müller, mit 171 Erst- und 69 Zweitligaeinsätzen ein erfahrener Profi, erst im Sommer vom Absteiger Hamburger SV zur Eintracht gewechselt. Sein Kontrakt läuft noch bis 2020, zeitweise galt er als der Königstransfer - ehe die Hessen Kevin Trapp und Filip Kostic verpflichteten. Doch Müller konnte die in ihn gesetzten Erwartungen nicht wirklich erfüllen. Dabei begann er richtig gut für ihn: Er erzielte im ersten Saisonspiel beim SC Freiburg (2:0) prompt das erste Frankfurter Tor. Doch insgesamt war das nicht mehr der Müller, den man aus Mainzer und Hamburger Tagen in Erinnerung hatte und der bereits in der Jugend für die Eintracht am Ball war.

Der schweren Kreuzbandverletzung, die er sich vor eineinhalb Jahren beim Torjubel an der Eckfahne in Hamburg zugezogen hatte, sollte er Tribut zollen müssen. Irgendwie fehlte ihm die für sein Spiel erforderliche Spritzigkeit. Erschwerend kam hinzu, dass Trainer Adi Hütter, der ihm stets eine ausgezeichnete Arbeitsmoral bescheinigte, relativ bald die Taktik wechselte - und die Position von Müller im neuen System wegfiel. Immerhin erzielte der 31-Jährige noch einen weiteren Treffer, er köpfte beim 3:0-Erfolg beim VfB Stuttgart das dritte Tor - seinerzeit übrigens das erste ohne Beteiligung der fantastischen Drei. Und auch wenn Müller unregelmäßig spielte, so zeichnete ihn stets eine gewisse Torgefahr aus, er stand oft richtig, selbst wenn seine Schüsse nicht den Weg ins Tor fanden.

Willems im Visier

Zwei Tage können sich die verbliebenen Frankfurter Profis noch dem Müßiggang hingeben, ausgeklügelte Trainingspläne für den Urlaub hat es für das Stammpersonal nicht gegeben, in den zwei Wochen Pause, sagte Hütter, verliere ein Fußballer nicht viel, „das sind alles Athleten.“ Am kommenden Donnerstag geht es in Frankfurt im Stadtwald wieder weiter, ehe einen Tag später der Flieger in die USA, zum Trainingslager und zwei Spielen im berühmten Florida Cup gegen den FC Sao Paulo (11. Januar) und Flamengo aus Rio (12. Januar). 23, 24 Spieler plus Torleute werden zur Reisegruppe zählen.

Möglicherweise wird auch Jetro Willems wechseln, jüngst waren Gerüchte aus England aufgekommen, wonach der Linksverteidiger, der zuletzt auch im Mittelfeld zum Einsatz gekommen war, in den Fokus des abstiegsbedrohten Premiere League-Klubs Newcastle United gerückt ist. Bei 15 Millionen Euro würde Eintracht-Vorstand Fredi Bobic vermutlich ernsthaft nachdenken.

Taleb Tawatha äußerte sich ebenfalls bereitwillig. „Wenn ein Angebot kommt, das für die Eintracht und für mich gut ist, würde ich es bevorzugen zu gehen. Ich werde nicht in irgendeinem Loch spielen.“ 

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