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Kann sowohl im defensiven Mittelfeld als auch in der Innenverteidigung spielen: Neu-Frankfurter Stefan Reinartz (re.).

Stefan Reinartz

Nicht vergnügungssteuerpflichtig

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Stefan Reinartz, Neuzugang der Frankfurter Eintracht von Bayer Leverkusen, will mithelfen, die Hessen „einen Tacken stabiler“ zu machen.

Da stand er nun, der neue Mann im alten Trikot und wirkte fast wie ein Freizeitkicker, die Fußallschuhe unterm Arm, in der Hand ein Stück Pizza Margherita. Nicht gerade die beste Sportlernahrung? „Stimmt, aber am letzten Spieltag erlaubt.“ Dummerweise kam Stefan Reinartz, 26, kaum zum essen, und als er dann in seine Pizza biss, war sie kalt. Immerhin hatte er zuvor im Spiel seiner Leverkusener gegen Eintracht Frankfurt nicht getroffen, zweimal hatte er die Gelegenheit dazu gehabt. „Da hätte ich mir zum Einstand gleich die ersten Feinde gemacht“, sagte der dreimalige Nationalspieler.

In fünf Wochen, beim ersten Training Ende Juni, wird Reinartz bekanntlich das Trikot der Eintracht tragen. Er hat einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Insofern war das letzte Spiel für den Mann aus Engelskirchen ein erstes Reinschnuppern in die ganz besondere Atmosphäre im Stadtwald, es hat ihm, so viel steht fest, ein bisschen beeindruckt. Freilich hat es noch andere Gründe für den Wechsel gegeben. „Ich wollte wieder öfter spielen“, sagt Reinartz, der im letzten Jahr bei Bayer auch wegen einer schweren Verletzung (Bruch der Augenhöhle) seinen Stammplatz verloren hat und nur noch in 17 Spielen zum Einsatz kam. Sein Vertrag bei Bayer, für die er seit 16 Jahren, seit der D-Jugend, spielt und wo er zuletzt auch als Co-Trainer bei der B-Jugend tätig war, ist nicht verlängert worden. Es hat eine Reihe anderer Angebote gegeben, auch lukrativere. Aus der Premier League etwa hatte West Ham United um ihn gebuhlt, bot fast das Doppelte an Gehalt. „Aber wenn es nur nach der Kohle ginge, müsste jeder Bundesligaspieler in die Premiere League übersiedeln“, sagte Reinartz. Ganz billig ist der 1,89 Meter große Reinartz also nicht.

Der defensive Mittelfeldspieler, der in der E-Jugend mit Bastian Oczipka bei Bergisch-Gladbach gekickt hat, ist angetan von seinem neuen Team: „Die Eintracht ist nicht schlecht aufgestellt. Hier wird guter Fußball gespielt. Da passe ich gut rein. Es gebe einige Spieler, „mit denen ich lieber zusammenspiele als gegeneinander. Seferovic etwa oder Zambrano. Gegen den zu spielen ist nicht vergnügungssteuerpflichtig.“ Reinartz, der auch in der Innenverteidigung eingesetzt werden kann, will mithelfen, die Eintracht defensiv „einen Tacken stabiler“ zu machen.

Finanzvorstand Axel Hellmann hat sich nach den 90 Minuten beeindruckt gezeigt von Reinartz. „Seine Präsenz war überragend. Wie er sich zeigt, das gefällt mir.“ Auch Sportchef Rudi Völler lobte Stefan Reinartz: „Er wird der Defensive der Eintracht guttun.“

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