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Dubai säuft ab – die Eintracht nicht

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Von: Ingo Durstewitz

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Erst gibt es Ärger um die Ausrichtung des Testspiels, dann spielt auch das Wetter nicht mit. Und am Ende wird doch alles gut. Eine Glosse.

Dubai – Es soll ja gute Gründe geben, weshalb so ein Trainingscamp eines ambitionierten Fußball-Bundesligisten am fernen Persischen Golf abgehalten werden muss und nicht in, sagen wir, Vale do Lobo (Portugal), Jerez de la Frontera (Spanien) oder Oberammergau (Deutschland) über die Bühne gehen kann. Da wäre, im Falle von Eintracht Frankfurt, erstens: die Wettergarantie. Stetig 20 bis 25 Grad, blauer Himmel, vielleicht mal ein paar Schleierwölkchen, aber sonst passt das schon in Dubai, auch im Januar. Alles tippitoppi.

Und da wären, zweitens: die hochklassigen Testspielgegner. In diesem Jahr Champions-League-Klub RB Leipzig und Polens Meister Lech Posen. So weit, so gut.

Wassermassen auf Dubais Straßen - gefahren wird trotzdem.
Wassermassen auf Dubais Straßen. © privat/dur

Blöd wird es halt dann, wenn beide wichtigen Parameter urplötzlich ganz schön ins Wanken geraten. Denn sowohl mit dem Klima als auch mit dem Opponenten wäre das bei der Eintracht am Samstag in der Wüste um ein Haar fürchterlich in die Hose gegangen oder, besser gesagt, ins Wasser gefallen. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Denn das Wetter wollte jetzt mal so gar nicht mitspielen. Um die Mittagszeit verdunkelte sich der Himmel über Dubai doch bedenklich, nur um dann ungeheuerliche Wassermassen freizugeben. Sintflutartiger Regen. Herrschaftszeiten. Innerhalb kürzester Zeit verwandelten sich die Straßen zu reißenden Flüssen, in denen die Autos nur noch schwerlich vorwärtskamen und Kleinkinder Gefahr gelaufen wären, einfach verschluckt zu werden vom braunen Nass. Unwirtlich. Unwirklich.

Und dann war da ja noch die Sache mit dem Testspielgegner aus Leipzig, eh nicht unbedingt der Lieblingspartner der Eintracht. Spiele gegen Sportler aus dem Brauseimperium sollten eigentlich vermieden werden, wenn sie denn nicht sein müssen. Sei’s drum. Der Glasner-Oli wollte das so, und dann soll es so sein.

Eintracht Frankfurt: Die Posse um den Testkick

Doch was für eine Posse. Junge, Junge. Denn bis 24 Stunden vor Beginn des Kicks am Samstag (17 Uhr, Ortszeit) war noch immer nicht klar, ob die Partie überhaupt angepfiffen werden kann. Und auch nicht, wo. Abu Dhabi? Dubai? Klar: Nur nicht Oberammergau. Es ging um Genehmigungen, die irgendwie verbaselt wurden einzuholen, Fristen, die verstrichen, Zuständigkeiten, für die keiner zuständig sein wollte. Amateurhaft. Die einen gaben den anderen die Schuld – und umgekehrt. Oli Glasner schwoll schon der Kamm ganz schön an. Und wir haben uns schon überlegt, mal eine schöne, spitze Glosse „Wüste Söhne“ zu schreiben: Von wegen hochklassige Testspiele, dolles Wetter und so ...

Die Glosse gibt es dennoch, das Spiel letztlich auch.

Erst durch Intervention sehr hoher Herren konnte doch gekickt werden, aber – psst – so ganz geheim. Ganz privat. Kein TV, kein Stream, nicht mal Liveticker oder Twitter-Gedöns. Einfach nur so gespielt unter Ausschluss der interessierten Öffentlichkeit. In Abu Dhabi, mit 15 Minuten Verspätung, weil die Eintracht nicht pünktlich eintraf – der Starkregen halt.

Der Fairness halber soll aber an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben: Während des Spiels war es trocken, der Platz super und die Eintracht gut drauf, vier zu zwo gewonnen, die Bullen gezüchtigt. Runde Sache. Geregnet hat es seitdem nicht mehr, und am Sonntag, ja da strahlte auch schon wieder die Sonne vom Himmel. 25 Grad. Wettergarantie halt. (Ingo Durstewitz)

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