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Randale in Marseille: Beschämende Bilder – Eintracht-Fan schwer verletzt

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Von: Daniel Schmitt

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Beklemmende Situationen in Marseille: Fans sorgen für Ärger.
Beklemmende Situationen in Marseille: Fans sorgen für Ärger. © dpa

Eintracht- und OM-Fans fallen aus der Reihe: Jagdszenen, Festnahmen, Leuchtraketen: Gefühl der Beklemmung stülpt sich über Marseille.

Update vom 14.09.2022, 06.00 Uhr:  Ein Fan von Eintracht Frankfurt ist bei den Ausschreitungen beim Auswärtsspiel bei Olympique Marseille schwer verletzt worden. „Er ist im Krankenhaus“, sagte SGE-Vorstand Philipp Reschke nach Angaben des SID: „Wir wissen nicht, warum er relativ ernsthaft verletzt ist. Aber er ist stabil und außer Lebensgefahr. Weitere Infos können wir erst nachliefern.“

 „Es war der befürchtete Ausnahmezustand und möglicherweise noch darüber hinaus“, führte Reschke weiter aus: „Es ist schon sehr befremdlich, welches Ausmaß an Aggressivität und Hass uns entgegenschlug.“ 

Randale in Marseille: Beschämende Bilder

Erstmeldung vom 13. September: Marseille – Am Dienstagmittag zeigt der harte Kern der Fans von Olympique Marseille schon mal kurz Präsenz. 50, 60, vielleicht 70 Anhänger des französischen Fußballklubs, am Abend der Champions-League-Gegner von Eintracht Frankfurt, finden sich da ein vor dem Stade Vélodrome. Die Stimmung ist noch gelöst, die angespannten Blicke von Passant:innen genießen sie, ihr Zeichen ist unmissverständlich: Hier, dieses Stadion, ist unser Revier. Besser nicht näher kommen.

Sechs Stunden später, kurz vor Öffnung der Stadiontore, identischer Ort: 2000, 3000 Olympique-Anhänger knallen Böller im Sekundentakt, Bengalos rauchen, die Fans drängen hinein ins Rund, bevor sie es dürfen, werden gestoppt von der Polizei, weil am Seiteneingang erst Frankfurter Zugang erhalten. Leuchtraketen fliegen in deren Richtung. Aufgeheizte Stimmung - wie den ganzen Tag lang.

Eintracht Frankfurt: Das Spiel gerät in den Hintergrund

Dabei ist Zurückhaltung für die allermeisten Gäste aus Hessen oberstes Gebot. Gespräche drehen sich nicht etwa um mögliche Aufstellungen von Trainer Oliver Glasner, viele beginnen mit den Fragen: „Und bei Euch alles gut? Was mitbekommen von Krawallen?“ So absurd wie traurig.

Gerade im Bereich des Alten Hafens, dem Touristenmagneten von Marseille, zeigen die Polizeikräfte tagsüber starke Präsenz, sie sind teils mit Maschinengewehren bewaffnet. Es stülpt sich ein Gefühl der Beklemmung über die Stadt. Im näheren Umfeld des Stadions schicken Schulen die Kinder zur Sicherheit am frühen Nachmittag nach Hause. In der Innenstadt rottet sich fast zeitgleich in schwarz gekleideter Eintracht-Anhang zusammen, was verboten ist. Die Polizei nimmt sie in Manndeckung, es gibt einzelne Festnahmen.

Unzumutbare Zustände für die Fans

Das Gros der vernünftigen Frankfurter Fans wird derweil in Bussen zum Stadion gekarrt, eng zusammengepfercht, lange wartend, unzumutbare Zustände. Im Stadion fliegt weit vor dem Anpfiff Pyrotechnik von beiden Fanlagern in die jeweils anderen Blöcke. Die Polizei positioniert sich daraufhin im Frankfurter Lager. Hilft nichts. Etliche Leuchtraketen wechseln die Seiten. Der unrühmliche Höhepunkt: Einige Idioten im Frankfurter Block zeigen den Hitlergruß. Unfassbar.

Bereits in der Nacht von Montag auf Dienstag war es zu ersten Auseinandersetzungen zwischen kleinen Teilen der Fangruppen sowie der Polizei gekommen. Videos zeigen Jagdszenen durch Häusergassen, acht Festnahmen, die vergangenen Nacht dürfte weitere gebracht haben. Alles in allem: verstörende, beschämende Bilder. (Daniel Schmitt)

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