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Der Nürnberger Daniel Gygax (links) im Kopdballduell mit Alexander Meier.
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Der Nürnberger Daniel Gygax (links) im Kopdballduell mit Alexander Meier.

Eintracht Kolumne

Nur nicht überheblich werden

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt ärgert sich ein bisschen, in Nürnberg nur einen Punkt geholt zu haben. "Wir waren nicht entschlossen genug", sagte Klubchef Bruchhagen. Die Hessen freuen sich aber über ihre Serie von sechs Spielen ohne Niederlage.

Wer weiß, wie diese doch eher belanglose Bundesligapartie in Nürnberg ausgegangen wäre, wenn Eintracht-Dauerrenner Christoph Preuß nach ziemlich genau 65 Spielminuten kein astreines Luftloch getreten hätte. Patrick Ochs hatte den Ball scharf nach innen gebracht, und Preuß stand plötzlich blank im Nürnberger Strafraum. Er hätte zum Helden für einen Nachmittag werden können, was wäre das für eine wunderhübsche Geschichte gewesen. Der Langzeitverletzte, dessen Karriere am seidenen Faden hing, der schon weg vom Fenster war, schießt die Eintracht zum Auswärtserfolg in Franken, eine Viertelstunde nach seiner Einwechslung in seinem ersten richtigen Erstligaspiel seit mehr als zwei Jahren. Doch Preuß, der nette Blonde aus Mittelhessen, traf den Ball nicht, die Kugel hoppelte weiter, die Riesenchance war vertan. "Da war er zu hektisch", analysierte Trainer Michael Skibbe trocken. So richtig böse war er nicht, der Fußballlehrer, mit dem 1:1 konnte er ganz gut leben. Wenn aber eine Mannschaft den Sieg verdient gehabt hätte, dann eher die aus Hessen. Eintracht-Vorstandschef Heribert Bruchhagen war deshalb nicht ganz zufrieden: "Wir sind der Chance auf drei Punkte nicht entschlossen genug nachgegangen. Wir haben die Kontersituationen nicht konzentriert und entschlossen genug genutzt." Bruchhagen ärgerte sich aber doch sehr maßvoll, schnell ruderte er ein wenig zurück und legte sich Zurückhaltung auf: "Wir wollen ja nicht überheblich werden."

So oder so: Die Eintracht bleibt in der Erfolgsspur, sie hat nun bereits sechs Spiele hintereinander nicht mehr verloren. "Diese Serie wollen wir unbedingt ausbauen", sagt Kapitän Christoph Spycher, dem vor der Begegnung im Frankenland nicht so ganz wohl in seiner Haut war. Die Leistungen in den täglichen Einheiten seien nicht sonderlich ansprechend gewesen, monierte der Schweizer. "Wir waren nicht konzentriert, ich hatte im Training kein gutes Gefühl." Vor dem Spiel sei es aber dem Team gelungen, "den Schalter umzulegen", und Spycher freut sich nun über "eine super Ausgangslage". Die Eintracht hat sich 28 Punkten aufs Konto gepackt, sie ist punktgleich mit Werder Bremen. Das ist fast schon unglaublich. Darf jetzt womöglich gar geträumt werden in Frankfurt? "Wir sollten schön auf dem Boden bleiben", mahnt Benjamin Köhler, der an diesem Samstag der beste Frankfurter Spieler war. Nicht nur, weil er die Nürnberger Führung durch Christian Eigler egalisieren konnte. Köhler war ballsicher, sehr beweglich und agil. "Er hat richtig gut gespielt", lobte Skibbe. Köhler, der in der Vorrunde so gut wie keine Rolle spielte, war denn auch zur Stelle, als Patrick Ochs den Ball nach 40 Minuten gefühlvoll über Club-Torwart Raphael Schäfer löffelte. Köhler nickte den Ball per Kopf ins Netz. Es war bereits der vierte Kopfballtreffer des kleinen Köhler in der Bundesliga - alle auf Vorlage von Ochs. "Das klappt ganz gut", grinst Ochs, der auf der rechten Seite immer wieder Gefahr für die Nürnberger heraufbeschwor. "Über rechts hatten wir einige tolle Aktionen", betont Skibbe.

Dass es dann aber doch nicht reichte zum Dreier, lag auch daran, dass die Frankfurter vor dem Tor einfach zu harmlos sind. "Uns fehlt der letzte Punch", befindet der Trainer. "Uns fehlt ein torgefährlicher Stürmer, der auch mal ein Tor schießt." Nikos Liberopoulos, der schlaue Grieche, könne das nicht leisten, er sei schon reichlich beschäftigt damit, den Ball zu halten, die Mitstreiter klug einzusetzen. Da könne er nicht vorne auch noch knipsen, sagt Skibbe. "Uns fehlt einer quirliger, schneller Stürmer", bekundet der Trainer. Ob noch einer kommen wird in diesem Winter? "Das glaube ich nicht", antwortet Skibbe.

Der Coach bangt für das Spiel am Samstag zu Hause gegen Köln nun auch noch um Pirmin Schwegler. Der Mittelfeldstratege, der schon angeschlagen ins Spiel gegangen war, holte sich nach einem rüden Tritt von Nürnbergs Andreas Wolf einen dicken und blauen Knöchel ab. Er musste kurz nach dem Seitenwechsel ausgetauscht werden, "weil er mehr humpeln als rennen konnte", wie Skibbe sagte. Der Trainer hofft, den fast schon unersetzlichen Schweizer auch gegen Köln aufbieten zu können. "Sonst wäre das ein herber Verlust." Und die kleine Serie ein klein wenig mehr in Gefahr.

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