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Schön geflogen: Eintracht-Stürmer Goncalo Paciencia.

Eintracht-Stürmer

Nicht entschlossen genug

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  • Ingo Durstewitz
    Ingo Durstewitz
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Drei Eintracht-Stürmer spielen in Ulm, aber nur einer trifft: Neuzugang Paciencia .

Sieben Minuten waren noch zu spielen gewesen, dann kam nach Nicolai Müller auch der zweite Neuzugang an diesem so unerfreulichen Tag zu seinem ersten Pflichtspiel für Eintracht Frankfurt: Goncalo Paciencia, vom FC Porto ausgeliehen, betrat den Rasen, und er war so etwas wie der allerletzte Trumpf, den Adi Hütter ausspielte. Und er stach sogar, doch es reichte trotzdem nicht. Der 24 Jahre alte Stürmer brauchte nicht lange, um sein erstes Tor für seinen neuen Arbeitgeber zu erzielen. Den Eckball von Danny Blum köpfte der Portugiese ins Tor. Für ein paar Augenblicke sorgte der späte Treffer für so etwas wie Hoffnung, doch bald darauf war die Partie beendet. 

Immerhin hatte sich Paciencia noch einmal mit einem Seitfallzieher versucht, der brachte allerdings nur dem Ulmer Verteidiger Michael Schindele eine Platzwunde am Kopf ein. „Es ist immer schön, ein Tor zu erzielen“, sagte der Schütze später. Doch viel lieber wäre es ihm gewesen, er hätte nicht getroffen und die Mannschaft wäre eine Runde weiter gekommen, ließ er von Dolmetscher Stephane Gödde übersetzen.

Haller mit wenigen Chancen, Jovic mit vielen

Aber Paciencia, der in der vergangen Runde in 27 Spielen in Portugal für Setubal und Porto fünf Treffer erzielt und fünf weitere aufgelegt hat, hat die knapp zehn Minuten Einsatzzeit genutzt, um zumindest in Maßen auf sich aufmerksam zu machen. Der Mann weiß offenbar, wo das Tor steht. 

Dagegen blieb Sebastien Haller weitgehend wirkungslos. Ab und an ließ er den Ball prallen, meist aber verstolperte er die Kugel, oft wurden seine technischen Schwierigkeiten offensichtlich. Und als er dann endlich ins Tor traf (60.), hatte er vorher im Abseits gestanden. Nein, das war kein guter Auftritt des Angreifers, der im vergangenen Jahr für sieben Millionen Euro geholt wurde und der bislang die hohen Erwartungen nur anfangs erfüllen konnte.

Was Haller an Chancen zu wenig hatte, hatte Luka Jovic reichlich. Wenigstens eine seiner Gelegenheiten hätte er nutzen müssen, einmal traf er den Pfosten, zweimal scheiterte er am Ulmer Torwart Christian Ortag. Allerdings hätte sein Treffer nach 40 Minuten, ein Lupfer über den Schlussmann, auch zählen können. Umstritten war nämlich, ob der Serbe tatsächlich vorher im Abseits gestanden hatte.

Jovic war auffälligster Angreifer, immer da, wo es brenzlig wurde. Freilich: Auch für ihn galt, was Rechtsverteidiger Danny da Costa sagte, nämlich dass die letzte Entschlossenheit gefehlt habe, „den Ball über die Linie zu drücken“. Auch Vorstand Fredi Bobic vermisste in diesen Phasen die erforderliche „Galligkeit“. Und es ist natürlich denkbar ungünstig, wenn sich ein ohnehin nicht sattelfestes, verunsichertes Team den Luxus leistet, auch noch beste Gelegenheiten auszulassen.

Ob darüber hinaus am kommenden Samstag beim Bundesligastart beim SC Freiburg der Frankfurter Trainer Adi Hütter mit dem Pokalhelden Ante Rebic planen kann, ist  alles andere als sicher. Der Kroate verpasste dieses Pokalspiel wegen Adduktorenproblemen, zudem hat er nach seinem WM-Urlaub noch gehörigen Trainingsrückstand. Der 24-Jährige, derzeit für die Eintracht unverzichtbar, kann noch gar nicht die konditionellen Voraussetzungen haben, um eine Hilfe zu sein. Und das Risiko einer erneuten Verletzung sollten die Hessen in der momentanen Situation tunlichst vermeiden.

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