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Auf ein Neues: Jonathan de Guzman.
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Auf ein Neues: Jonathan de Guzman.

Saison-Vorbereitung

Neustart für Jonathan de Guzman

  • Manuel Schubert
    VonManuel Schubert
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Nach der enttäuschenden Zeit beim SSC Neapel will Jonathan de Guzman bei der Eintracht eine Führungsrolle spielen.

VorbereitungDer zweite Tag in Gais war für die Entourage von Eintracht Frankfurt ein langer, doch die Schuld daran trug nicht der große Empfang, den das Dorf den Gästen vom Main am Dienstagabend bereitete. Eine gute Dreiviertelstunde ließen sich die Spieler im großen Bierzelt neben dem Mannschaftshotel blicken, danach ging es wieder artig ins angrenzende Teamdomizil zur spätabendlichen Yogastunde. Die letzte Gruppe war bis 23 Uhr damit beschäftigt, sich unter Anleitung der neuen Yogalehrerin Martina Sturm zu verbiegen. 

Wer jedoch denkt, der Ball bleibe beim Trainingslager in Südtirol in der Tasche, der irrt. Im Gegenteil, es wird sogar auffallend viel mit dem runden Spielgerät gearbeitet. Trainer Niko Kovac, so scheint es, will in der kommenden Saison bei weitem nicht nur Zement anrühren, sondern auch offensiv mit seiner Mannschaft mehr spielerische Akzente setzen. Beim Trainingslager in Südtirol ist bei fast jeder Übung das Leder mit im Spiel, es geht darum, Räume mit flotten Passfolgen oder flinken Seitenwechseln zu überbrücken. Vor allem der neue Stürmer Sébastien Haller, der im Angriffszentrum gesetzt scheint, soll von seinen Mitspielern immer wieder mit zügigen Flachpässen durchs Zentrum gefüttert werden. 

Am Dienstagvormittag ließ Kovac eine gute Stunde lang Offensive und Defensive gegeneinander antreten. Und als ihm das Ganze nicht schnell genug ging, wechselte sich der Kroate kurzerhand selbst ein, um den Dirigenten in der hintersten Reihe zu geben. „Haut doch mal gegen den Ball“, forderte der Coach seine Spieler auf, augenscheinlich recht unzufrieden mit der Schärfe der Pässe. „So“, rief Kovac, „könnt ihr keinen Raum gewinnen.“ 

Kovac schwärmt von De Guzman

Einer, dem der Übungsleiter weniger erklären muss, ist Jonathan de Guzman. Der Neuzugang vom SSC Neapel könnte zu einer der zentralen Figuren im neuen Frankfurter Angriffsspiel werden, er überzeugt bislang durch Laufbereitschaft, Tempo und präzises Passspiel. Sich selbst bezeichnet der 29-Jährige als Spieler, der gern „neue Situationen kreiert“ und „den Ball an die Stürmer verteilt“. Bislang machte er das so gut, dass Trainer Kovac kürzlich regelrecht über seinen neuen Regisseur ins Schwärmen geriet: „Andere können an ihm wachsen, sich an ihm nach oben hangeln, von ihm lernen und sich weiterentwickeln“, sagte der 45-Jährige.

De Guzman selbst will nach einer eher enttäuschenden Zeit in der Serie A erst einmal selbst wieder in Tritt kommen. Der Schritt in die Bundesliga und zur Eintracht ist für ihn ein Neuanfang, nachdem er bei den Azzurri zuletzt kaum noch gespielt hatte und zweimal verliehen wurde. Lediglich in seinem ersten Italienjahr war der Niederländer unter dem damaligen Trainer Rafael Benitez eine Säule des Teams, danach bremste ihn eine Leistenverletzung aus, woraufhin der neue Coach Maurizio Sarri kaum noch auf ihn baute. „Eine schwierige Zeit“, sei das gewesen, erzählt der Mittelfeldspieler. „Ich habe keine richtige Chance mehr bekommen, mich zu beweisen.“ 

De Guzman hat viel vor

Bei der Eintracht hofft de Guzman, wieder mehr zu sein als nur eine Ergänzung. Er möchte führen und eine gewichtige Rolle, „auf und abseits des Rasens“ spielen. Wie ein Lautsprecher wirkt der gebürtige Kanadier zwar weniger, doch das ist auch gar nicht seine Intention. „Nicht zu viel reden, sondern durch Taten sprechen“, wolle er, beispielsweise durch Pünktlichkeit. „Ich will ein professioneller Spieler und ein Leader für die Jüngeren sein.“ Zu dem Schritt nach Deutschland hat ihm auch sein sieben Jahre älterer Bruder Julian geraten, der von 2002 bis 2005 bei Hannover 96 unter Vertrag stand. Beide telefonieren täglich miteinander. „Er hat seine Zeit hier sehr genossen“, berichtet Jonathan de Guzman. 

Ob Letzterer irgendwann das Gleiche über seine Tätigkeit bei der Eintracht sagen wird, bleibt noch abzuwarten. De Guzman hat auf jeden Fall noch viel mit seinem neuen Arbeitgeber vor: Die Eintracht sei „ein Klub, der einen Schritt nach vorne machen will“, hat er festgestellt. „Es könnte ein gutes Jahr für uns werden.“ Auch wenn das heißt, dass man dafür die ein oder andere nächtliche Yogastunde über sich ergehen lassen muss. 

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