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Vom DFB ausgebremst: Aeksandar Ignjovski.
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Vom DFB ausgebremst: Aeksandar Ignjovski.

Hannover 96 - Eintracht Frankfurt

Neues Denken

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt erhofft sich mit einem System- und Personalwechsel die Wende zum Guten - am besten schon im Auswärtsspiel beim Tabellennachbarn Hannover 96.

Irgendwann in dieser Presserunde vor dem Punktspiel am Samstag (15.30 Uhr) bei Hannover 96 ist der Frankfurter Trainer gefragt worden, ob er denn mit dem Experiment im Training zufrieden sei, den linken Verteidiger Bastian Oczipka auf Linksaußen zu probieren, so dass er das auch heute Nachmittag wird spielen können. Armin Veh hat nicht gleich geantwortet, sondern lächelnd zurückgefragt. „Was meint Ihr denn?“ Die versammelten Eintracht-Reporter waren angetan von dem Versuch. „Na, dann machen wir es so.“

Wenn sich alle Probleme immer so leicht lösen ließen ...

Und Probleme hat Eintracht Frankfurt derzeit eine Menge, und keine ganz kleinen. Die Mannschaft sucht nach ihrer Form, ja ihrer Identität, die verloren gegangen ist. Sie ist seit fünf Spielen sieglos und hat dabei lediglich zwei Tore erzielt (dafür aber zehn kassiert). Nach dem 1:5-Heimdebakel hat Veh den Daumen gesenkt, das habe mit Bundesliga nichts zu tun, hat er gesagt und elementare Defizite ausgemacht. „Das hat nichts mit Formschwankungen zu tun, die Probleme liegen tiefer.“

Im Kern ist es das: fehlende Kompaktheit, fehlerhaftes defensives Verhalten, fehlende Schnelligkeit, fehlender Esprit.

Rückkehr zum 4-2-3-1

Und um derlei Mängel kurzfristig zu beheben, sei in erster Linie „ein neues Denken“ gefragt. Es gehe nicht mehr darum, „sein Heil in schönem Fußball zu suchen“, sagt Veh am Freitag vor dem üblichen Geheimtraining, es gehe einzig und allein darum, Sicherheit und Geschlossenheit in das zuletzt arg naive Frankfurter Spiel zu bringen. Um es im Fußballdeutsch verkürzt auf den Punkt zu bringen: „Wir müssen besser stehen.“ Das alles klingt nach Notfallmaßnahmen.

Es ist vor allem die Abkehr vom bisherigen System mit einer Raute, deren Vorteil in der Offensive liegt und die defensiv sehr schnell zum Bumerang werden kann, weil zu viel Räume offen seien. „Kompaktheit kriegen wir im Augenblick mit diesem Personal und diesem System nicht hin“, sagt Veh. In Hannover wird Eintracht Frankfurt zur guten, alten 4-2-3-1-Taktik zurückkehren, zu einer Ordnung, mit der sie in den ersten Jahren unter Veh bereits Erfolg hatte. Auch wenn „zwei Sechser nicht das alleinige Allheilmittel sind“, so erwartet der Coach damit mehr Stabilität.

Er wird sein Team auf einigen Positionen verändern, teilweise gezwungenermaßen, wie im Fall von David Abraham, dessen Knieverletzung ein Einsatz an der Leine nicht zulässt. Oder bei Aleksandar Ignjovski, der wegen einer minder schweren Tätlichkeit im Nachhinein vom DFB-Sportgericht für ein Spiel gesperrt wurde. Zudem muss er 10 000 Euro Strafe zahlen. Ignjovski war dem Gladbacher Raffael unbemerkt vom Schiedsrichter absichtlich auf den Fuß getreten. Makoto Hase wird an seiner statt rechts verteidigen.

Neu ins Team rücken Constant Djakpa, der für Oczipka hinten links verteidigt und dessen professionelles Verhalten Veh lobend erwähnte. Johannes Flum und Luc Castaignos werden ihren Platz im Team verlieren, Stefan Aigner wieder auf den rechten Flügel zurückkehren, und Marc Stendera wird, so ist es geplant, als zweiter Sechser neben Stefan Reinartz abschirmen. Ob damit die Wende gelingt? Veh glaubt, keine andere Wahl zu haben: „Wir müssen neue Wege finden.“

Allerdings ist Hannover kein gutes Pflaster für die Hessen, die dort seit 28 Jahren nicht mehr gewinnen konnten. Zudem spricht der Trend dagegen: Bei 96 geht es nach sieben Punkten aus drei Spielen bergauf, bei der Eintracht bergab. Mit einem Sieg könnten die Niedersachsen, vor deren „sehr guten Standards“ Veh warnte, in der Tabelle locker an Frankfurt vorbeiziehen. Das ist auch psychisch für die Eintracht keine leichte Aufgabe. Veh aber bleibt zuversichtlich. „Ich habe die Mannschaft so vorbereitet, dass sie Leistung bringen kann und mental nicht völlig down ist.“

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