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Eintracht Frankfurt ist der Gier nicht hilflos ausgeliefert

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Von: Thomas Kilchenstein

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Kevin Trapp und Daichi Kamada
Waren umworben: Kevin Trapp (r.) und Daichi Kamada (l.). © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Bahho Kara

Es ist ein besonderes Zeichen, wenn Spieler wie Sow, Trapp oder Kamada den Verlockungen des großen Geldes nicht folgen und bei Eintracht Frankfurt bleiben.

Frankfurt – Es ist erst ein paar Tage her, da hatte es den Anschein, als sei Eintracht Frankfurt zum Selbstbedienungsladen verkommen. Alles muss raus: Filip Kostic weg, Djibril Sow umschwärmt, Evan Ndicka sowieso, Kevin Trapp auf der Fähre nach Manchester, „bem vindo“ Daichi Kamada bei Benfica Lissabon. Überall wedelten sie bündelweise mit Geldscheinen, erschienen Meldungen oder wurden (teilweise von Beraterseite) platziert, in denen Vollzug gemeldet wurde. Alles nur eine Sache des Preises.

Eintracht Frankfurt: Mithalten im Verdrängungswettkampf

Der Fluch der guten Tat schien Eintracht Frankfurt zur Unzeit auf dem falschen Fuß erwischt zu haben, ein Europapokalgewinn weckt Begehrlichkeiten bei anderen, im Zweifelsfall finanziell breiter aufgestellten Klubs. Die Großen fressen die Kleinen, man kennt das. Es ist längst Geschäftsmodell geworden, seine besten Leute für teuer Geld ziehen zu lassen, um halbwegs mithalten zu können im ewigen Verdrängungswettkampf. Auch deswegen werden Verträge gerne langfristig konzipiert, wohl wissend, dass sie nie eingehalten werden, irgendeiner wird den Profi schon herauskaufen. Und Eintracht Frankfurt hat etwa in Person von Sportvorstand Markus Krösche nie ein Hehl daraus gemacht, in diesem Punkt recht unromantisch zu sein: So läuft das Business, zumal die Schneisen, die die Pandemie in den Kassen geschlagen haben, ein enormes Ausmaß angenommen haben.

Eintracht Frankfurt: Punkten mit sportlichen Argumenten

Andererseits ist es ein besonderes Zeichen, wenn Spieler wie Sow, Trapp oder jetzt Kamada den Verlockungen des großen Geldes nicht folgen und bei Eintracht Frankfurt bleiben, natürlich nicht für umsonst: Ihr Bleiben dürfte zukünftig mit einer Vertragsverlängerung und/oder Gehaltserhöhung versüßt werden, zumindest bei Trapp und Kamada. Das zeigt, dass Eintracht Frankfurt enorm an Stellenwert zugelegt hat, natürlich ist die Champions League verlockend, damit, also mit sportlichen Argumenten, konnten die Hessen punkten. Die Hessen haben inzwischen eine Position erreicht, in der sie auf die freundliche Übernahme ihrer besten Spieler reagieren können. Das spiegelt die gute Arbeit des Klubs wider. Der Gier der Großen sind sie nicht hilflos ausgesetzt. Das ist aber die große Ausnahme.

Rein sportlich ist der Verbleib des Trios allemal ein Gewinn. Ohnehin hat Eintracht Frankfurt schwer genug daran zu knabbern, Dampfmacher Kostic an Juventus Turin verloren zu haben. Die Frankfurter haben ambitionierte Ziele in Liga und League, dazu braucht es Qualität auf dem Rasen, nicht Geld auf der hohen Kante. (Thomas Kilchenstein=

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